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Hessische Gemeinden mit Lücken bei IT-Sicherheit

Hessische Gemeinden überprüft - Große Lücken bei der IT-Sicherheit

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Symbolbild

Bei der Darmstädter Software AG greifen Hacker Daten ab. Ein Cyberangriff bremst mitten in der Corona-Pandemie Hessens Schulportal aus. Das Versicherungsunternehmen Haftpflichtkasse im südhessischen Roßdorf muss nach einer solchen Attacke die kompletten IT-Systeme vom Netz nehmen, es fließen Daten ab. Ermittler rechnen wegen der zunehmenden Digitalisierung weiter mit einer steigenden Relevanz von Cybercrime und einer zunehmenden Professionalisierung der Täter.

Einfallstore gibt es für Kriminelle allerorten. Die Darmstädter Startup-Firma LocateRisk hat Risiken hierfür Gemeinden, Dax-Unternehmen und Banken untersucht. Die Ergebnisse sind ernüchternd.

Große Sicherheitslücken

LocateRisk überprüfte diesen Sommer alle 422 hessischen Gemeinden und fand bei 74 Prozent die Gefahr des Datendiebstahls durch teilweise unzulässig verschlüsselte Datenübertragung. Bei 31 Prozent waren nicht alle Datenbanksysteme angemessen gesichert, und fast einem Viertel drohten Angriffe aufgrund veralteter Software.

Zahl der Cyberangriffe stark gestiegen

Welche Ausmaße digitale Raubzüge oder das Lahmlegen von Infrastrukturen, nicht selten einhergehend mit Erpressungsversuchen, angenommen hat, zeigt das Lagebild Cybercrime des Bundeskriminalamtes. Von 2016 bis 2020 stieg die Zahl der erfassten Fälle in Deutschland von 82 649 auf 108 474 kontinuierlich an. Die Aufklärungsquote lag 2020 bei nicht mal einem Drittel. 

Entstandener Schaden 2020: 220 Milliarden Euro

Die Dimension der Schäden bezifferte der Digitalverband Bitkom im August mit 220 Milliarden Euro für das Jahr 2020, mehr als doppelt so viel wie in den vorangegangenen Jahren. Einer Studie des Verbandes zufolge waren neun von zehn Unternehmen in Deutschland von Datenklau, Spionage oder Sabotage betroffen. Nach jüngsten Angaben von Bitkom übersteigen aus Angst vor Erpressern und Datenlecks die Investitionen in die IT-Sicherheit voraussichtlich erstmals die Schwelle von sechs Milliarden Euro.

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