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Die wichtigsten Antworten zur Corona-Impfung

Hessens größte Impf-Aktion - FFH beantwortet die wichtigsten Fragen

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Im Kampf gegen die Corona-Pandemie läuft in Hessen die größte Impfaktion in der Geschichte des Landes. Millionen Hessen bekommen - wie auch die anderen Bundesbürger - ein freiwilliges, kostenloses Impfangebot für einen Termin im Impfzentrum oder beim Hausarzt. FFH beantwortet hier die wichtigsten Fragen zum Mammut-Projekt.

Anmerkung: Aufgrund der extrem dynamischen, komplexen Lage erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit und bitten um Verständnis, dass manche Bereiche hier nur angeschnitten werden können. Bei weitergehenden Fragen stehen wir selbstverständlich auf den bekannten Kommunikationswegen zur Verfügung.

Wer wird wann geimpft?

Die Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums, der auch Hessen folgt, sieht untenstehende Auflistung vor. Seit Freitag (23.4.) ist auch die Priorisierungs-Gruppe 3 für Anmeldungen geöffnet. Erst danach sollen alle anderen Menschen geimpft werden - wenn sie dies möchten.

Bundesgesundheitsminister Spahn hat aber angekündigt, dass ab Juni die Impfreihenfolge wohl aufgehoben werden könne, da dann ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehen werde. Kanzleramtschef Helge Braun warnt allerdings vor überzogenen Erwartungen. Auch dann werde es noch Wartezeiten für Impfwillige geben, sagte er der "Augsburger Allgemeinen". Es bleibe trotzdem dabei, dass man bis zum Sommer jedem ein Impfangebot machen könne.

1. Gruppe: Schutzimpfungen mit höchster Priorität

Personen, die in stationären oder teilstationären Einrichtungen sowie in ambulant betreuten Wohngruppen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder tätig sind

  • Über 80-Jährige
  • Personen, die regelmäßig Schutzimpfungen gegen das Coronavirus durchführen
  • Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten sowie
  • Personen, die im Rahmen der ambulanten Pflege begutachten und prüfen
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem sehr hohen Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus tätig sind, insbesondere auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten, in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, in den Impfzentren und in Bereichen, in denen für eine Infektion mit dem Coronavirus relevante aerosolgenerierende Tätigkeiten durchgeführt werden (wie z.B. Bronchoskopie)
  • Personen, die in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Personen behandeln, betreuen oder pflegen, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus besteht - insbesondere in der Onkologie oder Transplantationsmedizin oder im Rahmen der Behandlung schwer immunsupprimierter Patienten

2. Gruppe: Schutzimpfungen mit hoher Priorität

  • Über 70-Jährige
  • Personen mit Trisomie 21 oder einer Conterganschädigung
  • Personen nach einer Organtransplantation
  • Personen mit einer Demenz oder mit einer geistigen Behinderung oder mit schwerer psychiatrischer Erkrankung (bipolare Störung, Schizophrenie, schwere Depression)
  • Personen mit behandlungsbedürftigen Krebserkrankungen
  • Personen mit schweren chronischen Lungenerkrankungen (z.B. interstitielle Lungenerkrankung, COPD, Mukoviszidose), Muskeldystrophien oder vergleichbaren neuromuskulären Erkrankungen, Diabetes mellitus mit Komplikationen, Leberzirrhose oder einer anderen chronischen Lebererkrankung, chronischer Nierenerkrankung oder Adipositas (mit BMI über 40)
  • Personen, bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände im Einzelfall ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus besteht
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen, die nicht in einer Einrichtung leben, die über 70 Jahre alt sind, nach Organtransplantation oder die eine der vorgenannten Erkrankungen oder Behinderung haben
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von Schwangeren
  • Personen, die in stationären oder teilstationären Einrichtungen für geistig oder psychisch behinderte Menschen tätig sind oder im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig geistig oder psychisch behinderte Menschen behandeln, betreuen oder pflegen
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen oder im Rahmen der Ausübung eines Heilberufes mit einem hohen oder erhöhten Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus tätig sind, insbesondere Ärztinnen und Ärzte und Personal mit regelmäßigem Patientenkontakt, Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und in Corona-Testzentren
  • Polizei- und Einsatzkräfte, die im Dienst, etwa bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Erfasst sind auch Soldatinnen und Soldaten, die bei Einsätzen im Ausland einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind
  • Personen, die in Auslandsvertretungen der Bundesrepublik Deutschland oder für das Deutsche Archäologische Institut an Dienstorten mit unzureichender gesundheitlicher Versorgung tätig und infolgedessen einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind
  • Personen, die im Ausland für deutsche politische Stiftungen oder Organisationen und Einrichtungen mit Sitz in der Bundesrepublik Deutschland in den Bereichen Krisenprävention, Stabilisierung, Konfliktnachsorge, Entwicklungszusammenarbeit oder auswärtige Kultur- und Bildungspolitik oder als deutsche Staatsangehörige in internationalen Organisationen an Orten mit unzureichender gesundheitlicher Versorgung tätig und infolgedessen einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind
  • Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege, in Grundschulen, Sonderschulen oder Förderschulen tätig sind
  • Personen im öffentlichen Gesundheitsdienst und in besonders relevanten Positionen zur Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur
  • Personen, die insbesondere in Flüchtlings- und Obdachloseneinrichtungen oder in sonstigen Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe oder in Frauenhäusern untergebracht oder tätig sind 
  • Personen, die im Rahmen der nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag im Sinne des § 45a des Elften Buches Sozialgesetzbuch regelmäßig bei älteren oder pflegebedürftigen Menschen tätig sind

