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Das sind die neuen Corona-Maßnahmen im Überblick

Teil-Lockdown ab Montag - Das sind die neuen Maßnahmen im Überblick

© dpa

28.10.2020, Berlin: Bundeskanzlerin Angela Merkel (mitte), Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (rechts) und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (links) nach den Beratungen zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie.

Bund und Länder haben sich auf neue "harte und belastende Maßnahmen" geeinigt - um die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen. Sie sollen am 2. November in Kraft treten - und vorerst bis Monatsende gelten.

Es gehe darum, eine akute nationale Gesundheitsnotlage zu vermeiden. "Die Kurve muss wieder abflachen", sagte Bundeskanzlerin Merkel nach den Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder deutlich. Man brauche jetzt im November eine befristete "nationale Kraftanstrengung". 

Merkel: "Wir brauchen jetzt eine befristete nationale Kraftanstrengung"

Merkel: "Bisherige Hygienekonzepte reichen im Augenblick nicht mehr aus"

Bouffier: "Bin zuversichtlich, was Weihnachten betrifft."

Das sind die neuen Maßnahmen im Überblick:

Gastronomie: Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen werden geschlossen. Erlaubt sind aber weiter Lieferdienste und Essen zum Mitnehmen. Auch Kantinen dürfen geöffnet bleiben. 

Schulen und Kindergärten: Schulen und Kindergärten sollen trotz der stark steigenden Corona-Zahlen auch im November verlässlich geöffnet bleiben. 

Einzelhandel: Der Groß- und Einzelhandel soll geöffnet bleiben. Allerdings soll sich in den Geschäften nicht mehr als ein Kunde pro zehn Quadratmeter aufhalten dürfen. Zuvor war die Rede von 25 Quadratmetern gewesen.

Dienstleistungen: Kosmetikstudios, Massagepraxen und Tattoo-Studios werden geschlossen, weil hier der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Medizinisch notwendige Behandlungen etwa beim Physiotherapeuten oder Fußpflege sind weiter möglich. Auch Friseure bleiben geöffnet.

Hotels & Co.: Die Bürger sollen auf private Reisen, Tagesausflüge und Verwandtenbesuche verzichten - auch im Inland. Hotels und Pensionen dürfen keine Touristen mehr aufnehmen.

Öffentlichkeit, Feiern: In der Öffentlichkeit dürfen sich nur noch Angehörige zweier Haushalte treffen - maximal zehn Personen. Bislang durften sich in Hessen bis zu zehn Menschen aus verschiedenen Haushalten in der Öffentlichkeit treffen.

Freizeit: Freizeiteinrichtungen werden geschlossen. Dazu gehören Theater, Opern, Konzerthäuser, Messen, Kinos, Freizeitparks, Saunen, Spielhallen, Spielbanken oder Wettannahmestellen. Alle Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, werden untersagt. Auch Bordelle müssen nach wie vor geschlossen bleiben.

Gottesdienste: Gottesdienste sollen weiterhin erlaubt sein. Allerdings müssten die Hygienekonzepte unbedingt eingehalten werden.

Sport: Fitnessstudios, Schwimm- und Spaßbäder werden geschlossen. Der deutsche Profisport darf im November nur ohne Zuschauer ausgetragen werden, das gilt auch für die Fußball-Bundesliga. Der Amateursportbetrieb wird eingestellt, Vereine dürfen also nicht mehr trainieren. Individualsport, also etwa alleine oder zu zweit joggen gehen, ist weiter erlaubt.

Heimarbeit: Unternehmen sollen ihren Beschäftigten das Arbeiten im Home-Office ermöglichen, wo immer dies umsetzbar ist.

Hilfen für Unternehmen: Betriebe, Selbstständige und Vereine, die von den neuen Corona-Regeln besonders betroffen sind, bekommen große Teile ihres Umsatzausfalls ersetzt. Bei Firmen mit maximal 50 Mitarbeitern gleicht der Bund 75 Prozent aus, bei größeren wird nach EU-Beihilferecht entschieden.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier im Interview mit FFH-Reporter Peter Hartmann:

Ministerpräsident Volker Bouffier im FFH-Interview

Die harten Corona-Maßnahmen gelten nach Angaben von Bundeskanzlerin Merkel in ganz Deutschland. Alle müssten sie durch Allgemeinverordnungen umsetzen, sagte Merkel. Das hessische Corona-Kabinett will die Umsetzung der Beschlüsse am Donnerstag auf den Weg bringen. Ministerpräsident Bouffier warb für die teils strikten Maßnahmen: Das Entscheidende sei, dass es gerade in der jüngsten Zeit ein explosionsartiges Infektionsgeschehen gegeben habe. "Die Lage ist ernst", sagte er. 

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