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Falschparker und Raser lassen Kassen klingeln

Falschparker & Raser in Hessen - 6 der 10 größten Städte nehmen mehr ein

Sechs der zehn größten Städte Hessens haben im vergangenen Jahr mehr Verwarn- und Bußgelder kassiert als 2016. Mehreinnahmen von Falschparkern und Temposündern gingen im Jahresvergleich unter anderem in Kassel, Offenbach und Gießen ein, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Rückgänge bei Einkünften verzeichnen hingegen unter anderem Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt. 

Kassel - 1,3 Millionen Euro Mehreinnahmen

In KASSEL stiegen die Einnahmen durch Knöllchen im ruhenden und fließenden Verkehr gewaltig. Standen 2016 noch 2,54 Millionen Euro zu Buche, waren es im vergangenen Jahr knapp 3,88 Millionen Euro. Hauptgrund - Ende 2016 wurden sechs neue stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen in Betrieb genommen, an Orten wo immer wieder zu schnell gefahren wurde.

Offenbach - Task-Force geplant

Die Stadt OFFENBACH kann sich ebenfalls über gestiegene Einkünfte aus Knöllchen freuen. Sie lagen wegen höherer Fallzahlen 2017 bei 3,07 Millionen Euro - nach 2,82 Millionen Euro im Jahr 2016. Mehr Personal wurde auf der Jagd nach Verkehrssündern zwar nicht eingesetzt, aber ein mobiler Blitzer mehr war im Einsatz. In diesem Jahr wird es für undisziplinierte Verkehrsteilnehmer noch ungemütlicher. Denn es werden mehr Planstellen bei der Stadtpolizei eingerichtet, wie die Kommune mitteilte. Dadurch solle eine sogenannte Task-Force "Verkehr" entstehen. "Aufgabe wird die Verfolgung von komplexeren Verkehrsverstößen sein, wie beispielsweise der Lkw-Verkehr oder die Kontrolle von Raser-Schwerpunkten", erläuterte die Stadt.

Gießen und Fulda - jeweils rund 300.000 Euro Mehreinnahmen

Auch in GIESSEN klingelte die Kasse lauter. Einnahmen von 1,50 Millionen Euro im Jahr 2016 stand ein Gesamtbetrag von 1,89 Millionen Euro im vergangenen Jahr gegenüber. In FULDA stiegen die Einnahmen von 1,32 Millionen Euro im Jahr 2016 auf 1,60 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Mehr Personal sei aber nicht eingesetzt worden, um die Falschparker und Raser zu erwischen. Eine Ausweitung sei auch 2018 nicht geplant. "Die Kontrollen sollen wie in den Jahren zuvor durchgeführt werden", so ein Stadtsprecher.

Rüsselsheim - Autofahrer werden immer dreister

Undisziplinierte Verkehrsteilnehmer brachten auch in RÜSSELSHEIM mehr Geld ein. Die Einnahmen lagen 2017 bei rund 923 000 Euro nach knapp 853 000 Euro im Jahr 2016. "Die Fahrerinnen und Fahrer werden immer dreister, ignoranter und rücksichtsloser", befand Asswin Zabel von der städtischen Pressestelle.

Frankfurt - 43.000 weniger Knöllchen

In FRANKFURT gingen die Einnahmen der Stadt von 19,4 auf 18,3 Millionen Euro deutlich zurück. Verantwortlich dafür war vor allem eine Abnahme von 700 000 Euro bei den Einkünften aus dem ruhenden Verkehr. Dort ging der Ertrag von 12,8 auf 12,1 Millionen Euro zurück, weil über 43 000 weniger Protokolle geschrieben wurden als im Vorjahr.

Wiesbaden - weniger Kontrolleure im Einsatz

Auch in WIESBADEN sanken die Erträge deutlich: von rund 4,80 Millionen Euro auf knapp 3,72 Millionen Euro. Grund war eine deutliche Abnahme der Verwarn- und Bußgelder im ruhenden und fließenden Verkehr. Das heißt aber nicht, dass die Verkehrsteilnehmer sich zuletzt vernünftiger verhielten. "Die rückläufigen Zahlen sind der Neuorganisation der Ämter und Aufteilung der Aufgaben in Stadtpolizei und kommunale Verkehrspolizei zum Mai 2017 geschuldet", erklärte ein Stadtsprecher. Seit der Trennung hätten lediglich noch drei Mitarbeiter für die mobile Geschwindigkeitsüberwachung zur Verfügung gestanden. Und die Mitarbeiterzahl für die Kontrollen des ruhenden Verkehrs seien ebenfalls reduziert worden. In diesem Jahr sollen die Kontrollen nun wieder ausgeweitet werden.

Darmstadt - Autofahrer wissen, wo geblitzt wird

Auch DARMSTADT hatte 2017 weniger Geld von Verkehrssündern in der Kasse. Die Summe sank von 2,56 Millionen Euro im Jahr 2016 auf 2,09 Euro im vergangenen Jahr. Während die Anzahl der Verstöße im ruhenden Verkehr stabil geblieben sei, sei der signifikante Rückgang im fließenden Verkehr der Gewöhnung an die aufgestellten kombinierten Rotlicht- und Tempoblitzer zuzuschreiben, erklärte die Stadt. "Wenn dadurch vorsichtiger und langsamer gefahren wurde, ist ein Ziel der Verkehrsüberwachung erreicht", sagte ein Stadtsprecher ergänzend.

Marburg - weniger Kontrollen wegen defekter Ausrüstung

In MARBURG gingen die Einnahmen aus Verwarn- und Bußgeldern von 2,12 auf 2,01 Millionen zurück, wie die Stadt berichtete. "Der Rückgang bei den Einnahmen hängt unmittelbar mit den gesunkenen Fallzahlen im fließenden Verkehr zusammen", erklärte eine Stadtsprecherin. Die Hälfte des Rückgangs entfalle auf stationäre Blitzer. "Das legt nahe, dass sich das Verhalten der Verkehrsteilnehmer geändert hat", sagte sie. Die andere Hälfte des Rückgangs liege bei der mobilen Verkehrsüberwachung. Dort sank 2017 die Zahl der Kontrollen und damit der Fallzahlen, weil es einen Defekt bei der technischen Ausrüstung gegeben habe. Eine Ausweitung der Kontrollen sei 2018 nicht geplant.

Andreas Kohl

Reporter:
Andreas Kohl

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