3. Gruppe: Schutzimpfungen mit erhöhter Priorität

  • Über 60-Jährige
  • Personen insbesondere mit folgenden Erkrankungen: behandlungsfreie in Remission befindliche Krebserkrankungen, Immundefizienz oder HIV-Infektion, Autoimmunerkrankungen, rheumatologische Erkrankungen, Herzinsuffizienz, Arrhythmie, Schlaganfall, Asthma, chronisch entzündliche Darmerkrankung, Diabetes mellitus ohne Komplikationen, Adipositas (BMI über 30)
  • Personen, bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände im  Einzelfall ein erhöhtes Risiko für einen schweren  oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus besteht
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen, die nicht in einer Einrichtung leben, die über 60 Jahre alt sind und eine der vorgenannten Erkrankungen haben
  • Personen, die Mitglieder von Verfassungsorganen sind oder in besonders relevanter Position in den Verfassungsorganen, in den Regierungen und Verwaltungen, bei der Bundeswehr, bei der Polizei, beim Zoll, bei der Feuerwehr, beim Katastrophenschutz einschließlich des Technischen Hilfswerks, in der Justiz und Rechtspflege, im Ausland bei den deutschen Auslandsvertretungen, für deutsche politische Stiftungen oder Organisationen und Einrichtungen mit Sitz in der Bundesrepublik Deutschland in den Bereichen Krisenprävention, Stabilisierung, Konfliktnachsorge, Entwicklungszusammenarbeit oder auswärtige Kultur- und Bildungspolitik oder als deutsche Staatsangehörige in internationalen Organisationen tätig sind
  • Wahlhelferinnen und Wahlhelfer
  • Personen, die in besonders relevanter Position in Einrichtungen und Unternehmen der Kritischen Infrastruktur tätig sind, insbesondere im Apothekenwesen, in der Pharmawirtschaft, im Bestattungswesen, in der Ernährungswirtschaft, in der Wasser- und Energieversorgung, in der Abwasserentsorgung und Abfallwirtschaft, im Transport- und Verkehrswesen sowie in der Informationstechnik und im Telekommunikationswesen
  • Beschäftigte, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit niedrigen Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus tätig sind, insbesondere in Laboren und Personal, das keine Patientinnen oder Patienten betreut
  • Personen, die im Lebensmitteleinzelhandel tätig sind
  • Personen, die in Einrichtungen und Diensten der Kinder- und Jugendhilfe und in Schulen, die nicht Grund-, Sonder- oder Förderschulen sind, tätig sind sonstige Personen, bei denen aufgrund ihrer Arbeits- oder Lebensumstände ein deutlich erhöhtes Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus besteht

Warum sollte ich mich impfen lassen?

Die Corona-Impfung schützt vor Covid-19. Alle verfügbaren Impfstoffe haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts eine gute Wirksamkeit, denn Impfstoffe werden nur zugelassen, wenn sie einen substanziellen Schutz bieten.

Der Krankheitsverlauf von Covid-19 variiert in Sachen Symptomatik und Schwere. Möglich ist Lungen- und Organversagen bis hin zum Tod. Ein Teil der PatientInnen hat sich auch Monate nach Beginn der Erkrankung noch nicht erholt und leidet weiter unter schweren Symptomen. Wer erkrankt, kann – auch ohne es zu wissen – Freunde, Kollegen und Familienmitglieder anstecken. Neben den Abstands- und Maskenregeln ist deshalb die Impfung ein wichtiger Baustein, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Die Impfung hilft dem Immunsystem dabei, den Erreger zu bekämpfen.

