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Mit dem Mofa bis nach Italien

Fernreise mit dem Mofa - Mit 25 km/h bis nach Italien

Das Stichwort "Entschleunigung" nehmen vier Männer aus Nordhessen derzeit besonders ernst. Sie fahren mit alten Hercules-Mofas in den Urlaub nach Italien. Das braucht viel Geduld, bringt aber auch unvergessliche Erfahrungen.

25 Kilometer pro Stunde Höchstgeschwindigkeit? Das reicht doch für eine Reise bis nach Italien! So oder so ähnlich muss wohl die Entscheidung bei Axel, Thomas, Frank und Markus gewesen sein. Die vier Nordhessen sind gerade auf der sicherlich längsten Urlaubsanreise ihres Lebens. Mit historischen Mofas knattern die Freunde von Wolfhagen bis in die italienischen Alpen. Rund zehn Stunden verbringen sie täglich auf dem Sattel ihrer Gefährte.

Quälend langsam die Berge hinauf

Aktuell sind sie in Österreich - und spätestens da wird die Strecke zu einer echten Herausforderung für die kleinen 2-Takt-Motoren der Mofas, die sich irgendwie die Bergpässe hinauf quälen müssen. Darum versucht die Truppe auch größere Straßen zu meiden, erzählt uns Thomas im FFH-Interview: "Wenn du mit 10 km/h unterwegs bist und da sind zwei 40-Tonner hinter dir und von vorne kommt ein Auto - das ist dann nicht witzig."  Wo es geht weicht die Truppe auf einsame Landstraßen oder Fahrradwege aus.

Schrauben am Straßenrand

Und auch technische Probleme gibt es bei solchen alten Gefährten immer mal wieder. Gerade gestern musste die mitgenommene Ersatzteil-Sammlung zu Einsatz kommen, erzählt Thomas. Bei einem der Mofas war ein Zylinder defekt - da heißt es dann schon mal Finger schmutzig machen und am Straßenrand etwas schrauben. Ganz aufgeschmissen wären die vier Reisenden aber auch im Falle eines gröberen Defektes nicht. Denn eine Freundin fährt die Selbe Strecke mit dem Auto - hauptsächlich um das Gepäck zu transportieren, aber natürlich auch, damit niemand auf der zurückbleibt.

Der Duft der Vergangenheit

Die Einheimischen gucken meistens etwas seltsam, wenn die Männer im Alter von 45 bis 55 Jahren auf ihren Mini-Gefährten vorbeikommen, generell sind die Reaktionen aber durchweg positiv, erzählen sie uns. Und bei älteren Leuten verursacht die Gruppe gleich Erinnerungen an die Vergangenheit. "Die bleiben stehen und sagen: Diesen Duft habe ich noch in der Nase, wie früher", erzählt Thomas.

Diese Reise wird also allen in Erinnerung bleiben. Aber auf die Frage, ob er so eine Tour noch einmal machen würde, muss Thomas dann doch lachen: "Das fragst du wirklich?!? Das macht man einmal im Leben - und dann nie wieder!"

Marc Adler

Autor
Marc Adler

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