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Corona-Krise: Jeder vierte Betrieb plant Jobbabbau

Corona-Krise in Hessen - Jeder vierte Betrieb plant Jobabbau

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Hessen: Im Gastgewerbe und der Reisewirtschaft fürchten mehr als 20 Prozent der Betriebe das wirtschaftliche Aus.

 

Die Hälfte der hessischen Betriebe verschiebt oder streicht Investitionen infolge der Corona-Krise. Jedes vierte Unternehmen plant einen Stellenabbau. Das zeigt eine Umfrage des hessischen Industrie- und Handelskammertags (HIHK) unter mehr als 1.100 Unternehmen.

Gastgewerbe und Reisewirtschaft besonders betroffen

Demzufolge hat jedes dritte hessische Unternehmen in diesem Jahr einen Umsatzrückgang von mehr als 25 Prozent zu verkraften. Jedes vierte Unternehmen beklagt aktuell Liquiditätsengpässe. Eine drohende Insolvenz sehen 8 Prozent der befragten hessischen Betriebe auf sich zukommen. Im Gastgewerbe und der Reisewirtschaft fürchten sogar mehr als 20 Prozent das wirtschaftliche Aus.

Fast die Hälfte braucht staatliche Hilfe 

Zwar bewerten 42 Prozent der befragten hessischen Betriebe ihre Finanzlage als gut. Dies spricht laut HIHK für die Widerstandskraft der hessischen Wirtschaft und die Wirksamkeit der Hilfsmaßnahmen. Doch auch vier von zehn hessische Betriebe nehmen staatliche Hilfen in Anspruch, vor allem das Kurzarbeitergeld. „Die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen kommen an, können das ausfallende Wirtschaften aber nur in Teilen kompensieren. Staatshilfen halten über Wasser, geben aber keine Zukunft. Alle Hilfsprogramme können das tatsächliche Wirtschaften nicht ersetzen“, sagte Robert Lippmann, Geschäftsführer des HIHK.

Entspannung seit Juni nicht für jedes Unternehmen

Die im Juni begonnene Entspannung der wirtschaftlichen Situation erreiche nicht alle Unternehmen gleichermaßen: Jedes zweite hessische Unternehmen verzeichnet aktuell weniger Nachfrage. Jeder vierte Betrieb steht komplett oder in wesentlichen Teilen still. Ebenso viele Unternehmen beklagen ausfallende oder fehlende Mitarbeiter. Mit Blick auf die noch kommenden Wintermonate seien dies alarmierende Zeichen, meint Lippmann.

Betriebe fordern Entlastung bei Bürokratie 

Von der Politik wünschen sich Hessens Betriebe neben finanziellen Maßnahmen eine zukunftsorientierte Rahmensetzung. 60 Prozent der Betriebe fordern Bürokratieentlastung. Jedes dritte Unternehmen möchte, dass die Politik die Digitalisierung vorantreibt. Auch, weil Hessens Unternehmen selbst beim Thema Digitalisierung Schwung nehmen. Knapp 30 Prozent befürworten ein generelles staatliches Konjunkturprogramm sowie eine Ausweitung des steuerlichen Verlustrücktrages.

Ein in Zeitraum und Höhe ausgeweiteter Verlustrücktrag könne Unternehmen dringend erforderliche Liquidität beschaffen. Zudem hätte er laut HIHK den Vorteil, einerseits branchenübergreifend zu sein und andererseits dort zu wirken, wo eigentlich leistungsfähige Betriebe tatsächlich Verluste erlitten.

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