Wie kann ich mich zur Impfung anmelden?

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Die Anmeldung ist über zwei Wege möglich:

Wer sich registriert, bekommt die Termine für Erst- und Zweitimpfung automatisch per Post oder per E-Mail. In vielen hessischen Städten und Gemeinden gibt es außerdem Corona-Impfbörsen für den Impfstoff von Astrazeneca. Dort können sich über 60-Jährige und andere Personen der ersten beiden Priorisierungsgruppen eintragen lassen und kurzfristig einen Termin bekommen, wenn jemand nicht zu seinem Impftermin kommt.

Abendtermine im Impfzentrum können trotz Ausgangssperre wahrgenommen werden, da es sich um eine medizinische Behandlung handelt.

Wie geht es voran mit den Impfungen beim Hausarzt?

Neben den Corona-Impfzentren laufen seit Anfang April auch Schutzimpfungen in den Hausarztpraxen. Die sind in Hessen laut Gesundheitsminister Klose zwar gut angelaufen, aber vor allem eine immer noch geringe Menge an Impfstoff bremse den Fortschritt.

Bereits mehr als 200.000 Menschen beim Hausarzt geimpft

In den hessischen Arztpraxen haben mehr als 208.000 Menschen eine erste Corona-Schutzimpfung erhalten. Das geht aus den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor (Stand 27.4.). Das Produkt von Astrazeneca spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Bei den Erstimpfungen in hessischen Hausarztpraxen wurden laut RKI rund 168.000 Menschen mit Biontech/Pfizer und etwas mehr als 40.600 mit Astrazeneca geimpft. Nur der Impfstoff von Moderna ist mit 35 Erstimpfungen noch seltener.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, forderte im Redaktionsnetzwerk Deutschland, die in den Impfzentren zurückgehaltenen Reserven für die Zweitimpfung so weit wie möglich aufzulösen. Das sei aufgrund der erwartbaren Liefermengen im zweiten Quartal vertretbar. Alle weiteren ungenutzten Impfdosen sollten so schnell wie möglich an die Arztpraxen weitergegeben werden, verlangte Reinhardt. Dort blieben in der Regel keine Impfstoffe liegen.

Wie viele Menschen wurden bisher geimpft?

Inzwischen haben 26,9 Prozent der Bürger eine Erstimpfung, wie das Bundesgesundheitsministerium am Freitag mitteilte. Schon den vollen Schutz mit einer zweiten Spritze haben 7,7 Prozent (Stand 30.04).

Alle Bundesländer sind bei den Erstimpfungen mittlerweile über beziehungsweise nahe an die 25-Prozent-Marke gekommen. Die höchste Quote hat das Saarland mit 29,8. Hessen liegt mit 25,4 Prozent noch leicht zurück. Den höchsten Anteil an Zweitimpfungen kann Thüringen mit 11,0 Prozent vorweisen. (Stand 30.04., 10.05 Uhr).

Die aktuellen Daten gibt es auf der Seite des Robert Koch-Instituts.

Wie viel Impfstoff welcher Hersteller gibt es?

Zugelassen sind in der EU die Impfstoffe der Hersteller Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson.

Bis zum Ende der Kalenderwoche 7 am 2. Mai wurden 35.713.872 Dosen Impfstoff geliefert. 84,4 Prozent dieser Dosen wurden bis zum 2. Mai 2021 verimpft, so die Zahlen des Impfdashboards.

Die Mengenverhältnisse der ausgelieferten Dosen sind wie folgt: 

  • Biontech/Pfizer 25,3 Mio.
  • Astrazeneca 6,9 Mio.
  • Moderna: 3,1 Mio.
  • Johnson & Johnson: 256.800

Eine aktuelle Übersicht zu den Lieferungen für Deutschland bietet das Impfdashboard, Informationen zu vorgesehenen Impfstoffmengen gibt die Bundesregierung auf ihrer Website.

Impfstoff für Kinder und Jugendliche

Bisher gibt es keine Corona-Impfungen für Jungen und Mädchen unter 16 Jahren. Das soll sich ändern: Der deutsche Impfstoffhersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer haben nach eigenen Angaben bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA die Zulassung ihres Corona-Vakzins für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren beantragt.

