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Virologe Stürmer im Interview

Virologe Stürmer im Interview - Oster-Lockdown wohl kein Wellenbrecher

© dpa

Der Lockdown wird verlängert, das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben soll an Ostern runter fahren – ein Ende der Corona-Maßnahmen scheint nicht in Sicht. Aber bringt die Verschärfung jetzt etwas und gibt es doch noch Licht am Ende des Tunnels? Darüber haben wir mit dem Frankfurter Virologen Martin Stürmer gesprochen.

Fünf Tage „Ruhephase“ über Ostern – das ist einer der Beschlüsse von Bund und Ländern. Was noch beschlossen wurde, können Sie hier nachlesen. „Es ist ein ambitioniertes Ziel, jetzt mal zu sagen, fünf Tage gar nichts“, meint der Virologe Martin Stürmer aus Frankfurt im Interview mit Julia Nestle und Daniel Fischer von FFH Guten Morgen, Hessen! Das ganze Interview zum Anhören  gibt es weiter unten im Text.

Stürmer zweifelt, ob es ein Wellenbrecher wird

Wie viel Wirkung die Oster-"Ruhephase" zeigen wird, das ist sich Stürmer noch nicht sicher: „Es ist ein sehr kurzer Zeitraum, um wirklich ein sehr massiver Wellenbrecher zu werden. Ich habe da so ein bisschen meine Zweifel.“

Stürmer: Zu viel „kann“ und kein „muss“

In den Beschlüssen sei viel von „kann“ die Rede „und kann ist immer schlecht“, meint Stürmer. Die Notbremse bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100, sei schon bei letzten Bund-Länder-Runde beschlossen worden. Aber: „Ist sie richtig umgesetzt worden in Deutschland? Nein!“, sagt Stürmer.

Zurückrudern ist schwer

Nach den neuen Beschlüssen würden weiterreichende Maßnahmen nur empfohlen für die Kreise mit einer Inzidenz von über 100. Aber Verbindliches stehe da nicht drin. Das Zurückrudern nach den letzten Lockerungen sei schwer. Aus seiner Sicht hätte gar nicht erst gelockert werden dürfen.

Gas geben, wenn der Impfstoff da ist

Aber Stürmer sieht auch etwas Licht am Ende des Tunnels. Das Impfen sei zögerlich angelaufen, meint er. „Aber wir können, wenn der Impfstoff da ist, Gas geben.“ Die Hausärzte könnten mit eingebunden werden. „Und wenn alles gut läuft, dann haben wir eine breite Impfung und damit könnten wir die Pandemie brechen.“

Unbekannte machen Planung schwer

Allerdings gebe es zwei große Unbekannte: den Impfstoff und das Virus. Wenn sich das Virus weiterentwickele und es neue Mutante gebe, könnte es zu weiteren Problemen kommen.

Stürmer blickt hoffnungsvoll Richtung Herbst

„Ich habe immer noch die leiste Hoffnung, dass wir Richtung Herbst hin tatsächlich unser Ziel erreichen können.“ Dann könnte über die Rückkehr zur Normalität diskutiert werden, so Stürmer.

Virologe Stürmer: Gas geben, wenn mehr Impfstoff da ist

"Ich habe immer noch die leise Hoffnung, dass wir Richtung Herbst unser Ziel erreichen können", sagt der Virologe Dr. Martin Stürmer im Interview

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