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Attacke auf Schiri: Opfer äußert sich

Nach Attacke auf Schiedsrichter - Betroffener äußert sich bei Facebook

"Das war ein Angriff auf unseren Amateurfußball!" Der bei einem Kreisliga-Spiel im Kreis Darmstadt-Dieburg niedergeschlagenen Amateur-Schiedsrichter hat sich jetzt bei Facebook geäußert. Er sei auf dem Weg der Besserung und habe das Krankenhaus verlassen.

Nach dem Angriff auf einen Schiedsrichter bei einem Kreisliga-Fußballspiel am vorletzten Sonntag im Kreis Dieburg hat sich der Betroffene Schiri in einem Facebook-Posting zu Wort gemeldet und sich für die zahlreiche Unterstützung durch Freunde, Offizielle und andere Spieler und Vereine bedankt.

"Es war ein Angriff durch eine einzelne Person"

Danach findet er aber auch klare Worte zur Tat: "Es war nicht nur ein Angriff auf mich als Schiedsrichter. Das war ein Angriff auf unseren Amateurfußball." Allerdings sei der Angriff durch eine einzelne Person erfolgt, von Angriffen auf den Verein oder die Familie des Täters distanziere er sich ausdrücklich.

Keine politische Instrumentalisierung

Ebenso distanziere er sich von einer Debatte über die Herkunft des Spielers und eine politische Instrumentalisierung des Vorfalls: "Für mich macht die Herkunft keinen Unterschied. Ich glaube nicht, dass die AFD das Problem für die Gewalt auf unseren Sportplätzen ist, die AFD ist aber bestimmt auch nicht die Lösung!", schreibt er in seinem Posting.

Der Unparteiische war am Sonntag vergangener Woche in der Partie FSV Münster gegen TV Semd in der C-Liga Dieburg von einem Spieler der Gastgeber bewusstlos geschlagen worden und musste mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden. Er erlitt eine Gehirnerschütterung.

Das Posting im Wortlaut

Udo Czekala, Vater des verletzten Schiedsrichters

im Gespräch mit Julia und Daniel in "Guten Morgen, Hessen"

Münsters Vorsitzender Hans-Peter Samoschkoff zur Mannschaftsabmeldung

Mannschaft aus Spielbetrieb abgezogen

Derweil hat der FSV Münster seine Mannschaft aus dem laufenden Spielbetrieb abgemeldet. Zudem erhält der Spieler, der den Referee bewusstlos geschlagen hat, nach Angaben des Vereinsvorsitzende Hans-Peter Samoschkoff ein lebenslanges Hausverbot. Der Spieler habe seinen Fehler inzwischen eingesehen, für Samoschkoff aber zu wenig: "Er kann sich vor Gericht entschuldigen, aber hier ist die Zeit für ihn vorbei." Dem 28-Jährigen drohen jetzt auch weitere Strafen: Der Schiedsrichter hat die Möglichkeit, den Spieler zu verklagen, außerdem wird er möglicherweise den Hubschraubereinsatz bezahlen müssen.

Beuth fordert lebenslange Sperre

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) hat angesichts der jüngsten Attacke auf den Amateur-Schiedsrichter eine lebenslange Sperre für Täter gefordert, die Referees bewusstlos prügeln. "Es ist erschreckend, wenn unsere Schiedsrichter, die das im Ehrenamt machen, Opfer von Prügelattacken werden. Wer auf dem Fußballplatz die Fäuste fliegen lässt und den Schiri bewusstlos schlägt, sollte nie wieder auf den Platz zurückkehren dürfen", wiederholte Beuth heute in Wiesbaden.

Samoschkoff über mögliche Konsequenzen für den Spieler

Münsters 2. Vorsitzender Axel Wandinger am FFH-Mikro

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