Dabei gehe es um die Anpassung und Erweiterung der bestehenden Zulassung auf diese Altersgruppe, teilten die Unternehmen mit. Sobald die EMA die Änderung genehmige, werde die angepasste bedingte Zulassung in allen 27 Mitgliedsstaaten der EU gültig sein.

Die EMA will die Studiendaten im Schnellverfahren bewerten. Ein Ergebnis wird für Juni erwartet. Bei einer Zulassung wäre dies der erste Impfstoff in der EU, mit dem auch 12- bis 15-Jährige gegen Covid-19 geimpft werden können.

Biontech und Pfizer hatten kürzlich mitgeteilt, dass eine klinische Studie in der Altersgruppe von 12 bis 15 Jahren in den USA eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt habe. Die Impfung sei gut vertragen worden. Die Nebenwirkungen hätten jenen in der Altersgruppe von 16 bis 25 Jahren entsprochen, erklärten die Unternehmen.

Parallel dazu läuft die klinische Studie von Biontech und Pfizer zur Wirkung und Sicherheit ihres Corona-Impfstoffs bei Kindern zwischen sechs Monaten bis einschließlich elf Jahren weiter. Biontech geht nach eigenen Angaben davon aus, dass belastbare Daten daraus bis September verfügbar sein werden. Bis die ersten Kinder aus dieser Altersgruppe mit dem Vakzin geimpft werden können, wird es folglich noch dauern, da Biontech/Pfizer erst nach diesem Zwischenschritt einen Zulassungsantrag bei der EMA stellen werden. Dessen Prüfung wird dann voraussichtlich erneut wenige Woche dauern.

Darf man sich den Impfstoff aussuchen?

Eine Wahlmöglichkeit für die kostenlose Impfung gegen das Coronavirus könnte sich laut Innenministerium erst ergeben, wenn eine ausreichende Menge an verschiedenen Impfstoffen für große Teile der Bevölkerung zur Verfügung steht. Bundesgesundheitsminister Spahn hat angekündigt, dass im Juni die Impfreihenfolge wohl aufgehoben werden könne. Ob das gleichbedeutend mit einer Wahlmöglichkeit des Impfstoffs sein wird, ist aber unklar.

Wird die Fahrt zum Impfzentrum für Senioren gezahlt, wenn sie alleine nicht dorthin kommen können?

Über 80-Jährige, die auch nicht mit Unterstützung von Angehörigen, Freunden und sonstigen Diensten ins Impfzentrum kommen können, erhalten die Möglichkeit, zu Hause geimpft zu werden. Das Land hat die Kommunen gebeten, nach Möglichkeit Fahrdienste einzurichten. Aus einem Info-Schreiben an die Senioren geht hervor, dass das Land die Kosten für die Fahrt zum Impfzentrum für solche Menschen übernimmt, die nicht mehr selbst mobil sind, nicht von Angehörigen oder Freunden gebracht werden können und deren Krankenkasse eine Fahrt nicht bezahlt.

Darf ein Pfleger oder Angehöriger mit ins Impfzentrum kommen?

Angehörige oder Betreuer dürfen die Impfberechtigten ins Impfzentrum begleiten. Dies gilt für sämtliche betreuende Personen, die für eine reibungslose Impfung wichtig sind, etwa Alltagshelfer und Übersetzer.

Was muss zur Impfung mitgebracht werden?

Als Nachweis für Anspruch auf eine Impfung müssen Impfwillige den Personalausweis oder einen anderen Lichtbildausweis vorlegen. Daraus soll der Wohnort oder gewöhnliche Aufenthaltsort hervorgehen. Menschen mit chronischen Erkrankungen benötigen ein ärztliches Zeugnis zum Nachweis ihrer Erkrankung. Wer aufgrund einer bestimmten beruflichen Tätigkeit geimpft werden kann, benötigt eine Bescheinigung des Arbeitgebers.

Werden auch Menschen ohne Impfpass geimpft?

Ja. Diesen Personen wird dann eine Impfbescheinigung in Papierform zur Verfügung gestellt.

Ich war bereits an Corona erkrankt. Brauche ich trotzdem eine Impfung?

Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission lauten, dass erkrankte und genesene Patienten zumindest nicht sofort geimpft werden müssen. Man könne von einer Schutzwirkung „für mindestens sechs bis acht Monate“ nach überstandener Infektion ausgehen. Daher sollte bei Genesenen „frühestens sechs Monate“ danach eine Impfung erwogen werden. Es reiche dann eine Dosis mit einem der zugelassenen Impfstoffe.

