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Lufthansa will erneut Tausende Stellen streichen

Entlassungen bei Lufthansa - Weitere 10.000 Stellen werden gestrichen

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Symbolbild

Trotz eines bereits großen Personalabbaus will die Lufthansa in Deutschland weiter rund 10.000 Vollzeitstellen streichen oder im vergleichbaren Maße Personalkosten einsparen. Erreichen will das der Konzern über freiwillige Abgänge oder Teilzeitlösungen, wie Finanzvorstand Remco Steenbergen bei der Vorlage der Quartalszahlen sagte.

Entlassungen ab nächtem Jahr möglich

Er verwies auf laufende Verhandlungen mit den Gewerkschaften für die Piloten und das Bodenpersonal zu Neuregelungen ab 2022. Er sagte aber auch: "Wir bereiten uns auf Entlassungen vor." Dieses Mittel könne Anfang des kommenden Jahres eingesetzt werden.

Im letzten Jahr 24.000 Stellen abgebaut

In den zurückliegenden zwölf Monaten hat der Konzern nach eigenen Angaben weltweit rund 24.000 Vollzeitstellen abgebaut, was rund 25.700 Beschäftigten entspricht. In Deutschland ging die Zahl der Vollzeitstellen meist durch Fluktuation um 8000 auf 52.200 zurück. Außerhalb Deutschlands wurden im selben Zeitraum 16.000 Stellen gestrichen.

Über eine Milliarde Euro Verlust

Die staatlich gestützte Airline bleibt wegen der Corona-Krise tief in der Verlustzone. Das Unternehmen machte im ersten Quartal dieses Jahres bei einem um 60 Prozent reduzierten Umsatz einen Verlust von 1,05 Milliarden Euro. Der MDax-Konzern zeigte sich damit 2021 aber deutlich stabiler als zu Beginn der Corona-Krise im ersten Quartal des Vorjahres, als ein doppelt so hoher Verlust von 2,12 Milliarden Euro anfiel.

Hoffnung auf Sommer-Schwung

Lufthansa-Chef Carsten Spohr erwartet zwar weiterhin eine stark ansteigende Nachfrage ab dem Sommer. "Ermutigende Signale, wie die Ankündigung der EU-Kommission, geimpften Fluggästen aus den USA die Einreise nach Europa wieder zu ermöglichen, bestätigen unsere Zuversicht", erklärte er laut einer Mitteilung.

Auf der anderen Seite kippte der Konzern aber seine Prognose, dass er im Gesamtjahr bis zu 50 Prozent seiner Jahreskapazität von 2019 werde fliegen können. Nun werden bei einer starken Konzentration auf touristische Ziele noch etwa 40 Prozent erwartet, wie es hieß.

Finanzielles Polster

Die flüssigen Mittel der Lufthansa zum Quartalsende betrugen 10,6 Milliarden Euro im Vergleich zu 11,1 Milliarden Euro zum Jahresende 2020. Der Konzern hat von Deutschland, Österreich, Belgien und der Schweiz im vergangenen Jahr 9 Milliarden Euro Staatshilfe erhalten, von denen 5,4 Milliarden Euro noch nicht genutzt seien.

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