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Eintracht Frankfurt: Finanzielle Vollbremsung

Einbußen Eintracht Frankfurt - Bobic: " Müssen Vollbremsung machen"

© Foto: FFH

Die Hiobsbotschaften verkündete Fredi Bobic erstaunlich gelassen, offen und ehrlich. "Seit dem Lockdown haben wir in den vergangenen drei Monaten einen Einnahmeverlust von 20 Millionen Euro. Das hat ein Loch gerissen", sagte der Sportchef vom Bundesligisten Eintracht Frankfurt am Mittwoch auf einer Pressekonferenz, bei der er sich 86 Minuten Zeit für Rede und Antwort nahm. Außerdem rechne er bis Jahresende nur mit einem Umsatz von 140 Millionen Euro, nachdem zuletzt im Geschäftsjahr 2019/20 einen Rekordumsatz von 280 Millionen Euro erwirtschaftet worden sei."Die 300 Millionen wollten wir knacken, aber dann kam ein Gegner mit dem Namen Covid-19 und wir sind bei 280 Millionen stehen geblieben", sagte Bobic. "Wir stehen vor brutalen Herausforderungen und wollen eine Vollbremsung hinlegen."

Bobic: " Wir stehen vor brutalen Herausforderungen"

Es werde Investitionsstopps in gewissen Bereichen geben und neue Gespräche mit den Fußballprofis über einen weiteren Gehaltsverzicht in den kommenden Monaten.Auch bei den Ein- und Verkäufen von Spielern werde man erst einmal abwarten. "Wir lassen uns nicht verrückt machen", meinte er. "Wir sind in den letzten Jahren gesund und organisch gewachsen. Deshalb federn wir das vielleicht etwas eleganter ab, als einige Konkurrenten in der Bundesliga." Dennoch hoffe er, so schnell wie möglich wieder Fans im Stadion begrüßen zu können, damit es "die Chance gibt, wieder unbeschwerter in die Zukunft zu gehen".

Die Planung des neuen Kaders für die kommenden Saison ist für ihn in dieser Situation schwer. "Wir können jetzt ja nicht wie verrückt in neue Spieler investieren und gleichzeitig müssen sie auf Gehalt verzichten", erläuterte Bobic. Dabei seien zurzeit unfassbar viele Spieler auf dem Markt. "Wir lassen uns nicht verrückt machen."Erstmal werde kein Spieler verkauft und keiner wird gekauft. "Wir sind mit den Spielern zufrieden und sind konkurrenzfähig mit ihnen. Das haben wir auch gezeigt", meinte der 48-jährige Ex-Nationalstürmer. "Wir wollen uns punktuell verbessern, aber da müssen wir geduldig sein. Es wird zäh werden, das Transferfenster ist bis zum 5. Oktober offen." Es gebe schon ein paar Spieler, bei dem man gerne zuschlagen würde, "wenn das Geld nicht da ist, kannst du aber nicht einkaufen".

Neuer Vertrag mit Cheftrainer Adi Hütter im August

Dennoch will er schon bald doch einige personelle Weichen stellen. Dazu gehört die Verlängerung des 2021 auslaufenden Vertrages mit Cheftrainer Adi Hütter. "Im Juli oder August werden wir uns zusammensetzen", berichtete Bobic. "Er sieht es auch ganz entspannt. Ich habe da keine Sorgen. Wir wissen, was wir an ihm haben und er ist glücklich bei der Eintracht. Es passt mit ihm."Gelassen ist er auch bei einer anderen Personalie: Filip Kostic, dem besten der Eintracht-Spieler in der vergangenen Saison. Trotz wirtschaftlicher Sorgen sei es kein Muss, den Serben zu verlaufen. "Ich sage nicht, dass er weg muss", betonte Bobic. Nach dem Urlaub werde man sehen. Allerdings schließt er auch einen Verkauf von Kostic nicht aus, wenn "eine entsprechende Zahl" dahinter stehe. Unbedingt halten möchte er den Japaner Daichi Kamada über die nächste Saison hinaus halten. "Wir haben mit den Beratern gesprochen, alles liegt auf dem Tisch", so Bobic.

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