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Hessenweite Warnstreiks im öffentlichen Dienst

Kundgebungen in Großstädten - Warnstreik im öffentlichen Dienst

Mehrere Dutzend Menschen haben sich auf dem Königsplatz in Kassel zum gemeinsamen Streik versammelt. 

Landesweite Warnstreiks im öffentlichen Dienst in verschiedenen Großstädten in Hessen. Dazu hat die Gewerkschaft ver.di aufgerufen. Für einen ganzen Tag sollte die Arbeit ruhen. Den Beschäftigten geht es um mehr Lohn und Regeln fürs Home-Office.

An Hessens Hochschulen und in zahlreichen Landesbehörden erscheinen heute viele Beschäftigte nicht zur Arbeit. Die Gewerkschaft ver.di hat sie zu einem eintägigen Warnstreik aufgerufen. Mit ihren Aktionen wollen die Gewerkschaften Druck machen für die Tarif-Verhandlungsrunde am Donnerstag und Freitag in Dietzenbach.

Kernforderungen: Mehr Lohn, unbefristete Verträge, feste Home-Office Regeln 

Bisher habe sich das Land Hessen in keinem Punkt bewegt und kein Angebot vorgelegt, sagt ver.di. Dabei haben die Beschäftigten in der Corona-Krise ihren Stellenwert unter Beweis gestellt. Außer einem Dank sei im Anschluss aber nichts Zählbares bei den zahlreichen Arbeitnehmern angekommen, so Landesbezirksleiter Jürgen Bothner. Die Gewerkschaft fordert für die rund 45.000 Landes-Beschäftigten fünf Prozent mehr Lohn, mindestens aber 175 Euro, die Ausweitung unbefristeter Arbeitsverhältnisse an Hochschulen sowie Regeln für Home-Office. Ein Sprecher des Innenministeriums erklärte unterdessen, man sei zuversichtlich, bei den Gesprächen am Donnerstag und Freitag eine Lösung zu finden.

Arbeitnehmer am FFH-Mikro

"Immer mehr Arbeit, aber keine gerechte Entlohnung"

Kundgebungen in Großstädten 

Spürbar war der Warnstreik auch auf hessischen Straßen. Die Gewerkschaften haben in Wiesbaden, Gießen, Darmstadt und Kassel zum Streik aufgerufen. In Kassel sagte uns ein Bediensteter von Hessen Mobil am FFH-Mikro: "Das ganze Leben wird teurer und wir wollen von dem großen Haufen auch etwas abbekommen".  

dbb ruft am Mittwoch zum Warnstreik auf

Einen Tag später ruft auch der ddb Beamtenbund und Tarifunion in Hessen zum Warnstreik auf, um den Druck auf die Arbeitgeberseite zu erhöhen. In Wiesbaden plant die Gewerkschaft einen Demonstrationszug vom Bahnhof bis zur Hessischen Staatskanzlei auf dem Kochbrunnenplatz. 

"Vom Dank kann man sich nichts kaufen"

Jürgen Bothner, Landesbezirksleiter von ver.di, fordert, dass dem "Dank" des Landes an seine Beschäftigten während der Pandemie nun endlich Zählbares folgt.

© FFH
Robin Eisenmann

Reporter
Robin Eisenmann

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