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3G am Arbeitsplatz und in Bus und Bahn

Jetzt auch in Hessen - 3G-Regel in Job, Bus und Bahn

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Die U-Bahn-Station Frankfurt Hauptwache. Ab heute gilt die 3G-Regel im öffentlichen Nahverkehr und am Arbeitsplatz.

In Bussen und Bahnen dürfen ab heute nur noch Geimpfte, Genesene und Getestete (3G) mitfahren. Das ist Teil des neuen, umstrittenen Infektionsschutzgesetzes von SPD, Grünen und FDP, durch das auch am Arbeitsplatz die 3G-Regel gilt. 

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) haben mitgeteilt, dass Fahrgäste ab jetzt einen Impfausweis, einen Genesenen-Nachweis oder einen negativen Coronatest, der nicht älter als 24 Stunden sein darf, mit sich führen müssen. Ausgenommen von der 3G-Regelung seien Schülerinnen und Schüler sowie Kinder unter sechs Jahren.

Kontrollen problematisch 

Die hessischen Verkehrsverbünde sehen vor allem Probleme in der Umsetzung. Das zeigt eine FFH-Stichprobe: Über 1.000 Bus- und Bahnlinien und mehr als 12.000 Haltestellen hat alleine der RMV. Es ist unmöglich flächendeckend 3G-Kontrollen durchzuführen, sagte eine Sprecherin zu FFH. RMV und NVV haben jetzt zumindest stichprobenartige Kontrollen mit der Polizei und den Ordnungsbehörden vereinbart. Heag Mobilo aus Darmstadt appelliert an die Fahrgäste: unbedingt den 3G-Nachweis dabei haben.

Bußgeldhöhe noch unklar

Wer sich nicht an die Regeln hält muss mit einem Bußgeld rechnen. Wie hoch dieses Bußgeld sein wird, ist in Hessen aber noch unklar. Es gibt noch keinen Bußgeldvorschlag des Landes, sagt das Frankfurter Ordnungsamt auf FFH-Nachfrage. Polizei, Ordnungsämter und Verkehrsbetriebe hängen diesbezüglich also noch in der Luft. Klar ist nur: Wer sich nicht an die Regeln hält fliegt aus Bahn oder Baus und bekommt eine Anzeige wegen einer Ordnungswidrigkeit. Innerhalb von drei Monate flattert dann der Bußgeldbescheid per Post ins Haus – bis dahin sollte das Land Hessen auch die Bußgeldhöhe festgelegt haben.

Verdi: Busfahrer sind kein Überwachungspersonal.

Der Sprecher der Gewerkschaft Verdi, Jochen Koppel, am FFH-Mikro.

Wärst du sie so Zeitfaktor Ja man kann man ja gar nicht meine Linie Pläne einen halben. Wenn der jetzt zehn Leute, ein Schwein wie alle zehn kontrolliert werden, verliert man Zeit. Dann hat man wieder ein Problem. Und außerdem Seh ich so, dass wir Busfahrer keine Überwachungs Personal sind.

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Weiterhin Maskenpflicht und Abstand

Natürlich besteht in den öffentlichen Verkehrsmitteln weiterhin die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske (OP-Masken) oder einer FFP2-Maske (oder vergleichbar) für Fahrgäste ab Vollendung des sechsten Lebensjahres. Das gilt auch für unterirdische U-Bahnstationen und Bahnhofsgebäude, bestätigte die Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft traffiq auf FFH-Nachfrage. 

FFH-Reporter Daniel Granitzny fasst zusammen

FFH-Reporter Daniel Granitzny zu 3G in Bus und Bahn.

Über eintausend Bus und Bahnlinien und mehr als zwölf Tausend Haltestellen hat allein der Ärm V Es ist unmöglich, flächendeckend drei G Kontrollen durchzuführen, sagt mir eine Sprecherin. Die hessischen Verkehrsverbünde haben jetzt zumindest stichprobenartige Kontrollen mit der Polizei und Ordnungsbehörden vereinbart. Herk Mobile aus Darmstadt appelliert an die Fahrgäste unbedingt den da drei G Nachweis dabeihaben. Ausgenommen Kinder und Jugendliche, die zur Schule gehen und Kinder unter sechs Jahren Daniel Granits. Nie Frankfurt

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NVV: Wir werden die Kontrollen mit einem Dienstleister umsetzen.

Die Sprecherin des Nordhessischen Verkehrsverbunds, Sabine Herms, am FFH-Mikro.

Wir werden mit einem Dienstleister diese Kontrollen umsetzen. Und dann im Laufe der nächsten Woche kamen bis zu zwanzig Personen dazu gekommen. So, das war in ganz Nordhessen entsprechende Stichproben durchführen können. Und die sind ausschließlich dafür da, genau das zu überprüfen, nämlich ich zu gucken, ob alle die Not wendigen Zertifikate impft, Dokumente und Nachweise mit sich führen.

Umfrage unter Fahrgästen in Fulda

Bus-und Bahnreisende in Fulda am FFH-Mikro.