So läuft die Impfung in Alsfeld ab

FFH-Reporterin Eva-Maria Lauber stellt die Impfstraße in Alsfeld vor

Wo sind die Impfzentren?

In Hessen gibt es 28 Impfzentren - an welchen Standorten sie errichtet wurden, lesen Sie hier. Sie sind unter anderem auch in Sporthallen, Hotels oder sogar auf einem alten Flugplatz. Verantwortlich für die Errichtung sind die Kreise und kreisfreien Städte - örtliche Hilfsorganisationen wie das Technische Hilfswerk (THW) beraten und unterstützen. Für Menschen, die nicht zu einem Impfzentrum gehen können, sollen mobile Teams im Land unterwegs sein.

Kann ich mich auch in einem anderen Bundesland impfen lassen?

Nein, das ist nicht möglich.

Muss ich für die Impfung zahlen?

Die Impfungen gegen das Coronavirus sind kostenlos und freiwillig. "Die Kosten für Aufbau, Betrieb und Abwicklung der Impfzentren werden von Seiten des Landes getragen, wobei der Bund angekündigt hat, sich im Nachgang hälftig beteiligen zu wollen", heißt es aus dem hessischen Innenministerium.

Können sich auch Frauen mit Kinderwunsch impfen lassen?

Ja. Die verfügbaren Impfstoffe wurden nach Angaben des RKI an Erwachsenen – auch Frauen mit Kinderwunsch – getestet und für sicher und wirksam befunden. Zurzeit kursiert eine Fehlinformation. Sie besagt, dass die Impfung die Fruchtbarkeit beeinträchtigen könne. Diese Aussage ist falsch.

Was Frauen mit Kinderwunsch aber beachten sollten, ist die Impfung in der Schwangerschaft selbst. Es gibt derzeit keine systematisch am Menschen erhobenen Daten dazu, ob die Impfung in der Schwangerschaft sicher ist. Das bedeutet nicht automatisch, dass die Impfung nicht sicher ist. Es mangelt nur an Daten, um diese Frage zu beantworten. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) Stand jetzt, Schwangere nicht zu impfen. Eine erfolgte Impfung ist aber kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch. Die Empfehlung ist eine Vorsichtsmaßnahme, kein direkter Hinderungsgrund.

Auch zur Impfung in der Stillzeit liegen nur wenige Daten vor. Stillende Frauen waren aus den Phase 3-Studien ausgeschlossen. Die Stiko hält es für unwahrscheinlich, dass eine Impfung der Mutter während der Stillzeit ein Risiko für den Säugling darstellt.

Wie gut schützt mich die Impfung?

Nicht nur die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna, sondern auch die von Astrazeneca und Johnson & Johnson bieten einen sehr hohen Schutz vor einer schweren Corona-Erkrankung. Die Wirksamkeit dieser vier in Deutschland zugelassenen Corona-Impfstoffe ist mittlerweile in mehreren Studien nachgewiesen. Aber: Eine kleine Restwahrscheinlichkeit, dass man an Covid-19 erkrankt, besteht auch nach der vollständigen Impfung. Auch wie lange der Impfschutz anhält, muss noch genauer erforscht werden.

Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe nach Angaben des Robert-Koch-Instituts:

  • Biontech/Pfizer: Eine 95 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu erkranken (gemessen sieben Tage nach zweiter Dosis)
  • Moderna: Eine 94,1 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu erkranken (gemessen zwei Wochen nach zweiter Dosis)
  • Astrazeneca: Eine 80 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu erkranken (gemessen 15 Tage nach zweiter Dosis) - und eine 95 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, wegen Covid-19 ins Krankenhaus zu müssen
  • Johnson & Johnson: Eine 65 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu erkranken (nur eine Dosis nötig) - und eine 80 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, wegen Covid-19 ins Krankenhaus zu müssen

Was ist bislang über Nebenwirkungen bekannt?

Wahrscheinlich wird man nach einer Corona-Impfung mindestens eine der leichteren Nebenwirkungen ("Impfreaktionen", z.B. Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen) bemerken. Sie sind ein Hinweis, dass der Körper auf die Impfung reagiert. Die meisten Impfreaktionen sollten nach ein bis zwei Tagen verschwunden sein. Schwerwiegende Nebenwirkungen nach Corona-Impfungen seien weiterhin die absolute Ausnahme, sagt das zuständige Paul-Ehrlich-Institut in Langen.

