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Armut in Hessen verschärft sich

Über Bundesdurchschnitt - Armut in Hessen verschärft sich

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Symbolbild

Die Armut lag 2019 in Hessen erneut über dem Bundesdurchschnitt und erreicht damit einen neuen Höchststand. Das berichtet der Paritätische Wohlfahrtsverband Hessen.

Der stetige Anstieg sei schon vor der Corona-Pandemie ungebrochen gewesen und werde durch die Corona-Krise noch einmal drastisch verstärkt. Nach dem Armutsbericht, den der Paritätische Gesamtverband jetzt veröffentlicht hat, ist die Armut in Hessen seit 2006 um mehr als ein Drittel gewachsen, so stark wie in keinem anderen Bundesland.

Hessen auf Platz 7

Damit blieb Hessen im Armutsranking der Bundesländer auf Platz sieben - hinter Rheinland-Pfalz und vor Thüringen. Bundesweit lag die Quote bei 15,9 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung.

Immer mehr Niedriglohnjobs 

Demnach werden immer mehr Menschen arm, obwohl sie Arbeit haben. Ursache sei der ausufernde Niedriglohnsektor. Besonders negativ ist der Trend in Südhessen und im Rhein-Main-Gebiet: Hier habe sich die Armutsquote seit 2006 fast verdoppelt.

Weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens

Armut wird in Deutschland über das Haushaltseinkommen und die daraus folgenden Möglichkeiten an gesellschaftlicher Teilhabe definiert. Wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat, ist nach Einschätzung des Sozialverbands von Armut betroffen. Für die Armutsquote werden dem Bericht zufolge alle Personen gezählt, die in Haushalten leben, deren Einkommen diese Grenze unterschreitet. Basis waren unter anderem bereits veröffentlichte Daten des Statistischen Bundesamts.

Armutsschwelle ab 1074 Euro

Bei uns gilt als arm, wer etwa als Alleinstehender weniger als 1074 Euro im Monat zur Verfügung hat. Bei einem Paar ohne Kinder sind das 1611 Euro. Alleinerziehende mit einem Kind unter 14 Jahren gelten nach dieser Definition als armutsgefährdet, wenn sie weniger als 1396 Euro monatlich zur Verfügung haben. Bei einem Paar mit zwei Kindern unter 14 Jahren sind es 2256 Euro.

Marc Wilhelm

Reporter
Marc Wilhelm

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