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Kampf gegen Autoposer in Bad Nauheim

Gefährliche Rennen und Lärm - Kampf gegen Autoposer in Bad Nauheim

© FFH

Die Parkstraße in Bad Nauheim ist laut der Bürgerinitiative einer der Hotspots der Auto-Poser.

Sie rasen mit gefährlichen Geschwindigkeiten durch Bad Nauheim und verursachen mit aufheulenden Motoren Lärm: Auto-Poser. Das berichtet eine Bürgerinitiative, die von einer Szene spricht. HIT RADIO FFH hat mit der Initiative, der Polizei und der Stadt gesprochen. 

Schlaflose Nächte

Vincent El Haidag von der Bürgerinitiative STOP!POSING ist vor zwei Jahren mit seiner Familie in die Parkstraße gezogen. In die Stadt Bad Nauheim hat er sich direkt verliebt, aber schnell stellte sich heraus, dass er an einem der Hotspots der Autoraser wohnt. Seine Familie und viele andere Anwohner können wegen des Lärms in den Abendstunden und nachts nicht mehr schlafen. 

Raserei an Wochenenden 

Die Autoposer seien zudem häufig an Wochenenden unterwegs, wenn Menschen aus dem Umland kommen und etwa am zentralen Aliceplatz Eis essen. "Aus meinem Verständnis kommen die Poser um anzugeben und um zu zeigen, was sie materiell besitzen. Und sie wollen denke ich auch zeigen, dass ihnen egal ist, was gesetzlich vorgeschrieben ist", vermutet Vincent El Haidag. Er will vermeiden, dass Bad Nauheim als Kurstadt das gute Image durch die Raser verliert.

FFH-Reporter Lorenzo Rendón Valencia berichtet aus Bad Nauheim.

El Haidag von der Initiative: "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein schwerer Unfall passiert"

Vincent El Haidag im Gespräch mit FFH-Reporter Lorenzo Rendón Valencia

Aufgemotzte und geliehene Autos

Die Stadt eigne sich nach Angaben des Anwohners für die Szene besonders, weil es etwa wenig Verkehrshindernisse gebe. Die Autoraser treffen sich seiner Beschreibung nach häufig zunächst an bestimmten Plätzen und fahren von dort aus dann gemeinsam los. Eine Person fahre meistens voraus, um den Weg auszukundschaften. Es handle sich teilweise um aufgemotzte Autos. Bei einigen Fahrzeugen geht er davon aus, dass es sich um geliehene Autos handelt. 

Gespräche mit Rasern ohne Erfolg

Ein Gespräch mit den Fahrern zu suchen, sei eher schwierig. "Sie gehen nicht kontruktiv damit um, sondern lassen den Motor extra noch einmal aufheulen." Deshalb hat die Initiative das Gespräche mit der Polizei und der Stadt gesucht. Mittlerweile habe sich seitens der Polizei viel getan, was die Initiative sehr begrüßt. Trotzdem wünscht sie sich noch mehr Personaleinsatz, um das Problem langfristig in den Griff zu bekommen.

El Haidag von der Initiative: "Es hat sich viel getan"

Vincent El Haidag am FFH-Mikro

Auf FFH-Anfrage berichtet Stadtrat Peter Krank, dass eine Personalaufstockung derzeit unverhältnismäßig sei und die Gebüren der Einwohner zu sehr finanziell belasten würde. "Jedoch werden die beiden Behörden, Polizei und Ordnungsbehörde, zukünftig ermittelte Raser verwarnen und dokumentieren, um dann mit erhöhten Bußgeldern eine echte abschreckende Wirkung zu erzielen."

Über die Rasergruppe

"Es ist insgesamt glaube ich eher eine überschaubare Gruppe, die sich aber regelmäßig trifft", sagt El Haidag. Die Polizei beschreibt die Lage wie folgt: "Ja, es gibt eine Szene. Sie ist aber nicht homogen, also wir beobachten keine Gruppe, die sich hier regelmäßig trifft. Vielmehr handelt es sich um verschiedene Fahrer aus verschiedenen Gegenden", sagt Bernd Büthe. Der Polizeihauptkommmissar ist als Schutzmann vor Ort regelmäßig auf Streife.

Schutzmann: "Keine Leute wurden gezielt aufs Korn genommen"

Schutzmann Bernd Büthe im Gespräch mit FFH-Reporter Lorenzo Rendón Valencia

Verstärkt Messungen

Laut dem Stadtrat handelt es sich bei den Rasern um ein über die ganze Stadt verteiltes, überschaubares Problem. Das belegen Messungen zwischen Mitte/Ende Februar und Mitte März 2021. "Im gesamten Zeitraum fuhren 13 Fahrzeuge erheblich (bis 100 km/h), 78 deutlich (ab 40km/h bis 70km/h) zu schnell", so der Stadtrat. Insgesamt wurde bei 114.096 Fahrzeugen die Geschwindigkeit gemessen. Auch die Polizei führt regelmäßig Kontrollen durch.

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Schutzmann Bernd Büthe am FFH-Mikro

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