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Hessen führt Testpflicht an Schulen ein

Hessen verschärft Maßnahmen - Präsenz-Unterricht nur mit negativem Test

© dpa

Hessen will eine Corona-Testpflicht für die Schulen im Land einführen. Das kündigten Ministerpräsident Volker Bouffier und Kultusminister Alexander Lorz (beide CDU) in Wiesbaden an. Die Regelung soll nach den Osterferien ab nächster Woche (19. April) gelten. Die Testverpflichtung zweimal pro Woche für Lehrer und Schüler sei derzeit unerlässlich für einen sicheren Schulbetrieb, betonte Lorz.

 

Kultusminister Lorz erklärt die Testpflicht.

Kultusminister Alexander Lorz: Als Testnachweis gilt sowohl der Bürgertest als auch der in der Schule zur Verfügung gestellte Test.

Für den Testnachweis könne zwischen zwei Varianten gewählt werden: Dem kostenfreien Bürgertest außerhalb der Schule oder den ebenfalls kostenfreien Selbsttest, der den Schulen vom Land zur Verfügung gestellt werde. Akzeptiert werden nach Angaben von Lorz auch Nachweise, die mit zeitlichem Bezug auf den Beginn des jeweiligen Schultages nicht älter als 72 Stunden sind.

Eltern können Kinder schriftlich abmelden

Alle Schüler, die keinen Test vorweisen können oder diesen nicht in der Schule machen, müssen zu Hause im Distanzunterricht lernen, erklärte der Kultusministers. Schüler können durch ihre Eltern schriftlich von der Teilnahme am Unterricht an der Schule abgemeldet werden. Volljährige Schüler könnten diesen Schritt auch selber machen.

Weitere Öffnungen an den Schulen könne es zunächst nicht geben, sagte Lorz mit Blick auf die Infektionszahlen. Für die Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 6 bleibe es nach den Osterferien grundsätzlich bei Wechselunterricht. Die Jahrgänge ab Klasse 7 werden wie schon vor den Ferien im Distanzunterricht und die Abschlussklassen im Präsenzunterricht bleiben. Die Corona-Zahlen seien weiter zu hoch. Deshalb sei nun nicht die Zeit für Lockerungen, erklärten beide Politiker.

Genug Tests vorhanden zeigt FFH Stichprobe

„Wir gehen davon aus, dass wir eine Unterrichtsstunde brauchen, bis alle getestet sind“, sagt Gabriele Worlikar, Schulleiterin der Ernst-Abbe-Grundschule in Kaufungen im FFH-Gespräch. Gerade die kleinen Kinder bräuchten länger. Warum wird eigentlich nicht zu Hause getestet wie in Niedersachsen, fragt man sich bei der Freiherr-vom-Stein-Schule in Fulda. Sorge auch bei der Erich-Kästner-Grundschule in Limburg: „Wie soll man richtig umgehen mit einem Kind, dass vor Ort positiv getestet wird und so schnell zum Außenseiter wird“, fragt sich Schulleiterin Eveline Hannappel. Man wolle hier eine Begleitung durch die Schulsozialarbeiterin.

Testen nicht im Klassenzimmer

An der Lindenauschule in Hanau hat man sich deshalb für ein anderes Vorgehen entschieden. Hier sollen die Schüler nicht im Klassenzimmer, sondern vor dem Unterricht in separatem Raum getestet und dann in die Klassen gelassen werden, heißt es. Geschult würden die Lehrer von einer Kollegin, die auch Krankenschwester ist. „Wir sind nicht besonders geschult worden. Wir haben uns das Material, die Beschreibungen und ein Erklärvideo angeschaut“, sagt hingegen Beate Hunfeld, Schulleiterin der Hans-Quick-Schule in Bickenbach. „Wir werden die Tests im Selbstversuch nun vor Montag ausprobieren und hoffen, alles richtig zu machen.“

FFH-Reporter Konrad Neuhaus fasst zusammen.

© FFH

Abiturprüfungen finden statt

Die Abiturprüfungen sollen wie geplant ab dem 21. April an Hessens Schulen geschrieben werden, kündigte Lorz an. Alle Prüflinge erhielten vor jeder Prüfung die Möglichkeit eines freiwilligen Selbsttests. Schüler, die diesen nicht machen möchten, können auch an der Prüfung teilnehmen. Sie müssten dann jedoch eine medizinische Maske tragen.

Kitas bleiben offen

Auch in den Kitas werde es weiterhin ein regelmäßiges Testangebot für die Erzieherinnen geben. Die kleinen Kinder sollen aber von Testungen weiter ausgenommen werden, erklärte der Ministerpräsident. Es werde kein sogenanntes Betretungsverbot für die Kitas geben. Er appelliere jedoch an die Eltern, ihre Kinder möglichst zuhause zu betreuen, sagte Bouffier.

Das Corona-Kabinett passte wegen der aktuell Corona-Lage zudem das Eskalationskonzept in Hessen nochmals an. Demnach sei es bereits ab einer Inzidenz von 100 möglich, weitere Maßnahmen wie eine Ausgangsbeschränkung als "Ultima Ratio" vorzunehmen, erklärte der Regierungschef. Die neuen hessischen Verordnungen sollen vom 19. April bis 9. Mai gelten.

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