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Pepper: Roboter gibt Vorlesungen in Marburg

Ein mechanischer Dozent:Roboter gibt Vorlesungen in Marburg

An der Philipps-Universität Marburg lehrt derzeit ein ganz besonderer Dozent. Sein Name ist "Pepper". Und er ist ein Roboter. 

Der Einsatz des mechanischen Lehrer ist Teil eines Projekts zur Erforschung von Einsatzmöglichkeiten von Robotern im täglichen Lehrbetrieb der Uni. Leiter des Projektes ist Anglistik-Professor Jürgen Handke, der für seine digitalen Lehrmethoden bereits mehrfach ausgezeichnet wurde.

Die Zukunft: in Marburg angekommen

Menschenähnliche Roboter sind tatsächlich nicht nur in Marburg keine Zukunftsmusik mehr: Immer häufiger kommen sie im beruflichen Alltag zum Einsatz: in der Industrie fertigen schon lange Autos und Computer, im Gesundheitswesen helfen sie bei Untersuchungen oder schwierigen Operationen.

Dabei fungieren die cleveren Maschinen nicht nur als Werkzeuge oder unselbständige Helferlein, die Zuhause alle paar Stunden den Boden staubsaugen. Immer öfter nehmen sie sogar soziale Rollen ein und interagieren mit Menschen. So auch "Pepper" in Marburg.

"Pepper" ist wie ein Kind

Pepper hat eine Applikation installiert, die ihn besonders naiv sein lässt. Das bedeutet, dass er alle Stundenten duzt - und alles offen ausspricht, was ihm "auf dem Herzen" liegt. "Pepper" funktioniert jedoch nur in einer besonderen Lehr-Umgebung - und nicht in klassischen Vorlesungen, die Projektleiter Handke sowieso für „albern“ hält.

Ein perfekter Lehr-Assistent

Die Kurse, in die "Pepper" involviert ist, bereiten seine Studenten online in einer Lernplattform vor. In der eigentlichen Vorlesung geht es dann nur noch lediglich um Vertiefung des Stoffes.

Da "Pepper" den Lehr-Stoff natürlich jederzeit abrufen kann, kann genau hier assistierend zur Hand gehen: Damit Pepper Studenten helfen kann, muss er sie erkennen. Das funktioniert über einen QR-Code auf dem Handy.

Jeder Student hat einen individuellen Code und darüber hinaus erkennt "Pepper" den aktuellen Lernstand hinterlegt in einer Online-Plattform sowie Testergebnisse und Probleme, die der Studierende bei der Stoff-Vorbereitung hatte.

Mehr als nur ein "Lehrer"

"Peppers" Tätigkeiten und das Feedback der Studierenden dazu sollen wird von Professor Jürgen Handke und seinem Team umfassend dokumentiert. Schließlich sollen auch die künstlich-intelligenten Knirpse etwas dazu lernen.

Außerdem soll durch den Einsatz im Lehrbetrieb eine gesunde Diskussion entstehen: noch immer haben viele Menschen Vorbehalte und Ängste, wenn es um den Einsatz intelligenter Maschinen im Alltag geht. 

Das Projekt läuft noch bis Mai nächsten Jahres. 

Zum Nachhören: "Pepper" an der Uni

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Studenten über den Alltag mit Pepper...

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Studenten sprechen darüber, dass sie Pepper in die Augen schauen...

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Professor Handke über die Probleme mit Pepper...

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... und so funktioniert das mit dem QR-Code.

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Wir lassen Pepper selbst sprechen...

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Florian Hennefarth

Reporter:
Florian Hennefarth

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