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Eintracht-Museum erhält Julius Hirsch-Preis

"Auszeichnung macht uns stolz" - Eintracht-Museum erhält Hirsch-Preis

© dpa

Das Eintracht-Museum ist vom DFB für seine Arbeit im Kampf gegen Antisemitismus mit dem Julius Hirsch-Preis ausgezeichnet worden. "Es ist eine tolle Auszeichnung, die uns sehr stolz macht", wird Museumsleiter Matthias Thoma auf der Webseite des DFB zitiert.

Der Fußball-Bundesligist arbeitet in seinem Museum unter anderem die Geschichte des Vereins in den Jahren der Nazi-Diktatur auf. Mit Ausstellungen, Stolperstein-Verlegungen oder Spurensuchen erinnert das Museum an die Leiden der jüdischen Bevölkerung in der NS-Zeit.

Preisgeld soll für Spurensuche genutzt werden

Das Preisgeld von 7.000 Euro soll in weitere Projekte fließen, so Thoma: "Wir werden das Preisgeld nutzen, um auch im nächsten Jahr eine Spurensuche anzubieten." Bei dieser nehmen Museumsmitarbeiter und Eintracht-Fans an einer Veranstaltungsreihe teil und machen zum Abschluss eine Reise - zuletzt ging es dabei nach Theresienstadt und nach Buchenwald. 

Thoma: "Die Eintracht konnte nicht verhindern, gleichgeschaltet zu werden"

Thoma nahm die Ehrung im Frankfurter Palmengarten gemeinsam mit Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann entgegen. Der Museumsleiter erklärt mit einem Blick in die Vergangenheit: "In den 20er-Jahren war die Eintracht ein weltoffener und liberaler Verein. Und konnte es dann doch nicht verhindern, gleichgeschaltet zu werden."

Der Preis ehrt den in Auschwitz ermordeten Nationalspieler Julius Hirsch

Seit 2005 erinnert der DFB an den deutschen Nationalspieler Julius Hirsch, der aufgrund seines jüdischen Glaubens im März 1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet worden war. Aufgrund der aktuellen Lage in der Covid-19-Pandemie fand die Veranstaltung unter 2G-Regeln und vor reduzierter Gästeanzahl statt.

Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann: "Man muss ausgesprochen wachsam sein"

"Der Verein war auch vor 1933 weltoffen, liberal und bürgerlich geprägt. Wenn jemand gesagt hätte, dass der Verein in einen nationalsozialistischen Kosmos gezogen wird, dann hätte jeder gesagt, dass kann eigentlich nicht passieren."

Dieser Verein war auch schon vor neunzehn Hundert drei und dreißig einen ziemlich weltoffener liberaler, bürgerlich geprägter vereinen unter. Wenn man irgendjemanden gesagt hätte, dieser vereinbart gleichgeschaltete wird in einem nationalsozialistischen Kosmos hinein gehoben. Dann hätte jeder gesagt das kann ich nicht passieren, weil die ein hat es so tief im Bürgertum verankert, auf klaren werten, dass man, wenn man die parallele zur heute zieht, immer weiß, man muss ausgesprochen wachsam sein und genau hingucken, wie bestimmte Geselschap, Licht, Strömungen und Tendenzen sich entwickeln.

Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann: "Macht mich stolz, dass das Museum diesen Preis erhalten hat""

"Gerade was Diskriminierung und Antisemitismus anbelangt, müssen wir immer wachsam hinschauen. Und deswegen ist die Auszeichnung nicht nur eine Erinnerung an Fakten, sondern auch die Arbeit für die Gegenwart und Zukunft."

Deswegen finde ich es wichtig, dass Erinnerungen nicht nur die Erinnerung an Fakten, sondern immer auch gerade was Diskriminierung anbelangt, auch gerade was Antisemitismus anbelangt, immer sehr wachsam auf diese Mechanismen hinschaut, um zu sagen jawoll, das kann immer wieder passieren. Aber wir sind auch heute ein weltoffener liberaler Verein. Und deswegen müssen wir uns dafür ein setzen und dafür kämpfen. Und deswegen ist das, was dem Museum heute als Auszeichnung zuteil geworden ist, nicht nur nach einer Erinnerung an Fakten, sondern eben auch die Arbeit für die Gegenwart und die Zukunft, die mich beeindruckt. Und deswegen macht es mich stolz, dass das Museum diesen Preis erhalten hat.

Museumsleiter Matthias Thoma: "Würdigung unserer Arbeit"

"Die Jury hat gesagt, dass wir seit vielen Jahren eine gute und vorbildliche Erinnerungsarbeit machen und deswegen ist der Preis auch sehr wichtig für uns."

Das ist schon ne Würdigung unserer Arbeit, dieser Julius-Hirsch-Preis. Die Jury hat also gesagt, dass wir seit vielen Jahren eine gute und vorbildliche Erinnerungsarbeit machen. Und deswegen ist es quasi schon eine Auszeichnung für uns schon sehr wichtig für uns

Museumsleiter Matthias Thoma: "Werden die dritte Spurensache in Angriff nehmen""

"Wir haben in den vergangenen drei Jahren Spurensuche-Projekte gemacht. Das heißt, wir haben Veranstaltungsreihen gemacht und im Anschluss eine Reise für Eintracht-Fans angeboten - damals nach Theresienstadt und nach Buchenwald."

Wir haben ja in den vergangenen zwei Jahren Spurensuche Projekte gemacht. Oder drei Jahre sind sie jetzt schon Corona-bedingt? Das heißt wie am Veranstaltungsreihen gemacht mit einer abschließenden Reise. Beim ersten Mal waren wir in Theresienstadt beim zweiten Mal. Was jetzt vor kurzem lief, waren wir in Buchenwald mit fünf und zwanzig Anhängern. Und wir werden das Preisgeld nutzen, die dritte Spurensuche in Angriff zu nehmen. Und dann werden wir im nächsten Jahr wieder eine Veranstaltungsreihe machen und zum Abschluss auch wieder eine Reise für Eintracht Fans anbieten. Und damit kann man natürlich das unterstützen.

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