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Heute Umbau-Start am Bahnübergang in FFM-Nied

Nach Unglück in Frankfurt-Nied - Umbau am Bahnübergang hat begonnen

Gut anderthalb Jahre nach dem tödlichen Zugunglück am Bahnübergang in Frankfurt-Nied haben die Umbauarbeiten dort begonnen. 

Dafür wird der Bahnübergang bis zum 3. Dezember gesperrt, wie die Bahn mitteilte. Fußgänger und Radfahrer können solange über einen provisorischen Übergang über die Gleise. Autos werden über die Waldschulstraße und Mainzer Landstraße umgeleitet.

Automatisches Schrankensystem wird installiert

In dieser Zeit soll in einem ersten Schritt ein automatisches Schrankensystem installiert werden, das Mitte Dezember in Betrieb gehen soll. Durch dieses System sollen sich die Schranken automatisch senken, wenn ein Zug kommt. Im zweiten Schritt wird eine Fußgänger-Unterführung und anschließend eine Unterführung für den Straßenverkehr gebaut. Nach Angaben der Bahn soll der Bahnübergang dann in der zweiten Hälfte der 2020er Jahre komplett ersetzt sein. Der Bahnübergang, der in einer Kurve liegt, steht bereits seit Jahrzehnten in der Kritik. 

16-Jährige bei Unglück gestorben

Im Mai 2020 war eine 16 Jahre alte Fußgängerin bei offener Schranke von einem Zug erfasst und getötet worden, zwei weitere Menschen wurden schwer verletzt. Gegen die Schrankenwärterin ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung und Gefährdung des Bahnbetriebs.

FFH-Reporter Daniel Granitzny berichtet aus Nied

Bericht: Ursache war Fehler der Schrankenwärterin

Nach einem Untersuchungsbericht war ein Fehler der Schrankenwärterin die Ursache des tödlichen Unfalls. Das geht aus dem Bericht der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung in Bonn hervor. "Primär ereignisursächlich" sei ein Fehler der Wärterin gewesen, die unmittelbar vor einem herannahenden Zug die Schranken geöffnet habe, heißt es darin. Möglicherweise habe sie irrtümlich angenommen, der Zug sei bereits vorbeigefahren. 

Dem Bericht zufolge hätte die Frau nicht an der Schranke eingesetzt werden dürfen. Sie habe die nötigen Prüfungen zwar bestanden und sei vor Ort eingewiesen worden. Doch eine Bescheinigung über die erfolgte Ausbildung am Arbeitsplatz habe nicht vorgelegen, weshalb "zumindest formal" die Voraussetzungen zum Einsatz der Wärterin gefehlt hätten.

Zusätzliche technische Probleme 

Kurz vor dem Unglück gab es zudem technische Probleme: Die Schranken ließen sich für etwa 30 Minuten nicht öffnen. Dies habe "zusätzlich stressverstärkend und ablenkend" auf die Wärterin gewirkt, heißt es in dem Bericht, der auch einen fehlenden Sicherheitscheck an der Anlage bemängelt.

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