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Rassismus-Skandal: Tönnies lässt Amt ruhen

Umstrittene Äußerungen - Schalke-Böss Tönnies lässt Amt ruhen

Der Schalker Vereinschef Clemens Tönnies lässt sein Amt nach seinen als rassistisch kritisierten Äußerungen für drei Monate ruhen.
© dpa

Der Schalker Vereinschef Clemens Tönnies lässt sein Amt nach seinen als rassistisch kritisierten Äußerungen für drei Monate ruhen.

Der Schalker Vereinschef Clemens Tönnies lässt sein Amt nach seinen als rassistisch kritisierten Äußerungen für drei Monate ruhen. Das teilte der Fußball-Bundesligist nach einer Sitzung des Ehrenrates mit. Das Gremium kam demnach nach einer mehrstündigen Sitzung zu dem Ergebnis, dass der erhobene "Vorwurf des Rassismus unbegründet ist", wie es auf der Homepage des Clubs hieß. Vorzuwerfen sei dem 63-Jährigen allerdings, "gegen das in der Vereinssatzung und im Leitbild verankerte Diskriminierungsverbot verstoßen zu haben". Dies habe er eingeräumt und "ein weiteres Mal sein Bedauern zum Ausdruck gebracht", teilte der Verein aus Gelsenkirchen weiter mit. 

Ehrenrat: "Vorwurf des Rassismus unbegründet"

Tönnies hatte beim Tag des Handwerks in der Vorwoche in Paderborn Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren", hatte Tönnies gesagt.Nach drei Monaten wolle der Unternehmer seine Tätigkeit im Schalke-Aufsichtsrat wieder aufnehmen, hieß es in dem Statement. 

DFB-Ethikkommission bleibt dran

Die DFB-Ethikkommission wird sich auch nach der Entscheidung des Schalker Ehrenrats noch mit den Aussagen von Clemens Tönnies beschäftigen. Der Vorsitzende des Gremiums, Nikolaus Schneider, bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass der Fall weiterhin auf der Agenda für die nächste Sitzung am 15. August steht. Die Kommissionsmitglieder könnten aber auch zügig entscheiden, das Thema für sich zu den Akten zu legen. 

Die DFB-Ethikkommission kann selbst kein Urteil fällen. Das dreiköpfige Gremium kann lediglich Anklage erheben, über die dann die DFB-Gerichtsbarkeit entscheiden muss. 

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