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Schon heute fahren keine Busse mehr in Wiesbaden

Vor Warnstreik morgen - Schon heute keine Busse mehr in Wiesbaden

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Symbolbild

In Wiesbaden fahren heute keine Busse. Das hat die Verkehrsgesellschaft ESWE jetzt überraschend mitgeteilt. Eigentlich hatte Verdi die Fahrer erst für morgen zu einem Warnstreik aufgerufen.

Die Geschäftsführung hat jetzt allerdings in einem Informationsblatt geschrieben, man beuge sich dem Streik und stelle jetzt den Fahrbetrieb bis Dienstende am Samstag vollständig ein.

Die Gewerkschaft Verdi hatte für heute eigentlich nur die Mitarbeiter in der Verwaltung und den Werkstätten zur Arbeitsniederlegung aufgerufen, nicht aber das Fahrpersonal. Erst Morgen sollten sich daran auch die Fahrer beteiligen.

Heute schon Streik wegen Corona-Hygienevorgaben

Ein großer Teil der Belegschaft aus dem technischen Bereich sei dem Streikaufruf am Donnerstag bereits gefolgt. Deshalb könnten bestimmte in der Corona-Pandemie erforderlichen Arbeiten nicht durchgeführt werden, wie die Innenreinigungen und Desinfektion der Busse und auch Tankvorgänge, heißt es von ESWE zur Begründung. So sehe man sich nicht in der Lage, den Busbetrieb heute und morgen aufrecht zu erhalten.

Nach aktuellen Informationen fahren demnach aber S-Bahnen, die Rheingaulinie und auch die Ländchesbahn innerhalb Wiesbadens beziehungsweise zwischen Mainz und Wiesbaden planmäßig. Gleiches gelte auch für die Regionalbuslinien in Wiesbaden. 

FFH-Reporter Konrad Neuhaus in Wiesbaden

Warnstreik bei Bus und Bahn am Samstag auch in anderen Städten

Morgen gibt es dann auch neben Wiesbaden Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr bei den Bussen in Marburg, den Bussen und Bahnen in Kassel und bei den U-Bahnen und Straßenbahnen in Frankfurt. 

Streiks an Adventssamstagen drohen

Verdi will damit nach eigenen Angaben ein Zeichen in den festgefahrenen Tarifverhandlungen mit dem kommunalen Arbeitgeberverband setzen. Sollte es bei der nächsten Verhandlungsrunde am 24. November kein „deutlich verbessertes Angebot“ geben, drohen auch Warnstreiks an den Adventssamstagen.

Forderungen der Gewerkschaft

Verdi fordert unter anderem, dass die Entgelttabelle um drei Entgeltgruppen nach oben verschoben wird, dass die Covid-Prämie aus dem Tarifabschluss des Öffentlichen Dienstes übernommen wird und bis zu fünf Entlastungstage je nach Betriebszugehörigkeit.

Verdi-Streikleiter und Verhandlungsführer Jochen Koppel

Das waren die "schlimmsten" Tarifverhandlungen, auch wegen Corona

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