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2G-Optionsmodell: So reagieren die Gastronomen

2G-Optionsmodell in Hessen - So reagieren die Gastronomen

05.09.21

Hessen lockert die Corona-Regeln für Geimpfte und Genesene. Gastronome und Friseure können ab Donnerstag selbst entscheiden, ob sie die 2G-Regel einführen. Dafür gibt es entscheidende Lockerungen der Corona-Regeln. Die neuen Regeln können Sie hier nachlesen. Eine FFH-Stichprobe zeigt unentschlossene Gastronomen.

Das 2G-Optionsmodell

Das Corona-Kabinett hat beschlossen, Veranstalter und Unternehmer die Möglichkeit zu geben, auf ein 2G-Modell umzusteigen. Damit können zum Beispiel Friseure und Gastronomen nur noch für Genesene und Geimpfte öffnen. Negativ Geteste müssten draußen bleiben. Das gilt auch für das eigene Personal. Dafür erhalten sie Lockerungen: Maskenpflicht und Abstandsregeln würden entfallen. Innengastros könnten wieder voll besetzt werden. 

Gespaltene Reaktionen

Eine FFH-Stichprobe zeigt, dass viele Gastronomen und Friseure in Hessen jetzt unentschlossen sind. Kunden möchte man nicht vergraulen, aber die Option, mehr Gäste und ohne Maske bewirten zu können, reizt, heißt es.

"Lieber ein paar Leute, als gar keine..."

Gerade kleinere Lokale wie die Loli Bar in Kassel freuen sich über die 2G-Option und verbundenen Lockerungen. Für Geschäftsführer Dirk Wachholder hatte es sich vorher wegen der geltenden Abstandsregeln in seiner kleinen Bar kaum gelohnt zu öffnen. Jetzt, sagt er unserem Reporter: "Wir machen spätestens im Oktober unter 2G auf!" Er halte nichts von einer Spaltung. Aber wirtschaftlich sei es besser ein paar Leute in der Bar zu haben als gar keine.

Nur wenige Gäste mit Test

Im Eckstein in Kassel rechnet man damit, dass es früher oder später auf die 2G-Regel hinausläuft. Schon jetzt sei ein Großteil der Gäste bereits geimpft oder genesen, sagt uns Miroslav Nikolic. Rund 10 Prozent seien nur getestet.

Nikolic vom Eckstein: "Es wird sowieso kommen"

Betreiber Miroslav Nikolic vom Eckstein in Kassel zählt nur noch wenige getestete Gäste.

FFH-Reporterin Anne Schmidt hat sich in der Wetterau umgehört

"Wir grenzen niemanden aus!"

Die Lockerungen mit einer 2G-Regel hätte aber auch zur Folge, dass einige Kunden draußen bleiben müssen. Egal ob sie sich nicht impfen wollen oder nicht impfen können. Restaurant-Besitzer Nuno Costa vom Extrablatt in Wiesbaden möchte keinen ausgrenzen und bleibt lieber bei 3G.

Costa vom Café Extrablatt: "Wir grenzen Niemanden aus!"

Nuno Costa vom Extrablatt sagt, das Café bleibe bei 3G.

Die Regeln werden vorbildlich eingehalten

Keine Option sei 2G für das Restaurant Praforst in Hünfeld. Chef Marc Zuspann möchte keine Gäste vergraulen, sagte er unserem Reporter. Sie würden sich ohnehin vorbildlich an alle Regeln halten.

Restaurantchef Chef Zuspann: "Wir können uns nicht leisten 30% der Gäste zu vergraulen"

Marc Zuspann sagt das Restaurant Praforst aus Hünfeld will bei der 3G-Regelung bleiben.

Kunden reagieren kritisch auf Wechsel

Die Apfelweinkneipe Mainlust in Frankfurt - Schwanheim hingegen hat die Änderung auf das 2G-Modell bereits im Internet verkündet. Ab dem 20. September werde man nur noch Geimpfte, Genesene oder Getestete mit einem PCR-Test reinlassen. "Aus Rücksicht auf unsere Mitarbeiter und den großen Kreis der Stammgäste", heißt es in der Mitteilung auf der Webseite der Gaststätte Mainlust. Der Geschäftsführer erntet dafür bereits heftige Kritik im Internet.

Kritik auch von der Opposition in Hessen

Seltene Einigkeit zwischen Linkspartei und AfD hinsichtlich der neuen Regelung: Beide warnen, durch 2-G entstehe eine "Zwei-Klassen-Gesellschaft". Die AfD spricht von indirektem Impfzwang, die Linkspartei sagt: Geimpfte oder Genesene Menschen könnten ebenfalls Viren übertragen. Die Landesregierung fahre mit der 2-G-Option einen "autoritären Kurs". Auch die FDP nennt 2-G einen "falschen Weg". Wer getestet ist, von dem gehe keine Gefahr aus- er dürfe also nicht ausgeschlossen werden. 

Aline Horner

Redakteurin
Aline Horner

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