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Über drei Jahre Haft für Mainzer Erzieher

Kinder sexuell missbraucht - Über drei Jahre Haft für Mainzer Erzieher

© dpa

Symbolbild

Das Landgericht Mainz hat einen ehemaligen Erzieher wegen sexuellen Missbrauchs und Besitzes kinderpornografischer Aufnahmen zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt.

Das teilte die Medienstelle des Landgerichts auf Anfrage mit.

Urteil ist rechtskräftig

In elf Fällen soll sich der Erzieher im Zeitraum Februar 2019 bis Februar 2021 in verschiedenen Kitas an ihm anvertrauten Kindern vergangen haben. Weitere Einzelheiten wurden nicht bekannt. Das Urteil ist rechtskräftig.

Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Der zunächst auf vier Tage angesetzte Prozess gegen den 56 Jahre alten Mainzer war unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt worden, nachdem der Verteidiger dies noch vor Verlesung der Anklageschrift beantragt hatte. Es würden zu intime Details zum Sexualleben seines Mandanten besprochen werden müssen, hieß es zur Begründung beim Prozessauftakt, zu dem der Erzieher zum Schutz vor Kameras mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze und hinter einem Aktenordner versteckt in Handschellen gefesselt erschienen war.

Aufnahmen von Kindern gefertigt

Er soll in drei Fällen Kinder unsittlich berührt und in weiteren Fällen ihr "Recht auf sexuelle Selbstbestimmung" verletzt haben. In diesen Fällen soll der Mann kinderpornografische Aufnahmen der ihm anvertrauten Kitakinder gefertigt haben.

Schnelles Urteil

Bei Durchsuchungen der Wohnung des Angeklagten waren auf Laptops und Festplatten zahlreiche kinder- und jugendpornografische Dateien entdeckt worden. Neben dem Ausschluss der Öffentlichkeit bei Opfern sexueller Übergriffe sieht die Strafprozessordnung dies nach Paragraph 171b in manchen Fällen auch für "andere Prozessbeteiligte" vor. Die Staatsanwältin und die Vertreterin der Nebenklage, die Opferanwältin, waren dem Antrag des Verteidigers nicht entgegengetreten. Das schnelle Urteil spricht dafür, dass eine umfangreiche Beweisaufnahme nach der Einlassung des 56-Jährigen nicht mehr nötig war.

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