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Neue Corona-Regeln: Das gilt ab heute in Hessen

Neue Corona-Regeln: - Das gilt ab heute in Hessen

Die neuen Regeln für Hessen im Überblick

Ab heute (29. März) ist in Hessen kein Terminshopping im Einzelhandel ("click & meet") mehr möglich. Stattdessen gilt wieder "click & collect" - also online oder telefonisch bestellen und vor Ort abholen. Buchläden, Gartenmärkte und körpernahe Dienstleistungen - wie etwa Friseure - bleiben in Hessen unabhängig von der Inzidenz geöffnet, so der Beschluss. 

Außerdem gelten - bis vorerst 18. April - folgende Regeln in Hessen: 

  • Die Kontaktbeschränkungen bleiben ebenfalls bestehen. Im öffentlichen Raum dürfen sich weiterhin nur maximal 5 Personen aus 2 Haushalten treffen, Kinder bis einschließlich 14 Jahre zählen dabei nicht mit. Im privaten Bereich bleibt Hessen bei einer entsprechenden Empfehlung. 
  • Die sogenannte Notbremse bei einer Inzidenz über 100 wird landesweit einheitlich per Verordnung umgesetzt.
  • Gruppensport unter freiem Himmel soll für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 14 Jahren weiter möglich sein - ohne Beschränkung der Gruppengröße. Der Individualsport ist entsprechend der Kontaktregel weiter möglich (innen und außen). Auch Fitness-Studios können laut Bouffier weiterhin öffnen -  unter den geltenden Auflagen und mit Terminvergabe.  
  • Zoos, botanische Gärten und Museen unter freiem Himmel bleiben geöffnet. Entsprechende Angebote in geschlossenen Räumen können für den Publikumsverkehr nicht öffnen.
  • Die Kreise können bei steigenden Inzidenzen auf ihre Lage vor Ort mit weiteren Maßnahmen reagieren. Möglich sind dann beispielsweise auch nächtliche Ausgangssperren zwischen 21 und 5 Uhr. Schulschließungen sind weiterhin nur mit Zustimmung des Landes bzw. des staatlichen Schulamts möglich. 
  • Ab dem 1. April sollen zudem die Besuchsmöglichkeiten in Alten- und Pflegeheimen auf 2 Personen pro Tag erweitert werden. 

Modellprojekt zu Öffnungen geplant 

Es soll in Hessen modellhaft erprobt werden, wie sich eine teilweise Öffnung des öffentlichen Lebens in Städten oder Regionen mit niedrigen Inzidenzen in Verbindung mit einem Testregime auf die Infektionszahlen auswirkt. Konkret könnten getestete Bürger dann beispielsweise ins Theater oder zum Einkaufen gehen.

© dpa

Symbolfoto

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier hat die Rücknahme des geplanten Oster-Lockdowns verteidigt. Er habe Respekt vor der Entscheidung der Kanzlerin, sagte Bouffier in Wiesbaden. Merkel hatte bei der sogenannten "Osterruhe" einen Rückzieher gemacht und sich für die Verunsicherung entschuldigt. 

Es sei "bemerkenswert, dass jemand die Kraft hat zu sagen: Okay, das war eine Fehlentscheidung, ich bedauere das, ich übernehme auch die Verantwortung dafür. Das ist mir lieber (...), als wenn die Kanzlerin jetzt rumgeeiert hätte", sagte der Ministerpräsident. "Sie hat klar gesagt, was ist. Und ich finde, das verdient auch Anerkennung".  

"Wenn es nicht geht, dann muss man es nicht machen"

Der Grundgedanke der Osterruhe sei richtig gewesen, so Bouffier. Aber bei der Umsetzung gebe es eine Reihe von Problemen, die in angemessener Zeit nicht beantwortet werden könnten. "Wenn es nicht geht, dann muss man das eben nicht machen", sagte der Ministerpräsident.

Bouffier: "Besser als rumzueiern"

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier verteidigt den Rückzieher von Bundeskanzlerin Angela Merkel

Bouffier: "Respekt vor Entscheidung der Kanzlerin"

Er habe Respekt vor der Entscheidung, so Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier

© FFH

Übrige Regeln bleiben bestehen

Es gehe weiterhin darum, die Welle "so gut es irgendwie geht" einzudämmen. Die übrigen beschlossenen Regelungen für Hessen bleiben deshalb bestehen. Mit einem verschärften Lockdown NACH Ostern rechnet Bouffier derzeit nicht. Auf die entsprechende Frage unseres Reporters sagte er: "Im Moment glaube ich eher nicht, dass wir auch nach Ostern in der Lage wären, die jetzt aufgetretenen Fragen alle angemessen zu beantworten". 

Kommt der verschärfte Lockdown dann NACH Ostern?

Ministerpräsident Bouffier geht aktuell nicht von Alternativ-Regelungen nach Ostern aus, sagte er auf Nachfrage unseres Reporters

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Kein Osterurlaub im eigenen Land

Hotels, Ferienwohnungen und Ferienhäuser bleiben in Hessen weiter für touristische Zwecke geschlossen. Man habe bei den Beratungen lange über das Thema "kontaktfreier Urlaub" gesprochen, er könne sich aber schlecht vorstellen, wie kontaktloser Urlaub gehen solle, so Bouffier. Mit Blick auf Mallorca-Reisen sagte der Ministerpräsident: "Wir wollen doch nicht, dass die da hinfahren. Aber wir sind ein freies Land. Wenn sie sich entscheiden, dahin zu fahren, sollen wir sie verhaften?"

Bouffier zu Mallorca-Reisen und Urlaub

Der hessische Ministerpräsident über den Umgang mit Mallorca-Reisenden und die Diskussion über "kontaktfreien Urlaub".

© FFH
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