Der Astrazeneca-Impfstoff wird in Deutschland vorsorglich nur noch eingeschränkt verimpft, seit Ende März grundsätzlich nur noch an Über-60-Jährige. Grund dafür sind sehr seltene Fälle von Thrombosen.

In Hessen können sich Personen, die noch nicht das 60. Lebensjahr vollendet haben, mit dem Wirkstoff der Firma Astrazeneca impfen lassen - auch ohne zu einer der Priorisierungsgruppen zu gehören. Diese Möglichkeit besteht nach den Angaben des Landes Hessen vor allem für Impfungen bei dem jeweiligen Hausarzt. Voraussetzung ist neben der Verfügbarkeit des Impfstoffs die individuelle Bereitschaft der aktuell impfberechtigten Person sowie ein entsprechendes Aufklärungsgespräch des impfenden Arztes sowie und eine individuelle Risikoabwägung. 

Die Empfehlung für Personen, die mit Astrazeneca geimpft wurden: Bei Symptomen wie starken anhaltenden Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, Beinschwellungen, anhaltenden Bauchschmerzen, neurologischen Symptomen oder punktförmigen Hautblutungen, die wenige Tage nach der Impfung auftreten und anhalten, sollten PatientInnen umgehend ärztliche Hilfe aufsuchen.

Nebenwirkungen melden

Nebenwirkungen können Bürger schnell per App melden. Eine vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) programmierte App ist kann in den App-Stores heruntergeladen werden. Eine andere Möglichkeit, Nebenwirkungen zu melden, ist die bestehende Website https://nebenwirkungen.bund.de.

Wirkt die Impfung auch gegen die Corona-Mutationen?

Grundsätzlich bieten die zugelassenen Impfstoffe auch einen Schutz gegen die bekannten Mutanten des Coronavirus. Allerdings gibt es in der Wirksamkeit große Unterschiede. Vor allem gegen die in Deutschland besonders verbreitete britische Corona-Mutante B.1.1.7 schützen die Impfstoffe offenbar gut, heißt es vom Robert-Koch-Institut (Stand 21.4.). Weniger gut ist vermutlich die Wirksamkeit gegen die südafrikanische Variante B.1.351 und die brasilianische Variante P.1.

Welcher Impfstoff vor welcher Variante besser schützt, ist umstritten. Studien und Erfahrungsberichte kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Unter Beobachtung steht auch die Variante B.1.617 aus Indien. Bei ihr wird laut RKI noch intensiv geprüft, ob Geimpfte und Genesene vor einer Ansteckung möglicherweise weniger gut geschützt sind.

Wie viele Menschen müssen geimpft werden, um "normales" Leben zu ermöglichen?

Laut Europäischem Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten müssen rund zwei Drittel der Bevölkerung immunisiert sein, um die Corona-Verbreitung aufzuhalten. Die Weltgesundheitsorganisation nennt ähnliche Werte (ca. 60-70 Prozent der Bevölkerung), ab denen sich das Virus nicht mehr gut verbreiten könne. Offen ist dabei allerdings die Frage, welchen Einfluss Virus-Mutationen auf die Impfstoff-Wirksamkeit haben und wie schnell Impfstoffe daran im Fall der Fälle angepasst werden können.

Lockerungen für Geimpfte

Hessen lockert die Corona-Beschränkungen für vollständig geimpfte Menschen deutlich. "Wer vollständig geimpft ist oder in den letzten sechs Monaten eine Corona-Infektion überstanden hat, wird Negativ-Getesteten gleichgestellt und darüber hinaus bei den Kontaktbeschränkungen künftig nicht mehr mitgezählt", erklärte Ministerpräsident Volker Bouffier in Wiesbaden nach einer Sitzung des Corona-Kabinetts.

Auch die Besuchsbeschränkungen in den Alten- und Pflegeheimen werden für Genesene und Geimpfte in Hessen gelockert: Für diese Personen entfalle die Testpflicht vor dem Betreten der Heime, teilte Bouffier mit. In den Zimmern gebe es für sie keine Maskenpflicht mehr.

Für vollständig Geimpfte entfällt zudem die Testpflicht beim Friseurbesuch und beim Einkaufen. Auch die Quarantäneregeln sind gelockert.

Dem RKI zufolge ist das Risiko einer Übertragung durch Personen, die vollständig geimpft wurden und sich mit dem Coronavirus infizieren geringer als bei Vorliegen eines negativen Antigen-Schnelltests bei symptomlosen infizierten Personen.

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