Ich fühl mich auf jeden Fall sicherer, wenn man wusste immer, dass ein prozentualer Anteil nicht geimpft ist und macht sich dann nachher ein bisschen Sorgen. Wenn man dann vielleicht später noch mal zur Oma geht. Ich kann es nicht genau sagen, wann es sich das sicherer fühlen kann. Dann müssten ja extra Personen eingesetzt werden, die das kontrollieren. Aber das müsste an jeder Bushaltestelle gemacht werden. Und dadurch verzögert sich ja auch alles. Ich persönlich fühle mich sicherer. Aber ich weiß halt grad für die Menschen auf dem Land ist es eben, weil nicht in jedem Dorffest Sender ist. Die müssen kilometerweit erst zum nächsen, um überhaupt mit dem Bus fahren zu dürfen. Die finde ich schwierig im Stadtgebiet fündig Ist das okay.

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Arbeitnehmer ohne Impfung oder Genesenen-Zertifikat dürfen ab heute nur noch mit aktuellem Negativ-Test zum Job erscheinen.

Die Firmen müssen die 3G-Regel bei jedem einzelnen Beschäftigten überprüfen und dokumentieren. 

Versetzung ins Home-Office möglich

Arbeitnehmer, die sich weigern, können ins Home-Office versetzt werden oder in einen Bereich ohne Kontakt zu anderen Menschen. Wenn beides nicht möglich ist, droht der Jobverlust.

Hessenchemie: Wer sich weigert, darf nicht zum Arbeitsplatz.

Der Hessenchemie-Hauptgeschäftsführer Dirk Meyer am FFH-Mikro.

Wer sich nicht impfen lässt, wer keinen Test Nachweis erbringt, kriegt keinen Zugang zum Arbeitsplatz und ohne Arbeit. Kein Lohn trägt damit also auch die arbeitsrechtlichen Konsequenzen Ich. Find es richtig so, weil der Maßstab muss sein, wie überwinden wir die Pandemie

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Hessenchemie: Regelung grundsätzlich positiv

Hessens zweitgrößter Arbeitgeberverband, Hessenchemie, schätzt die Regelung im Gespräch mit HIT RADIO FFH grundsätzlich positiv ein. Allerdings bleibe den Firmen sehr wenig Zeit für die Umsetzung. Ungeimpfte müssen vor der Arbeit selbst für einen Test sorgen. Einige Unternehmen würden das aber auch in der Firma anbieten, sagte uns der Chemie-Arbeitgeberverband.

Pharmakonzern Merck kontrolliert per App

Der Pharmakonzern Merck in Darmstadt zum Beispiel sagte auf FFH-Anfrage: "Wir implementieren derzeit folgende Lösung: eine App, die den jeweiligen Impf-/Genesungs-/Test-Nachweis der Mitarbeitenden verarbeitet, wirkt sich direkt auf den Zugang aus." 

Bei Opel muss der Nachweis am Werkstor erbracht werden

Bei Opel müssen die Beschäftigten bei Betreten des Werksgeländes den 3G-Nachweis vorlegen oder diesen ihrem Vorgesetzten zeigen, so das Unternehmen auf FFH-Nachfrage. Wenn kein Nachweis über Geimpft oder Genesen erfolge, werde automatisch der Werksausweis gesperrt, und der Mitarbeiter habe einen Test vorzuweisen.

FFH-Reporter Peter Hartmann fasst zusammen

FFH-Reporter Peter Hartmann zu 3G am Arbeitsplatz.

Ohne Zertifikat keinen Zugang mehr zur Firma. Wer sich weigert, der kann ins Homeoffice versetzt werden oder in einen Bereich ohne Kontakt. Zu anderen geht das aber nicht. Droht der Jobverlust Wir haben mit Hessens zweitgrößte im Arbeitgeberverband gesprochen. Hessen Chemie. Der findet die Regel gut. Den Firmen bleibe aber sehr wenig Zeit. Für die Umsetzung ungeimpfte müssen vor der Arbeit selbst für einen Test sorgen. Einige Unternehmen würden das wohl auch in Ihrer Firma anbieten, sagt der Chemie Arbeitgeberverband Peter, Hartmann Wiesbaden

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Hessenchemie: Test auf eigene Kosten und außerhalb der Arbeitszeit.

Der Hessenchemie-Hauptgeschäftsführer Dirk Meyer am FFH-Mikro.

Derjenige, der nicht geimpft ist oder nicht Auskunft geben will, muss tatsächlich einen Test nachweisen. Aber den muss er selber nachweisen gegenüber dem Arbeitgeber. Sonst kommt er nicht ins Werkstor rein. Sozusagen am auf eigene Kosten. Auch außerhalb der Arbeitszeit werden diese Tests statten gehen müssen. Einfach damit ich Zugang zum Betrieb bekomme.

Hessenchemie: Das Vorhaben kommt "reichlich spät".

Der Hessenchemie-Hauptgeschäftsführer Dirk Meyer am FFH-Mikro.

Alle das ganze Vorhaben kommt jetzt reichlich spät. Die Unternehmen werden das hinbekommen. Aber das wird eine maximale Kraftanstrengung, weil einfach der planerische Vorlauf extrem kurz ist. Und da hätten wir uns mehr Weitblick, mehr Mut und mehr Konsequenz aus der Politik gewünscht.

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Daniel Granitzny

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Daniel Granitzny

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