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UKGM Gießen: Keine Kapazität für Sachsen-Patienten

Uniklinik Gießen-Chef zu FFH - Keine Kapazität für Sachsen-Patienten

© FFH

Am UKGM in Gießen werden aktuell die Mitarbeitenden geboostert.

Am Uniklinikum in Gießen ist die Lage weiter angespannt, für Corona-Patienten aus anderen Bundesländern gebe es keine freien Betten. Der Ärztliche Geschäftsführer rechnet außerdem damit, dass sich die Corona-Situation in den nächsten Wochen bis Weihnachten weiter zuspitzt. 

Klinikchef spricht von "Krisensituation"

3G am Arbeitsplatz, Weihnachtsmärkte unter Zugangsbeschränkungen und abgesagte Weihnachtsfeiern: In vielen Hinsichten machen sich im Alltag die Auswirkungen der vierten Welle bemerkbar. Allen voran auf den Intensivstationen in den hessischen Kliniken. Mit insgesamt 28 Patienten, davon 16 in Intensivbetten und 12 auf der Normalstation, am Montag in der Uniklinik Gießen seien die Mitarbeitenden derzeit "maximal angespannt, was die Auslastung angeht", so der Ärztliche Geschäftsführer Werner Seeger im FFH-Gespräch.

Keine Kapazitäten für auswärtige Patienten

Wie FFH berichtete, muss sich Sachsen nach Angaben der Landesärztekammer auf eine Triage vorbereiten. Dort werden die Intensivbetten derzeit besonders knapp. Wenn sich daran nichts ändere, müsse über eine Auswahl nachgedacht werden, wer behandelt werde und wer nicht. Sachsen sei in jedem Fall auf die Hilfe anderer Bundesländer angewiesen, so der Präsident der Landesärztekammer, Erik Bodendieck, gegenüber dem Sender NDR Info. Mögliche Abhilfe könne zum Beispiel das Klinikum Gießen dahingehend derzeit definitiv nicht leisten, erklärt Werner Seeger im Gespräch mit HIT RADIO FFH. "Wir haben mehr als alle Hände voll zu tun, die Region hier zu versorgen."

Hier können Sie jederzeit die aktuelle Intensivbettenbelegung in Ihrer Region einsehen.

Seeger: Können anderen Bundesländern nicht helfen.

Umverlegte Corona-Patienten aus anderen Bundesländern könne das UKGM derzeit nicht auch noch versorgen, so der Ärztliche Geschäftsführer Werner Seeger.

Wir haben quasi gar keine Gelegenheit mehr dazu, dieses zu tun, weil wir schon alle Hände voll mehr als alle Hände voll zu tun haben, die Region hier zu versorgen, für die wir zuständig sind. Ja, die Zahl sind nicht so hoch wie in Thüringen oder in Bayern. Aber selbst bei den jetzigen Zahlen ist es so, dass wir intensivmedizinische absolut an der Grenze sind. Das Problem ist halt, dass wir weniger Personal im intensivmedizinischen Bereich haben als vor einem Jahr Es. Sind doch viele Pflegekräfte aus Erschöpfung ausgestiegen. Und insofern tun wir uns quasi genauso schwer in der Versorgung. Jetzt dieser Patienten, die wir haben im Vergleich zu den noch höheren Patientenzahlen im Winter. Vor einem Jahr

© UKGM

Der Ärztliche Geschäftsführer am UKGM in Gießen, Prof. Dr. Werner Seeger

Weihnachten mit Einschränkungen

Die anhaltend hohen Fallzahlen und die maximale Auslastung in den Krankenhäusern wie in Gießen lassen Seeger vermuten, dass uns ein Weihnachten unter deutlichen Einschränkungen erwartet. Einen Lockdown mit Kontaktbeschränkungen hält er jedoch für eine "dramatische, drastische Konsequenz", insbesondere für Geimpfte. Er rät deshalb, sich bei den Maßnahmen auf die wie er sagt gefährdeteren, ungeimpften Menschen zu konzentrieren.

