Nachrichten > Top-Meldungen >

Erdogan rudert zurück: Botschafter dürfen bleiben

Erdogan rudert zurück - Botschafter dürfen bleiben

© dpa

Der türkische Präsident Erdogan will den deutschen und neun weitere Botschafter nun doch nicht ausweisen.

Das sagte Erdogan nach einer Kabinettssitzung in Ankara. Er glaube daran, dass die Botschafter in Zukunft "vorsichtiger" sein werden.  Wer die Unabhängigkeit der Türkei und die Empfindsamkeiten der Türken nicht respektiere, werde in diesem Land nicht Willkommen geheißen, so Erdogan.

Botschafter hatten Freilassung eines Menschenrechtlers gefordert

Hintergrund der Äußerungen Erdogans war eine Erklärung der Botschafter von Deutschland, den USA, Frankreich und sieben weiteren Staaten Anfang vergangener Woche. Darin fordern sie die Freilassung des türkischen Unternehmers und Kulturförderers Osman Kavala. Der 64-Jährige sitzt seit 2017 in Istanbul in Untersuchungshaft, obwohl der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) schon 2019 seine Freilassung angeordnet hatte.

"Persona non grata"

Erdogan hatte am Samstag gesagt, er habe das Außenministerium angewiesen, die Botschafter zehn westlicher Länder - darunter neben Deutschland auch die USA und Frankreich - zu unerwünschten Personen ("Persona non grata") zu erklären.

Twitter-Botschaft beruhigt die Lage

Die Botschaften der USA, Kanadas, Neuseelands und der Niederlande in Ankara twitterten am Montag dann eine Erklärung, sich weiter an Artikel 41 des Wiener Übereinkommens zu halten. Andere Botschaften wie die deutsche teilten den US-Tweet. Der Artikel weist Diplomaten unter anderem an, sich nicht in innere Angelegenheiten des Empfangsstaats einzumischen.

nach oben