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Die wichtigsten Infos zu FFP2-Schutzmasken

Besserer Corona-Schutz - Die Infos zu FFP2-Masken & OP-Masken

Mit den neuen Beschlüssen der Corona-Konferenz vom 19. Januar sind einfache Stoffmasken in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften nicht mehr erlaubt. Stattdessen muss eine sogenannte OP-Maske oder noch besser eine FFP2-Maske getragen werden. Doch was unterscheidet diese von einem einfachen Mund-Nasen-Schutz? Warum schützen diese Masken uns und unser Umfeld mehr? Hier findest du alles, was du über die Masken wissen solltest.

FFP2 - Was bedeutet das?

FFP2-Masken sehen ein wenig aus wie auf dem Gesicht getragene Kaffeefilter, bieten aber im Vergleich zu Stoffmasken einen höheren Schutz. FFP ist die Abkürzung für den englischen Begriff „Filtering face piece“. Das bedeutet auf deutsch partikelfiltrierende Halbmasken. Die nachfolgenden Ziffern 1, 2 oder 3 stehen für die entsprechende Schutzstufe. Dabei beschreibt eine höhere Zahl auch jeweils einen größeren Schutz gegen das Einatmen kleinster Partikel wie zum Beispiel Viren, die von anderen Personen ausgeatmet wurden.

Wie erkennt man eine richtige, in Europa zugelassene, FFP2-Maske?

© picture alliance/dpa | Daniel Karmann

Auf FFP2-Masken, die in Europa ordnungsgemäß zugelassen sind, müssen das CE-Zeichen und die DIN-Norm „EN149:2001 + A1:2009“ zu sehen sein. Diese Kennzeichnung garantiert, dass die nötige Schutzwirkung nach europäischen Standards getestet wurde.

Ganz ähnlich sehen auch Masken mit der Bezeichnung KN95 oder N95 aus. Diese sind prinzipiell genauso sicher sind wie FFP2-Masken. Es handelt sich lediglich um ausländische Prüfverfahren und deren Normen. In der bayrischen Verordnung sind Masken, die folgende Normen aufweisen, erlaubt: China "GB2626-2006" KN95 und United States "NIOSH-42CFR84" N95. Ob diese Kennzeichnungen in Hessen ebenfalls zugelassen werden, steht noch nicht fest. 

Dürfen auch KN95 Masken verwendet werden?

Apotheker Stephan Parzefall, Chef der Post-Apotheke in Kassel

Wie oft kann ich eine FFP2-Maske verwenden?

FFP2-Masken sind Einwegprodukte und eigentlich nicht zur Wiederverwendung geeignet.

Im Alltag werden die Masken natürlich, nicht nur aus finanziellen Gründen, meist mehrfach verwendet. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat eine Studie in Auftrag gegeben, die einfache Möglichkeiten zur Desinfektion von Masken überprüft. Es hat sich herausgestellt, dass es manche Methoden ermöglichen, eine FFP2-Maske im Alltag mehrfach zu verwenden. Dazu zählt das Erhitzen im Ofen und das Trocknen bei Raumluft über mehrere Tage. 

Alle Infos zu den verschiedenen Methoden und wie du sie richtig anwendest, findest du hier.

Wetterauer Amtsarzt Reinhold Merbs: "4 Masken im Wechsel"

Was ist beim Aufsetzen einer FFP2-Maske zu beachten?

© picture alliance/dpa | Friso Gentsch

Eine FFP2-Maske erfüllt ihren Zweck nur, wenn sie ordnungsgemäß aufgesetzt wird. Das Ziel ist es, dass die Maske so dicht am Gesicht angelegt wird, dass beim Ein- und Ausatmen keine ungefilterte Luft vorbeiströmen kann.

Wichtig: Jeder Kopf ist unterschiedlich. Es kann sein, dass du erst einige Masken verschiedener Hersteller ausprobieren musst, um eine passende FFP2-Maske zu finden. 

Darauf solltest du beim Anziehen achten:

  • Die Innenseite der Maske sollte nicht berührt werden
  • Überprüfe die Haltebänder und den Sitz der Maske: Achte darauf, dass sie dicht an deinem Gesicht abschließt
  • Passe die Nasenbügel an
  • Atme nach dem Aufsetzen einmal kräftig ein: Die Maske sollte sich deutlich zusammenziehen
  • Behalte die Gesamttragezeit deiner Maske im Auge

Warum schützt eine FFP2-Maske mehr als ein normaler Mund-Nasen-Schutz?

Ein herkömmlicher Mund-Nasen-Schutz verhindert, dass Tröpfchen und Speichel verbreitet werden. Der Träger wird durch die Maske überwiegend vor Flüssigkeiten, jedoch nicht vor Aerosolen geschützt. Dies liegt unter anderem daran, dass die Masken, anders als eine FFP2-Maske, nicht vollständig am Gesicht abschließen. Aerosole können vor allem über die offenen Seiten der Maske entweichen oder eindringen. Eine FFP2-Maske sitzt so dicht, dass dies nicht mehr möglich ist. Das spezielle Material die Maske filtert außerdem die Luft, die rein- und rauskommt.

