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Sanktionen drohen: Deutschland verzichtet bei WM auf "One-Love"-Binde

FIFA droht mit Sanktionen - Deutschland bei WM ohne "One-Love"-Binde

© dpa

Manuel Neuer wird bei der WM nun doch ohne die "One-Love"-Kapitänsbinde auflaufen.

Kapitän Manuel Neuer wird bei den WM-Spielen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Katar nun doch nicht mit der "One-Love"-Kapitänsbinde auflaufen.

Der Deutsche Fußball-Bund und die anderen an der Aktion für Gleichberechtigung und Meinungsfreiheit beteiligten Verbände würden wegen angedrohter FIFA-Sanktionen auf das Symbol verzichten, teilte der DFB am Montag mit. Unter anderem drohte die FIFA damit, das jeder mit der Binde auflaufende Spieler mit einer Gelben Karte bestraft werde.

"Wir sind sehr frustriert"

"Die FIFA hat sehr deutlich gemacht, dass sie sportliche Sanktionen verhängen wird, sollten unsere Kapitäne die Armbinden auf dem Platz tragen. Dies ist in der Geschichte der Weltmeisterschaften ein einmaliger Vorgang", hies es in einer Stellungnahme der beteiligten Verbände. Weiter heißt es: "Als nationale Verbände können wir unsere Spieler nicht in eine Situation bringen, in der sie mit sportlichen Sanktionen, wozu auch Verwarnungen gehören, rechnen müssen. Deshalb haben wir die Spielführer gebeten, die Armbinden bei Spielen der FIFA-Weltmeisterschaft nicht zu tragen". Über dieses Vorgehen der FIFA seien die Verbände "sehr frustriert".

Bierhoff: "Fühlt sich nach Zensur an"

Die Spitze des Deutschen Fußball-Bundes hat das FIFA-Verbot für die "One Love"-Kapitänsbinde von Manuel Neuer scharf kritisiert. "Es handelt sich aus meiner Sicht um eine Machtdemonstration der FIFA", sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf am Montag im Teamquartier in Norden Katars. "Das ist aus unserer Sicht mehr als frustrierend und auch ein beispielloser Vorgang der WM-Geschichte." DFB-Geschäftsführer Oliver Bierhoff äußerte, es fühle sich "schon stark nach Zensur an".

Neuendorf: "Wollen das nicht auf dem Rücken der Spieler austragen"

Der WM-Erfolg darf nicht in Gefahr geraten. Das war für den DFB-Chef, Bierhoff und sicher auch für Flick klar. Die Konsequenzen wären nicht mehr kalkulierbar gewesen. "Wollen wir die Mannschaft, wollen wir unseren Kapitän einem solchen Risiko aussetzen, dass wir sportlich sanktioniert werden? Das wollen wir nicht auf dem Rücken der Spieler austragen", argumentierte Neuendorf.

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