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Chinesische Raketen-Trümmer: Gefahr für Europa?

Chinesische Raketen-Trümmer - Wie groß ist die Gefahr für Europa?

© dpa/CCTV via AP Video

Teile dieser chinesischen Trägerrakete könnten in den nächsten Tagen zur Bedrohung werden. Hier ein Bild vom Start der Rakete am 29. April

Reste einer chinesischen Weltraum-Rakete könnten zu einer Bedrohung für Europa werden. Trümmerteile drohen an diesem Wochenende oder am Montag auf die Erde zu stürzen. Die Entwicklung beobachtet auch die Raumfahrtagentur ESA in Darmstadt. 

Deutschland nicht in der Risikozone

Deutschland liegt voraussichtlich aber nicht in der Risikozone, wie das Büro für Raumfahrtrückstände der ESA in Darmstadt berichtete. In Europa zählen unter anderem Teile von Spanien, Italien oder Griechenland zur möglichen Gefahrenzone. Hier lässt sich die Flugbahn der Trägerrakete und die Vorhersage verfolgen.

China will beruhigen

Die Chinesen versuchen dagegen, das Problem kleinzuhalten. In der Zeitung "Global Time" wurde der Experte Wang Ya'nan, Chefredakteur eines Luft- und Raumfahrtmagazins, zitiert, dass Chinas Raumfahrtbehörden die Entwicklung herabfallender Trümmer vom Design der Rakete und der Wahl des Startplatzes bis hin zur Flugbahn und -höhe sorgfältig berücksichtigt hätten. "Die meisten Trümmer werden beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verbrennen, so dass nur ein sehr kleiner Teil übrig bleibt, der auf die Erde fällt, was potenziell in Gebieten weit weg von menschlichen Aktivitäten oder im Ozean landen wird", sagte Wang Ya'nan demnach.

Vorhersagen aktuell schwer möglich

Experten erklärten laut "Global Times" auch, dass die Raketenstufe vor allem aus leichtem Material gebaut sei, das zumeist beim Wiedereintritt einfach verbrenne. Hingegen hatte die ESA mitgeteilt, es sei aktuell praktisch unmöglich, Vorhersagen darüber zu treffen, welche Teile den Wiedereintritt überstehen werden. Materialien mit hohen Schmelztemperaturen wie etwa Motor- oder Tankkonstruktionen stellten ein besonderes Risiko dar. Allgemein verglühten die meisten Objekte beim Wiedereintritt aber vollständig, so die Experten. Da ein Großteil der Erde mit Wasser bedeckt sei und weite Teile unbewohnt seien, sei die Gefahr für den Einzelnen deutlich geringer als bei alltäglichen Risiken wie etwa dem Autofahren.

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