Nachrichten > Top-Meldungen >

Kanzleramtschef Helge Braun exklusiv bei FFH

Helge Braun exklusiv bei FFH - Kanzleramtschef zum Bund-Länder-Beschluss

© dpa

Helge Braun (CDU), Chef des Bundeskanzleramtes und Bundesminister für besondere Aufgaben

Kanzleramtschef Helge Braun gilt als Corona-Manager und rechte Hand von Angela Merkel. Nach neun Stunden Beratungen und einer kurzen Nacht hat er bei HIT RADIO FFH in einem Exklusivinterview die neuen Ergebnisse erklärt.

Die Lage sei kompliziert, aber eine regelmäßige Nachbesserung der Regeln nötig, so Braun. Auch wenn die ständigen Sitzungen anstrengend seien, so gehe es doch um Menschenleben und Existenzen. Wichtig sei jetzt beim Impfen Tempo aufzunehmen. Deshalb habe man auch entschieden, die Hausärzte mit ins Boot zu nehmen.

Ab Mai deutlich mehr Trubel in den Impfzentren

Das Impfen bei den Hausärzten werde sich am Anfang auf Patienten der Praxen konzentrieren, die beispielsweise Vorerkrankungen haben. „Dass quasi jeder seinen Termin beim Hausarzt machen kann, das wird dann im zweiten Schritt der Fall sein“, erklärt Braun im FFH-Interview. Braun rechnet  damit, dass die Impfzahlen ab Mai deutlich an Fahrt aufnehmen. Dann wird ein großer Teil der bestellten Impfstoffe eintreffen und für volle Impfzentren sorgen, so der Kanzleramtschef.

Können nicht ewig im Winterschlaf bleiben

Zu den geplanten Öffnungsschritten sagte Braun: „Man kann ja eine Gesellschaft nicht ewig im Winterschlaf halten. Das heißt, dass jetzt Öffnungsschritte erforderlich sind, da waren sich gestern auch alle einig.“ Der Blick auf aktuell steigende Infektionszahlen und den Anteil der britischen Mutation mache aber auch deutlich: „Wir müssen sehr aufpassen, dass uns die Zahlen nicht nach oben entwischen“. Die neuen Regeln könne man „am Ende glaube ich ganz gut verstehen, wenn man sie sich einmal angeguckt hat.“, so der Kanzleramtschef.  

Viel testen und viel impfen

Um stabile Zahlen zu erreichen, seien Selbsttests und Schnelltests ein gutes Mittel - gerade in Zeiten, in denen die ansteckendere britische Coronamutation inzwischen mehr als die Hälfte der Neuinfektionen in Deutschland ausmacht. Nur wenn die Infektionen frühzeitig erkannt würden, könne man auf bessere Zahlen hoffen. Ab Montag darf laut Bund-Länder-Beschluss jeder Bürger einmal pro Woche kostenlos einen Schnelltest machen lassen - zum Beispiel in Arztpraxen oder Testzentren.

Verärgert zeigte sich Braun über die zahlreichen „Wasserstandsmeldungen“ vor Abschluss der Beratungen, „die sich hinterher vielleicht gar nicht bewahrheiten“. Das stifte Verwirrung beim Bürger. „Wo mehr als 3 Leute in Berlin zusammenkommen, da gibt´s keine Geheimhaltung mehr“.

Kanzleramtschef Braun im Interview bei "Guten Morgen, Hessen"

"Impfzentren und Arztpraxen im Mai rappelvoll"

"Können Gesellschaft nicht ewig im Winterschlaf halten"

"Ärgerlich, dass vieles vorher durchsickert"

nach oben