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Videobeweis wird transparenter für TV-Zuschauer

Videobeweis in der Bundesliga - 3er-Split soll TV-Zuschauer aufklären

Mehr Transparenz, mehr Kameras und ein sogenannter "3er-Split" für die TV-Zuschauer - der von vielen Fußball-Fans noch immer kritisch beäugte Videobeweis soll besser werden. Doch schon beim Supercup lief nicht alles nach Plan. 

Die Präsentation der künftigen Fortschritte beim Videobeweis begann mit der Schilderung des jüngsten Missgeschicks. Als DFB und DFL am Rande eines Workshops mit Clubvertretern in Köln über die geplanten Weiterentwicklungen der vor zwei Spielzeiten in der Bundesliga eingeführten Technologie informierten, begaben sich die Protagonisten zunächst in die Defensive. 

Fehler bei Kimmich-Szene

Mit dem Hinweis auf ein Fehlverhalten des Videoassistenten beim Supercup nahmen sie Stellung zu der von vielen Beobachtern kritisierten Entscheidung, dass der Münchner Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich nach seinem Foul am vergangenen Samstag gegen Dortmund-Profi Jadon Sancho nur Gelb gesehen hatte. 

"Eigentlich hätte es so sein müssen, dass der Videoassistent den Schiedsrichter bittet, sich die Szene am Monitor selbst anzuschauen. Das ist nicht erfolgt. Deshalb war die regeltechnische Umsetzung nicht korrekt. Das hätten wir uns anders gewünscht", bekannte Jochen Drees, DFB-Projektleiter für den Bereich Videoassistent. 

"Regeltechnisch ein Feldverweis"

Der Münchner Außenverteidiger hatte bei der 0:2-Niederlage des FC Bayern dem Engländer Sancho in der 76. Minute auf den Fuß getreten. Viele Beobachter werteten diese Szene an der Außenlinie jedoch als rotwürdig. Ähnlich sah es Lutz Michael Fröhlich, Sportlicher Leiter der Elite-Schiedsrichter: "Er tritt ihn zwar nicht mit großer Dynamik, aber ungebremst auf den Fuß. Das wird regeltechnisch als ein Feldverweis eingeordnet." 

82 Fehlentscheidungen letzte Saison verhindert

Drees versprach Besserung und hielt wenig davon, den Vorfall zu dramatisieren: "So etwas kann passieren. Aber das ist kein großes Drama. Es stand 2:0 für Dortmund und hatte keinen Einfluss auf die Partie. Aber wir werden diese Szene natürlich aufarbeiten müssen." Nicht ohne Stolz verwies er auf den insgesamt positiven Trend beim Videobeweis in der vergangenen Saison: "Wir haben 82 Fehlentscheidungen verhindert. Das ist für mich super." 

Mehr Transparenz

Mit großem Eifer arbeiten alle Beteiligten an der Verbesserung des 2017/18 in der Bundesliga und in diesem Jahr auch im Fußball-Unterhaus eingeführten Videobeweises. So soll ein schnellerer Informationsfluss künftig für mehr Transparenz sorgen. Kompakte textliche Erklärungen auf den Leinwänden informieren die Stadion-Besucher in Zukunft umgehend darüber, warum der Video-Assistent eingeschaltet wurde und welche Szene gerade überprüft wird. Für TV-Zuschauer stehen dieselben Informationen über ein sogenanntes Basissignal als Grafik zur Verfügung, die von den DFL-Medienpartnern optional genutzt werden können. 

3er-Split soll TV-Zuschauer aufklären

Darüber hinaus sollen neue Kameraperspektiven die Arbeit der Video-Assistenten nachvollziehbarer machen. So bekommt der Zuschauer einen sogenannten "3er-Split" geboten, auf dem sowohl die zu überprüfende Szene als auch der Schiedsrichter am Spielfeldrand beim Bildschirm-Check und der Videoassistent im Kölner Keller bei der Arbeit zu sehen sind. Damit soll nachvollziehbarer werden, auf welcher bildlichen Grundlage der Referee seine Entscheidung trifft. "Da guckt jeder daheim im Prinzip Schiedsrichter-TV", sagte Ansgar Schwenken, Direktor der Deutschen Fußball Liga (DFL). 

"Wird weiter Streitfälle geben"

Die Anfang März vom International Football Association Board (IFAB) und vom Weltverband FIFA beschlossenen Regeln sollen ebenfalls helfen, Fehlentscheidungen in Zukunft zu minimieren. Insbesondere die Präzisierungen der Handspielauslegung dienen den Schiedsrichtern als Entscheidungshilfe. "Insgesamt sind nun mehr Fälle explizit beschrieben und eindeutig geklärt. Aber es wird weiter Streitfälle geben", kommentierte DFB-Lehrwart Lutz Wagner. 

Trainer sollen nach vierter Gelber Karte gesperrt werden

Die Deutsche Fußball Liga plant künftig eine Sperre für Bundesliga-Trainer nach der vierten Gelben Karte. Das DFL-Präsidium werde einen entsprechenden Antrag der Generalversammlung der 36 Profivereine am 21. August in Berlin vorlegen, kündigte Ansgar Schwenken, DFL-Direktor für Fußball-Angelegenheiten und Fans, am Montag bei einem Medienworkshop in Köln an. 

Bislang war über eine Sperre bereits nach drei Gelben Karten spekuliert worden. Mehrere Bundesliga-Trainer hatten die Einführung der neuen Regel heftig kritisiert und Sorgen geäußert, durch diese in ihrer Arbeit behindert zu werden. Schwenken betonte nun, es gehe nicht um Disziplinierung, sondern den vernünftigen Umgang miteinander. Eine Verwarnung solle künftig erst nach vorhergehenden Ermahnungen durch den Vierten Offiziellen und den Schiedsrichter ausgesprochen werden. 

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