FFP2-Masken mit Ventil - genauso sicher?

© pixabay.com

FFP2-Masken mit Filter erleichtern das Atem. Trotzdem wird von der Nutzung abgeraten.

Eine FFP2-Maske mit Ventil dient nur zum Eigenschutz. Lediglich die eingeatmete Luft wird gefiltert. Somit wird das Umfeld nicht geschützt und Viren, die ausgeatmet werden, gelangen trotzdem in die Luft. Vom Tragen dieser Masken wird deshalb von zahlreichen Experten abgeraten. 

Verringert ein Bart tatsächlich die Zuverlässigkeit der FFP2-Masken?

Ja. Durch einen Bart kann ungewollt ungefilterte Luft ein- und ausströmen, da die Maske nicht mehr richtig mit dem Gesicht abschließt. Wer also sich und andere richtig schützen möchte, sollte sich überlegen den Bart abzurasieren.

Wo bekomme ich FFP2-Masken her und wie viel kosten sie im Schnitt?

Zertifizierte FFP2-Masken gibt es neben Apotheken außerdem in Drogeriemärkten, teilweise in Supermärkten und natürlich im Onlinehandel zwischen ein und fünf Euro. Achte beim Kauf unbedingt auf die Prüfnummer des Atemschutzes.

Vergünstigte Masken - Wer hat einen Anspruch?

Risikopatienten, also Menschen mit chronischen Erkrankungen oder über 60 Jahre, haben einen Anspruch auf vergünstigte FFP 2-Masken.

Seit dem 1. Januar werden von Krankenkassen Gutscheine für zweimal je sechs Masken mit einem Eigenanteil von jeweils 2 Euro verschickt. Wenn du zur sogenannten Risikogruppe zählst, bekommst du also einen solchen Gutschein per Post zugeschickt, den du anschließend in einer Apotheke einlösen kannst.

OP-Masken: Alle wichtigen Infos

© dpa

3-lagige OP-Masken werden im medizinischen Bereich schon lange benutzt. Sie dienen dazu, das Umfeld des Trägers vor Tröpfchen zu schützen, die dieser beim Sprechen oder Husten ausstößt. 

Achtet beim Kauf von OP-Masken darauf, dass sie ein CE-Zeichen tragen und die Nummer EN 14683 auf der Verpackung vermerkt ist. Diese Nummer bedeutet, dass die Produkte entsprechend der Norm DIN EN 14683 geprüft wurden. 

Außerdem solltet ihr nur chirurgische Masken des Typ II oder IIR kaufen. Das R bedeutet, dass diese Masken besonders gut Flüssigkeiten und Aerosole abweisen. 

OP-Masken sind Einwegprodukte und können nicht gewaschen werden, weil sie sonst ihre Filterwirkung verlieren. Wer seine OP-Maske allerdings nur kurz getragen hat, der kann sie bei Zimmertemperatur zum Austrocknen aufhängen. Am effektivsten ist es, wenn ihr die getragenen OP-Masken eine Woche lang trocknen lasst, also pro Tag mindestens eine neue Maske verwendet und so eine feste Rotation habt, bis die Masken im Restmüll landen. 

Für Kinder gibt's übrigens kleinere 3-lagige OP-Masken, die ihr in der Apotheke oder im Internet bestellen könnt. 

Wie entsorge ich die Masken nach dem Gebrauch?

Auch wenn viele es glauben, sind weder OP-Masken noch FFP2-Masken aus Papier. Sie gehören also nicht in die Altpapiertonne. Beide Maskenarten verrotten auch nicht einfach, wenn man sie auf dem Boden „entsorgt“. Eine Schätzung von Greenpeace kommt sogar auf 450 Jahre, die es dauere, bis sich eine weggeworfene Maske zersetze.

Experten raten deshalb, OP-Masken und FFP2-Masken über die Restmülltonne zu entsorgen. Wichtig ist außerdem die „Ohrfäden“ vorher abzuschneiden oder zumindest zu durchtrennen. Man kann nie wissen, wo der Müll einmal landet und so können im Zweifelsfall Tiere geschützt werden. 

Positiv getestete Haushalte oder solche, die sich in Quarantäne befinden, werden gebeten, zusätzlich darauf zu achten, dass die Abfälle in verschlossenen, stabilen und reißfesten Müllsäcken in der Restmülltonne entsorgt werden.

AHA-Formel beachten

FFP2-Masken senken die Gefahr für eine Ansteckung mit dem Corona-Virus erheblich. Trotzdem bieten auch diese Masken keinen hundertprozentigen Schutz! Achte also auch, wenn du eine FFP2-Maske trägst, auf die restliche AHA-Formel: Abstand halten, Hygiene beachten und regelmäßig lüften.

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