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Testimpfung: Auf dem Weg zum Corona-Impfstoff

Testimpfung in Frankfurt - Auf dem Weg zum Corona-Impfstoff

Es dürfte eine der am sehnlichsten erwarteten Nachrichten des Jahres gewesen sein: Die ersten Corona-Impfstoffe sind auf dem Weg zur Fertigstellung und die Testergebnisse sind ermutigend, sprechen von über 90 Prozent Wirksamkeit. Bis zur endgültigen Freigabe müssen aber noch weitere Tests durchgeführt werden, auch im FFH-Land.

Hinter eine dicken Labortür, gesichert mit einer Alarmanlage lager er bei -70 Grad Celsius: Der Corona-Impfstoff vom Mainzer Unternehmen BioNTech. Hier im Frankfurter Institut für klinische Forschung wird er getestet - das Institut ist Teil der Impfstoffstudie, die für die Zulassung benötigt wird. Insgesamt 104 Patienten nehmen hier an der Studie teil, sind bereit sich den experimentellen Impfstoff spritzen zu lassen. Natürlich habe man schon etwas Respekt davor, sagt uns Studien-Teilnehmer Tom Nickel, aber irgendwer müsse es ja machen: "Wenn es nicht irgendwer riskiert, wie sollen wir dann wieder irgendwann normal leben können?".

Bisher keine Komplikationen

Derzeit bekommen die Patienten die zweite Dosis, die erste Spritze gab es vor rund drei Wochen - Komplikationen sind bisher nicht aufgetreten, berichtet der betreuende Arzt Dr. Andreas Eich: "Es wird relativ gut vertragen! Keiner der Patienten hat die zweite Impfung verweigert, weil es ihm zu heftig gewesen sei." Allerdings, ob der Impfstoff wirklich so gut verträglich sei, wie es bisher den Anschein hat, könne man jetzt noch nicht mit Sicherheit sagen.

Das sagen Arzt und Probanden

Corona-Impfstudie in Frankfurt

FFH-Reporter Yanik Schick hat einen Patienten begleitet

Das sind die Erfahrungen mit dem Corona-Impfstoff

Arzt Dr. Andreas Eich vom Institute für Klinische Forschung

So funktioniert die Impfstudie

Aber wie genau funktioniert eine solche Impfstudie eigentlich? Wie lässt sich feststellen, ob der Corona-Impfstoff wirklich wirkt? Schließlich wäre es kaum vertretbar Menschen absichtlich mit dem Virus zu infizieren. Darum wird eine sogenannte Blindstudie durchgeführt. Das heißt nur die Hälfte der 104 Probanden bekommt den echten Impfstoff, der Rest bekommt ein wirkungsloses Placebo gespritzt. Dabei wissen die Testpersonen nicht, zu welcher Gruppe sie gehören. Danach werden sie gebeten, einfach ihr normales Leben weiter zu führen.

Zum Abschluss der Studie wird dann ausgewertet, wie viele Personen, die den echten Impfstoff erhalten haben, an Corona erkrankt sind und wie viele, die die wirkungslose Spritze bekommen haben. Gibt es hier deutliche Unterschiede, das heißt gibt es bei den tatsächlich geimpften Personen viel weniger Krankheitsfälle, als bei der anderen Gruppe, so ist der Beweis erbracht, dass der Impfstoff wirkt.

Marc Adler

Autor
Marc Adler

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