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Proteste in New York: Supreme Court macht Abtreibungsverbot möglich

Proteste in den USA - Weg für völliges Abtreibungsverbot frei

© dpa

Abtreibungsrechtsaktivisten versammeln sich nach der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, Roe v. Wade zu kippen, zu einer Protestkundgebung am Union Square in New York. 

Vor einem halben Jahrhundert feierten Frauen überall in den USA ein Abtreibungsurteil des Obersten Gerichtshofs. Bis heute galt die Entscheidung als Meilenstein, weil sie Abtreibungen bis zur Lebensfähigkeit des Fötus erlaubte. Nun ist sie Geschichte.

Der Supreme Court der USA hat mit einer wegweisenden Entscheidung das liberale Abtreibungsrecht des Landes gekippt. Der mehrheitlich konservativ besetzte Supreme Court machte damit den Weg für strengere Abtreibungsgesetze frei - bis hin zu kompletten Verboten in einzelnen US-Staaten.

Schwangerschaftsabbrüche in einigen Bundesstaaten bereits verboten

Nach der historischen Entscheidung des Obersten Gerichtshofs sind in etlichen US-Bundesstaaten bereits weitgehende Abtreibungsverbote in Kraft getreten. In Staaten wie Arkansas, Kentucky oder Louisiana sind Abtreibungen nun nicht mehr erlaubt - auch nicht bei Vergewaltigungen oder Fällen von Inzest. Ausnahmen gibt es in der Regel nur für medizinische Notfälle. 

Ex-Präsident Trump feiert Supreme Court-Entscheidung

Ex-Präsident Donald Trump hat die Supreme-Court-Entscheidung gegen das liberale Abtreibungsrecht als "Gewinn für das Leben" gelobt. Die Entscheidung sei nur möglich gewesen, weil er drei konservative Richter an das Oberste Gericht berufen habe. "Es war mir eine große Ehre, das zu tun", schrieb er in einer Mitteilung. Trotz der "radikalen Linken" bestehe noch Hoffnung, das Land zu retten.

Biden nennt Abtreibungsurteil "tragischen Fehler"

US-Präsident Biden hat die historische Entscheidung als "tragischen Fehler" bezeichnet. "Es ist meiner Ansicht nach die Verwirklichung einer extremen Ideologie und ein tragischer Fehler des Obersten Gerichtshofs", sagte Biden in Washington. "Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, um diesen zutiefst unamerikanischen Angriff zu bekämpfen." Der US-Kongress müsse jetzt handeln, um in der Sache das letzte Wort zu haben. "Es ist nicht vorbei", so Biden.

Proteste für Abtreibungen in New York

Nach der historischen Entscheidung des Obersten Gerichtshofs haben mindestens 1000 Menschen in New York für das Recht auf Abtreibung demonstriert. Protestierende im Washington Square Park in Manhattan hielten Schilder mit Aufschriften wie "Mein Vergewaltiger hat mehr Rechte als ich" in die Höhe und skandierten Slogans wie etwa "Abtreibung ist ein Menschenrecht". Mehrere Frauenrechtsorganisationen hatten in der liberalen US-Ostküstenmetropole zu Protesten aufgerufen.

Im liberaleren New York und anderen Staaten wird das Recht auf Abtreibung aber bestehen bleiben.

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