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Blut spenden in Zeiten des Coronavirus

Wie dringend ist meine Spende? - Blut spenden in Corona-Zeiten

Gerade in Krisenzeiten wird jede Spende benötigt, um das Versorgungssystem aufrechtzuerhalten.

Leben retten ist so einfach: Mit einer Blutspende kann Schwerstkranken und Unfallopfern geholfen werden. Und gerade in Krisenzeiten wird jede Spende benötigt, um das Versorgungssystem aufrechtzuerhalten. Doch wie ist das Spenden in Zeiten der Corona-Pandemie? Prinzipiell gilt wie auch während Grippezeiten: Jeder kann spenden, der sich gesund und fit fühlt.

Auch FFH-Hörerin Lorena aus Ehrenberg hofft, dass mehr Menschen Blutspenden gehen. Bei FFH Wünsch dir was hat sie sich einen Aufruf dafür im Radio gewünscht. Online liefern wir ihn schon mal ab...

Werden aktuell Spenden benötigt? 

Wie häufig es eure Blutgruppe bei uns in Deutschland gibt und wie der aktuelle Bestand an Blutkonserven in Hessen und BaWü ist, seht ihr im DRK-Blutbarometer. Hier wird deutlich: Es werden dringend Spenden von allen Blutgruppen benötigt. 

Wer darf nicht spenden?

Wer grippale oder Erkältungs-Symptome sowie Durchfall hat, wird generell nicht zur Blutspende zugelassen. Wer unter dem Verdacht steht, sich mit Coronavirus infiziert zu haben, sollte nicht zu den Blutspendeterminen kommen, sondern den Hausarzt aufsuchen. 

Beantwortet diese Fragen und seht, ob ihr aktuell zur Spende zugelassen werdet. 

Blutspende mit Termin

Die Blutspende beim DRK ist aktuell nur mit Termin möglich. Online seht ihr, wann in eurer Nähe der nächste Termin stattfindet und ob es noch freie Termine gibt. Tipp von einem Mitarbeiter beim Blutspendetermin in Bad Vilbel: Selbst wenn alle Termine an Tag x ausgebucht sind, lohnt es sich, am nächsten oder übernächsten Tag nochmal nachzuschauen, denn häufig stornieren Spender ihren geblockten Termin wieder. 

So läuft die Blutspende aktuell ab

Außerdem weist der DRK-Blutspendedienst darauf hin, einen Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten und einen eigenen Kugelschreiber zum Ausfüllen des Anamnesebogens mitzubringen. Aufgrund der aktuellen Situation muss zudem auf Begleitpersonen verzichtet werden. Kinderbetreuung vor Ort ist derzeit nicht möglich.

Beim Blutspendetermin in Bad Vilbel wurde beispielsweise vorm Betreten der Räumlichkeiten die Temperatur gemessen. Außerdem musste sich dort jeder Spender die Hände desinfizieren und bekam eine neue Maske, die während des gesamten Aufenthalts getragen werden muss. 

Anstatt eines Snacks nach der Spende gibt's etwas verpacktes Süßes zum Mitnehmen

Wichtiger Hinweis: Auf den Blutspendetermin werden die Proben nicht auf das neuartige Coronavirus oder Corona-Antikörper untersucht.

Thorsten Fischer: Darum sind Blutspenden so wichtig

Thorsten Fischer: Die 3 Gründe, warum es aktuell wenig Blutkonserven gibt

© FFH

Auch unser FFH-Reporter aus dem Studio Nordhessen hat's getan: Marcel Ruge hat im März 2020 seinen eigenen Kugelschreiber mitgebracht, den Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten - und gespendet. 

Sperrfristen nach Urlaub oder Kontakt zu Infizierten

Nach Auslandsaufenthalten gibt es häufig Sperrfristen bis man wieder Blut spenden kann.  Wie lange man warten muss, hängt vom Reiseziel, der Dauer der Reise und auch Reisezeit ab. Je nachdem, wo man zuletzt war, reichen Wartezeiten von vier Wochen bis zu sechs Monaten - nach der Rückkehr nach Deutschland.

Erkrankte müssen mehrere Monate warten

Außerdem gilt: Wer Kontakt zu einem Verdachtsfall oder Erkrankten hatte, muss vier Wochen warten. Personen, die selbst am Coronavirus erkrankt sind, können erst drei Monate nach Ausheilung der Erkrankung wieder Blut spenden. 

Spender, die gerade aus dem Ausland zurückgekehrt sind, dürfen in den ersten 14 Tagen nach der Rückkehr kein Blut spenden. Ausgenommen sind folgende Länder: Dänemark, Frankreich, Niederlande, Polen, Tschechische Republik, Österreich, Schweiz und Liechtenstein. 

Auch wer sich in einem Risikogebiet in Deutschland aufgehalten hat, darf 14 Tage nach der Rückkehr kein Blut spenden. 

Mehr Infos gibt es im Service-Center der DRK-Blutspende unter 0800 11 949 11.

Wer sich krank fühlt oder Verdacht auf eine Corona-Infektion hat, wendet sich bitte an den Hausarzt oder an den Kassenärztlichen Notdienst unter der Nummer: 116117.

Warst du dieses Jahr schon bei der Blutspende?

Blutspenden ist nach wie vor wichtig und auch in Corona-Zeiten sicher. Hast du 2020 schon gespendet?

Nein, aber ich habe es vor

Nein, aber ich habe es vor

Ja, ich war schon spenden

Ja, ich war schon spenden

Nein und ich habe es auch nicht vor

Nein und ich habe es auch nicht vor

FFH-Stichprobe an Kliniken in Hessen

© FFH

Wie sieht es mit den vorhandenen Blutkonserven in hessischen Kliniken aus? Die Kollegen aus den FFH-Regionalstudios haben eine Stichprobe gemacht und nachgefragt. Das ist der aktuelle Stand (9. September 2020): 

  • Klinikum Werra-Meißner in Eschwege: kein Problem mit Reserven
  • Klinikum Kassel: lebt aktuell "von der Hand in den Mund", was Blutkonserven angeht
  • Krankenhaus in Bad Arolsen: Situation wie im Klinikum Kassel
  • Krankenhaus Alsfeld: keine Probleme mit der Versorgung mit Blutkonserven
  • Klinikum Bad Hersfeld: angespanntere Lage, aber noch könne jeder Patient, der Blut braucht, versorgt werden
  • Klinikum Fulda schreibt: "(Wir) verfügen seit Jahren über ein striktes internes Blutversorgungsmanagement, das einen sehr sparsamen Umgang mit Blutkonserven sicherstellt. Derzeit verfügen wir über ausreichende Kapazitäten, die innerhalb des festgelegten Mindestbestandes liegen. Allerdings werden bereits seit geraumer Zeit unsere Bestellungen vom DRK-Blutspendedienst nur reduziert beliefert."
  • Uniklinikum Frankfurt: Auch hier wird besonders sparsam und schonend mit Blutkonserven umgegangen
  • Sana Klinikum Offenbach: die zurückgehende Zahl der Blutkonserven ist spürbar, allerdings ist sichergestellt, dass Notfälle jederzeit behandelt weden können
  • Klinik Groß-Gerau: aktuell keine Engpässe wegen Kooperation mit verschiedenen Blutbanken
  • Kreiskrankenhaus Bergstraße: es sind ausreichend Blutkonserven vorhanden
  • Klinikum Darmstadt schreibt: "(Wir) werden als Maximalversorger gut mit Blutkonserven versorgt."

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