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Meuthen zieht sich als AfD-Chef zurück

Keine weitere Kandidatur - AfD-Chef Meuthen zieht sich zurück

© dpa

Der langjährige AfD-Chef Jörg Meuthen will nicht mehr um seinen Posten kämpfen.

Er habe sich nach intensiven Überlegungen und Gesprächen mit seiner Familie entschlossen, bei der turnusmäßig anstehenden Neuwahl des Parteivorstandes im Dezember nicht mehr als Vorsitzender zu kandidieren, schreibt der 60-Jährige am Montag in einem Rundschreiben an die AfD-Mitglieder.

Meuthen bleibt vorerst in AfD

Aus der AfD tritt Meuthen - zumindest vorerst - nicht aus. Er werde seine politische Arbeit fortsetzen und wolle seine "Stimme hörbar einsetzen", teilt der Europaabgeordnete seinen Parteifreunden mit. Dass er dies langfristig auch im Namen der AfD tun will, steht in seinem Mitgliederrundbrief allerdings so explizit nicht. Vielleicht will er erst noch abwarten, wer neu in den Parteivorstand gewählt wird. Meuthen teilt sich den Parteivorsitz aktuell mit Tino Chrupalla, der gemeinsam mit Alice Weidel die Bundestagsfraktion führt. 

Meuthen für gemäßigten Kurs bekannt

Meuthen hat in den vergangenen zwei Jahren für einen gemäßigteren Kurs der AfD plädiert. Auf einem Bundesparteitag in Kalkar im November 2020 kritisierte er AfD-Mitglieder, die "immer enthemmter auftreten". Er wetterte gegen "pubertierende Schuljungen", "Politkasperle" und jene, "die nur allzu gerne rumkrakeelen und rumprollen". Der Vorsitzende bezeichnet seine Rede später als "Ordnungsruf" in die Partei und macht deutlich, dass er nicht länger von denen in Haftung genommen werden will, die ständig mit Provokationen und verbalen Entgleisungen auffallen.

Damit hat er sich Feinde gemacht, vor allem in der Rechtsaußen-Strömung der AfD. Der 2015 vom Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke gegründete und inzwischen formal aufgelöste "Flügel" wird vom Verfassungsschutz als rechtsextreme Bestrebung beobachtet. Für einen groben Fehler hält Meuthen die von der Mehrheit der Delegierten getroffene Entscheidung, die Forderung nach einem Austritt Deutschlands aus der Europäischen Union ins Programm der AfD für die Bundestagswahl aufzunehmen.

Hessens AfD-Landessprecher bedauert Rückzug von Meuthen

Hessens AfD-Landessprecher Klaus Herrmann hat den angekündigten Rückzug von Jörg Meuthen von der Parteispitze bedauert. "Ein Teil der Mitgliedschaft wird darüber enttäuscht sein", erklärte Herrmann. Das Votum der Delegierten bei der anstehenden Neuwahl des Parteivorstandes hätte "auch einen einordnenden und bewertenden Charakter auf die politischen Entscheidungen dargestellt und wäre insofern wünschenswert gewesen".

AfD-Bundesparteitag am 11. Dezember in Wiesbaden geplant

"Es liegt jetzt in der Hand der Delegierten auf dem kommenden Bundesparteitag, darüber zu entscheiden, in welcher Besetzung die Führungsspitze der AfD unsere politischen Forderungen vertritt." Der Bundesparteitag ist für den 11. Dezember in Wiesbaden geplant.

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