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Maske und Abstand: Kino in Gelnhausen wieder offen

Mit Masken und Abstand - Kino in Gelnhausen wieder geöffnet

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Kinosessel statt Couch, Blockbuster statt Netflix - endlich dürfen Kinos wieder den Betrieb aufnehmen. Das kleine Kino in Gelnhausen gehört zu den ersten Filmhäusern, die nach der Corona-bedingten Pause wieder geöffnet haben. FFH-Moderator Boris Meinzer war schon da.

Wochenlang musste Stephan Schneevogl sein Haus wegen der Corona-Pandemie schließen, seit dem 9. Mai ist der Betrieb in Hessen mit Einschränkungen wieder erlaubt. Als er gehört hat, dass er sein Kino wieder öffnen darf, war der Inhaber überrascht. „Wir konnten es gar nicht wahrhaben“, erzählt Schneevogl, der mit seiner Frau das kleine Kino in Gelnhausen betreibt. Das dortige Haus und ein Kino in Wolfhagen sind die einzigen beiden Kinos in Hessen, die tatsächlich wieder geöffnet haben. Schneevogl hat sich aus Leidenschaft und seiner Liebe zum Kino dafür entschieden, wirtschaftlich rechnen werde sich der aktuelle Betrieb nicht, denn die Auflagen sind hoch.

Stephan Schneevogl: „Wir konnten das gar nicht wahrhaben“

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Stephan Schneevogl zum strengen Hygienekonzept

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Mit Maske und Abstand

Beim Betreten und Verlassen des Gebäudes müssen die Besucher einen Mundschutz tragen, im Kinosaal selbst aber nicht. Dort gilt stattdessen eine Abstandregelung, das heißt jede Person muss fünf Quadratmeter Raum haben. „Wenn man sich dann in diesen Bereich hinsetzt, hat man während der Vorstellung die Möglichkeit, die Maske runterzunehmen“, erklärt Schnnevogl. Familien dürfen nebeneinandersitzen, einzelne Besucher nicht. Wieviele Karten Schneevogl verkaufen darf, entscheidet sich deshalb bei jeder Vorstellung neu. „Kommt eine Familie, habe ich weniger Sitze, die ich freilassen muss; kommen nur Einzelpersonen habe ich mehr Sitze, die ich freilassen muss“, sagt er. Zum strengen Hygienekonzept gehören zudem Desinfektionsmittel, Plexiglasscheiben an der Kasse, eine Liste zum Eintragen der persönlichen Daten und nur ein Eingang und ein Ausgang.

Stephan Schneevogl: Auch "Kuschelsitze" sind erlaubt

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Das Kino muss strenge Vorschriften beachten

Kein Popcorn oder Nachos

Der notgedrungenen „Exklusivität“ im Kinosaal konnte Boris Meinzer auch etwas Positives abgewinnen. „Das war fast eine Privatvorstellung“, sagt er: „Fehlte nur noch der rote Teppich am Eingang“. Denn neben dem FFH-Moderator saßen nur 13 weitere Besucher in den Kinosesseln. Auf Popcorn und Nachos müssen die Gäste allerdings noch verzichten. Bisher dürfen nur Naschereien wie Chips verkauft werden, die verpackt sind. Auch beim Filmprogramm improvisiert Schnnevogl.

Stephan Schneevogl: „Wir zeigen jetzt auch Filmklassiker“

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Das Problem: Durch die Corona-Krise wurden viele Filmstarts abgesagt und verschoben. Da nicht klar ist, wann bundesweit wieder alle Kinos öffnen werden, geben die Verleiher erstmal keine neuen Filme in den Markt. „Wir haben nur die Filme da, die wir zur Schließung im Kino gezeigt haben“, erzählt Schneevogl. Deshalb hat er sich nun entschieden, auch Filmklassiker in sein Programm aufzunehmen. So kommen Cineasten in Gelnhausen in den Genuss, Streifen wie „Zurück in die Zukunft“ und „Pretty Woman“ nochmal auf der ganz großen Leinwand zu sehen. Und das kommt bei den Besuchern gut an. Die Gäste freuen sich vor allem, dass das kleine Kino wieder geöffnet hat und etwas Normalität zurückkehrt.

Besucher Gerd aus Waldrode: „Ich finde das absolut klasse“

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Auch Boris Meinzer hat sich über seinen Kinobesuch gefreut: „Ich hab mich absolut sicher gefühlt. Und bei dem ganzen Hype um die Autokinos jetzt - so ein richtiges Kino ist halt doch die angenehmere Weise Filme zu schauen. Sich so in den Sessel zu kuscheln und wenn dann der Vorhang aufgeht - das ist halt doch schöner.“

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