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Erster Randalierer vom Opernplatz verurteilt

Nach Opernplatz-Randalen - Erster Randalierer verurteilt

Die Opernplatz-Randale in Frankfurt hatten im vergangenen Sommer weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Jetzt ist einer der Krawallmacher verurteilt worden.

Ein 20-Jähriger wurde vom Amtsgericht Frankfurt zu 50 Sozialstunden und einer Strafe von 500 Euro an die Kinderhilfe-Stiftung Frankfurt verurteilt - nach Jugendstrafrecht wegen Landfriedensbruchs in einem besonders schwerem Fall sowie versuchter Körperverletzung und einem Angriff auf Polizeibeamte.

Der Randalierer hatte zuvor eingeräumt, im Juli 2020 eine Glasflasche in Richtung von Polizeibeamten geworfen zu haben. Nach seiner Festnahme waren mehr als ein Promille Alkohol im Blut festgestellt worden. Vor diesem Hintergrund habe er sich zu der Tat hinreißen lassen, sagte der Angeklagte. In der Randale-Nacht waren fünf Polizeibeamte verletzt worden. 

© FFH Augenzeuge

Zertrümmerte Scheiben einer Bushaltestelle am Frankfurter Opernplatz: Ein Foto aus der Randale-Nacht im Juli 2020. 

Mob verwüstet den Opernplatz

Passiert ist es am 19. Juli: Tausende Menschen feiern friedlich, der Alkohol fließt, trotzdem halten sich die meisten der 3.500 Menschen an Corona-Abstände und tragen Masken. Plötzlich kippt die Stimmung. Dutzende junge Menschen zerstören Bushaltestellen, werfen aus der Menge heraus mit Flaschen und Mülltonnen, bespucken und beleidigen Polizisten. Fünf Beamte werden von Wurfgeschossen getroffen. Jagdszenen, über die sogar die New York Times berichtet. Die schockierenden Bilder und Videos gehen um die Welt.

Aufwendige Ermittlungen

Die Ermittlungen sind schwer und extrem aufwendig. Die Polizei bildet eine Arbeitsgruppe. Sie wertet monatelang tausende Handyvideos, Fotos und Zeugenaussagen aus. Da sich alles in der dunklen Nacht abgespielt hat, ist es schwer den Randale-Machern die Wurfanschläge nachzuweisen, sagte ein Polizeisprecher im FFH-Gespräch.

Sieben Männer stehen vor Gericht

Die Polizei identifiziert sieben junge Männer – im Alter von 18 bis 31 Jahren. Die jungen Männer sind unter anderem angeklagt wegen Landfriedensbruchs, versuchter gefährlicher Körperverletzung und wegen Angriffen auf die Polizei. Im schwersten Fall drohen mehrjährige Hafstrafen, sagte die Frankfurter Staatsanwaltschaft zu FFH.   

Verfahren außerhalb Frankfurts

Insgesamt hatte die Frankfurter Staatsanwaltschaft gegen 15 Verdächtige ermittelt und fünf Verfahren an andere Staatsanwaltschaften abgegeben, da die mutmaßlichen Randalierer außerhalb Frankfurts wohnten. In einem Fall sei das Verfahren wegen unbekannten Wohnorts eingestellt worden, in fünf Fällen ließ sich eine Tatbeteiligung nicht ermitteln, zwei weitere Fälle gegen Jugendliche seien bereits abgeschlossen, hieß es.

Opernplatz als Feier-Hot-Spot

Der Opernplatz hatte sich im vergangenen Sommer angesichts geschlossener Clubs und Diskotheken zu einer Partyzone unter freiem Himmel entwickelt. Auch am Wochenende des Vorfalls hatten bis zu 3.500 Menschen zunächst friedlich gefeiert. In den frühen Morgenstunden kam es dann zu den Angriffen auf die Beamten und ihre Fahrzeuge. Zudem sollen die Randalierer einen Sachschaden in Höhe von mindestens 14.600 Euro verursacht haben.

Nach dem Vorfall erließ die Stadt an Wochenenden für die Zeit ab Mitternacht bis zum Morgen ein Betretungsverbot für den Opernplatz. In der Innenstadt und auf dem Platz waren zahlreiche Polizisten im Einsatz. Weitere Zwischenfälle blieben aus.

Videos aus der Randale-Nacht im Juli 2020

© FFH
© FFH
Daniel Granitzny

Reporter
Daniel Granitzny

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