Seeger: "Weihnachten mit erheblichen Einschränkungen"

Für geimpfte Menschen dürfte die Lage aber über Weihnachten deutlich entspannter sein, so Seeger

Er will man sich die gegenwärtigen Zahlen ansieht. Dann muss man ja befürchten, dass die Zahlen Weihnachten er noch höher sein werden oder mindestens genauso hoch wie jetzt. Im Moment gibt es noch kein abflachen. Dieser Infektions Kurve und die Infektionszahlen liegen ja höher, als sie hier gelegen haben. Unsere sofern befürchte ich, dass wir wieder ein Weihnachten haben werden mit erheblichen Einschränkungen. Wobei die Welt allerdings für die geimpften Patienten aufgrund des ja sehr, sehr viel geringeren Infektionsrisiko muss dann schon eine andere sein wird als im vorigen Jahr.

Impfpflicht als politische Entscheidung

Eine Impfpflicht bei Klinik- und Pflegepersonal befürwortet Werner Seeger. In seinem Krankhaus ist man aktuell dabei, die Boosterimpfungen bei den 5.000 Mitarbeitenden anzugehen. Eine generelle Impfpflicht hält er jedoch für eine politische Entscheidung. Er sagt: "Aus medizinischer Sicht gilt ganz klar: je mehr geimpft, desto besser. Hätten wir einen Impfstand von über 90 Prozent, dann hätten wir jetzt die Probleme nicht." Laut Seeger gebe es im Vergleich zum Herbst im letzten Jahr kaum nennenswerte medizinische Fortschritte bei den Behandlungen von Covid-Erkrankungen - abgesehen von den Impfungen, was die wichtige Rolle dieser weiter bekräftige.

Seeger: Kaum Hilfe durch Medikamente

Der größte Fortschritt im Vergleich zum Herbst im letzten Jahr aus Sicht von Klinikchef Werner Seeger sei der Impfstoff.

Wir haben nur geringen medizinischen, Behandlungs Fortschritt erreicht, haben natürlich dazugelernt, besser mit diesem Patienten umzugehen haben. Aber keine Sagen wir mal grundlegend den schweren Krankheitsverlauf verhindern, den Medikamente entwickelt. Die Änderung, die wir haben, ist Ebene im Status. Und der im Spades spielt im eine Riesenrolle Quasi Gesunde geimpfte landen quasi nie oder fast nie auf den Intensiv-Station mögen auch erkranken vielleicht auch mal ins Krankenhaus, kommen an einigen Stellen. Es gibt dann einige geimpfte mit Immunschwäche mit vorbestehenden Erkrankung, die auch im intensivmedizinisch im Bereich auch in dem Bereich aufgenommen werden müssen. Aber die Masse der Patienten absolut gesunde junge Leute, die dann eine Schwester Erkrankung haben und eine künstliche Lunge angeschlossen werden müssen. Und eben zum guten Teil sterben. Das sind eben alles weitestgehend ungeimpfte. Und insofern gibt es eigentlich nur einen dramatischen Frau wie schon immer, nämlich den Aufruf, dass ich bitte alle ihm von und sollen. Denn das würde die Situation grundlegend überwinden.

Medizinstudenten helfen am UKGM

In der vergangenen Woche hatte die Klinik sich unter anderem über Twitter an Medizinstudenten gewandt: Sie hatte die Nachwuchs-Ärzte um Unterstützung in der vierten Welle der Corona-Pandemie gebeten. Und die Studierenden haben reagiert. Es gebe erfreulicherweise bereits Rückmeldung von ihnen, so Seeger. Dennoch sei immernoch der Bedarf da und die Klinik freue sich über jede helfende Hand im Kampf gegen Corona.

Seeger: "Freuen uns, dass Medizinstudenten in der Krisensituation mithelfen"

Laut Werner Seeger habe es bereits einige Rückmeldungen von Medizin-Studis auf den öffentlichen Hilferuf gegeben

Wir suchen weiterhin Medizinstudenten, gerne solche, die von vornherein eine Pflegeausbildung haben, weil sie natürlich besonders kompetent einsetzbar sind. Aber auch andere Medizinstudenten, die mithelfen. Ja, hat Reaktionen gegeben. Wir haben eine Reihe von Anfragen und freuen uns, dass auch Medizinstudenten jetzt sich mit an, um hier in dieser. Man muss schon sagen, diese Situation. Nur die wird sich leider immer noch für meine Begriffe, die nächsten zwei Monate hinziehen, mitzuhelfen.

Letzte Woche hat das UKGM öffentlich um Hilfe gebeten

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Dominique Bundt

Reporterin
Dominique Bundt

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