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Briefwahl-Rekord verlängert Auszählung am Wahltag

Briefwahl-Rekord in Hessen - Wahlämter brauchen mehr Personal

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Hier geht´s zur Briefwahl im Giessener Rathaus

Zehn Tage vor der Bundestagswahl steht fest: In Hessen wird es eine Rekordbeteiligung bei der Briefwahl geben. Das hat Auswirkungen: In manch einem Rathaus stapeln sich bereits jetzt die gefüllten Wahlurnen. Außerdem wird die Auszählung der Briefwahlstimmen länger dauern.

Seit Wochen macht sich der Trend der verstärkten Briefwahlnachfrage in Hessen bemerkbar.

Doppelt so viele Wahlunterlagen wie 2017 in Gießen

In Gießen haben zum Beispiel bereits über 21.000 Wahlberechtigte Briefwahl beantragt. Zum Vergleich: Bei der letzten Bundestagswahl waren es zehn Tage vor dem Wahltag nur 11.000 Anträge.

Bundestagswahl hat einen hohen Stellenwert

Tabea Heipel-Krug vom Gießener Wahlamt erklärt im FFH-Gespräch, dass damit der Rekord der Kommunalwahlen im März noch einmal deutlich übertroffen werde. Das liege auch daran, dass die Bundestagswahl den Menschen wichtig sei.

Mehr Personal benötigt

Für die Wahlämter bedeutet die hohe Nachfrage nach Briefwahl Mehrarbeit: Es gibt viel mehr Nachfragen, die Unterlagen müssen verschickt werden - und wenn sie ausgefüllt zurück kommen, müssen sie irgendwo sicher bis zum Wahltag am 26. September gelagert werden. In Gießen werden die Wahlbriefe jetzt deswegen in einem zusätzlichen Kellerraum untergebracht. "Wir brauchen, viel, viel mehr Personal", erklärt Heipel-Krug. Und auch am am Wahltag wird der hohe Briefwahlanteil Auswirkungen haben: Die Auszählung wird länger dauern. 

Heipel-Krug: Corona spielt eine Rolle - aber nicht nur

"Die Zahl der Briefwahlanträge ist jetzt schon doppelt so hoch", sagt Tabea Heipel-Krug vom Gießener Wahlamt

Heipel-Krug: "Wir haben dadurch viel mehr Arbeit"

Viel mehr Personal ist nötig und die ganzen ausgefüllten Briefwahlunterlagen müssen auch sicher gelagert werden, erklärt Tabea Heipel-Krug vom Gießener Wahlamt

Über 46.000 Anträge in Kassel

In Kassel liegen schon über 46.000 Anträge auf Briefwahl vor. In der nordhessischen Metropole wählten bei der vergangenen Bundestagswahl am Ende knapp 30.000 Menschen per Briefwahl. In Frankfurt waren bereits vor einer Woche über 150.000 Briefwahlanträge bearbeitet worden, die doppelte Menge als bei der Wahl 2017.

Fulda rechnet mit Briefwahlanteil von bis zu 45 Prozent

Die Stadt Fulda rechnet gar mit einer Briefwahlbeteiligung von bis zu 45 Prozent. Doch wer die Briefwahl einmal beantragt hat, läßt sich anschließend oft Zeit mit der Wahl und vielleicht zum Grübeln am heimischen Küchentisch. So kam in Fulda etwa jede vierte Briefwahlunterlage erst bislang zurück.

FFH-Reporterin Anne Schmidt berichtet aus Gießen

Anne Schmidt

Reporterin
Anne Schmidt

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