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NRW-Justiz versteigert Bitcoin aus Drogenhandel

Aus Drogenhandel - NRW-Justiz versteigert Bitcoin

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Symbolbild

Neben Suppenkübeln, Bürostühlen und Holzpaletten hat die deutsche Justiz jetzt auch Bitcoin im Angebot: Die nordrhein-westfälischen Justizbehörden starteten die bundesweit erste Versteigerung beschlagnahmter Datenpakete der digitalen Währung.

Die Kryptowährung, insgesamt werden 215 Bitcoin versteigert, stammt überwiegend aus dem Drogenhandel im Darknet, berichteten Staatsanwälte in Köln. Sie waren bei Kriminellen entdeckt und sichergestellt worden. NRW betreibt das bundesweit einzige, zentrale Online-Auktionsportal der deutschen Justiz.

Gebote teils über Wechselkurs

Schon kurz nach Beginn der zwei Tage dauernden Online-Versteigerungen lagen die ersten Tranchen über dem aktuellen Marktpreis der digitalen Währung, der sich am Montagmittag bei knapp 54 000 Euro pro Bitcoin (BTC) bewegte. So lag ein Gebot für einen Bitcoin bei erstaunlichen 56 000 Euro. Warum über dem Marktwert geboten wird, darüber konnten die Staatsanwälte nur spekulieren: "Vielleicht, weil man weiß, dass man von uns die Ware auch bekommt", sagte eine Justizsprecherin.

Aktuell 215 Bitcoin im Angebot

Die NRW-Justiz will insgesamt 215 Bitcoin mit einem aktuellen Wert von mehr als 11 Millionen Euro auf ihrem eigenen Auktionsportal anbieten. Sie werden nun nach und nach versteigert. Der Erlös fließt in die Landeskasse.

Datenpakete analog gesichert

Damit kein Hacker die Datenpakete abgreift, sind die digitalen Schlüssel analog gesichert - in versiegelten Umschlägen auf Papier. Die Datenpakete selbst gelten dank der sogenannten Blockchain-Technologie als nicht kopier- und fälschbar.

Kriminelle nutzen Bitcoin gerne

Bitcoin ist eine Digitalwährung, die starken Schwankungen unterliegt, aber insgesamt einen enormen Wertzuwachs verzeichnen konnte. Entsprach ein Bitcoin im Jahr 2010 einem US-Dollar, sind es inzwischen etwa 60 000 US-Dollar. Die Kryptowährung wird von Kriminellen gerne genutzt, um Geschäfte abseits von Geschäftsbanken und Aufsichtsbehörden abzuwickeln.

Mining kostet extrem viel Strom

Nutzer können Bitcoins auch selbst am Computer erstellen, indem mit hoher Rechnerleistung hochkomplexe mathematische Formeln gelöst werden. Im Zehnminuten-Takt entstehen etwa 25 neue Bitcoins. Das Verfahren heißt im Fachjargon "Mining" und ist wegen seines exorbitanten Stromverbrauchs in die Kritik geraten.

Weitere Versteigerungen folgen

Die am Montag gestartete Versteigerung war monatelang vorbereitet worden. Die nordrhein-westfälische Justiz hat ein kleines Vermögen aus Kryptowährungen. Sie besitzt nicht nur Bitcoin, sondern auch Litecoin, Ethereum, Ripple und Monero.

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