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GroKo oder Jamaika? Wahlumfrage von FFH und F.A.Z.

Wahlumfrage von FFH und F.A.Z. - GroKo oder Jamaika in Hessen

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Schwarz-Grün hat in Hessen keine Mehrheit und Schwarz-Weiß wird nicht Fußball-Weltmeister. Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer aktuellen Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag von F.A.Z. und HIT RADIO FFH rund vier Monate vor der Landtagswahl am 28. Oktober.

Wenn an diesem Sonntag Landtagswahl wäre, käme die CDU auf 31 Prozent (Landtagswahl 2013: 38,3 Prozent). Die Grünen könnten mit 13 (11,1) Prozent der Stimmen rechnen. Damit hätte die seit 2014 in Hessen regierende schwarz-grüne Koalition ihre Mehrheit verloren. Die SPD käme auf 25 (30,7) Prozent. Für die FDP würden 8 (5,0) Prozent der Wahlberechtigten stimmen. Ebenfalls 8 (5,2) Prozent würden ihr Kreuz bei der Partei „Die Linke“ setzen. Die AfD käme mit 11 (4,1) Prozent erstmals in den Landtag. Für die Regierungsbildung kämen demnach nur ein „Jamaika“-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP oder eine große Koalition aus CDU und SPD in Betracht.

Tarek Al-Wazir bleibt beliebtester Politiker

Beliebtester Politiker in Hessen bleibt der Grüne Tarek Al-Wazir. Der hessische Wirtschaftsminister liegt damit knapp vor Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), der es auf Rang zwei der beliebtesten Politiker schafft. Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel folgt auf Platz drei. 

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Auch bei der Frage, wen die Hessen lieber als Ministerpräsidenten hätten, liegt Volker Bouffier mit 44 Prozent vor seinem Konkurrenten von der SPD. Thorsten Schäfer-Gümbel kann im Vergleich zur Umfrage im März aber aufholen. Er legt drei Prozentpunkte zu und kommt damit auf 37 Prozent Zustimmung.

Die Reaktionen der Parteien

Über mögliche Koalitionen will noch keine Partei sprechen, sie alle fokussieren sich erst einmal auf den Wahlkampf. Im Vergleich zur letzten Umfrage im März hat sich nur wenig verändert, die SPD verliert ein Prozentpunkt, die FDP und AfD gewinnen jeweils einen.

GroKo oder Jamaika? Wahlumfrage von FFH und F.A.Z.

Ministerpräsident Volker Bouffier glaubt, das Interesse der Wähler steigt, je näher die Landtagswahl rückt. Er ist sich sicher, dass die CDU bis dahin noch weitere Stimmen sammelt.

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Für Thorsten Schäfer-Gümbel von der SPD ist es der dritte Versuch, Ministerpräsident zu werden. Er ist zuversichtlich.

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René Rock von der FDP sieht den derzeitigen Stand seiner Partei als gute Basis für den Wahlkampf. Ein Einzug in den Landtag wäre der FDP mit acht Prozent sicher.

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Nach vier Jahren in der Regierung freut es Tarek Al-Wazir, dass die Grünen aktuell mehr Stimmen haben, als bei der letzten Landtagswahl.

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Knapp drei Prozent mehr als bei der letzten Landtagswahl sind für Janine Wissler von der Partei Die Linke ein Ansporn.

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Robert Lambrou von der AfD sieht bei elf Prozent noch Luft nach oben, er hält mehr als 15 Prozent bei der Landtagswahl für wahrscheinlich.

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Thema Flüchtlinge beschäftigt die Hessen am meisten

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Die Themen Flüchtlinge, Asyl und Integration stehen bei den Hessen derzeit ganz oben auf der Liste der wichtigsten Probleme im Land. Jeder vierte Befragte sieht hier den größten Handlungsbedarf. Das Thema Schule und Bildung rutscht auf Platz zwei - bei unserer Umfrage im März stand es noch an erster Stelle. Auf den Plätzen drei und vier folgen Verkehrsprobleme und der Wohnungsmarkt in Hessen.

Angst auf öffentlichen Plätzen, Sicherheit am Wohnort

Kriminalität sehen lediglich 4 Prozent der Hessen als wichtigstes Problem. Trotzdem fühlt sich die Mehrheit der Befragten auf öffentlichen Plätzen und großen Veranstaltungen insgesamt unsicherer. 56 Prozent sagen, dass sie heute größere Angst haben im öffentlichen Raum Opfer eines Verbrechens zu werden, als vor zehn Jahren.

Ganz anders sieht es aus, wenn man die Hessen nach ihrem eigenen Wohnort befragt. Dort fühlen sich 86 Prozent der Befragten sicher.

Wenig Interesse an Diesel-Autos

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Beim Thema Verkehr entscheidet sich eine Mehrheit der Befragten klar gegen Diesel. Nur 28 Prozent können sich vorstellen, ein Diesel-Auto zu kaufen. Für 59 Prozent kommt die Anschaffung nicht in Frage. Die aktuellen Diskussionen rund um den Diesel spielen dabei aber nur für jeden Vierten eine Rolle. Die Mehrheit (34 Prozent) hätte sich auch vorher keinen Diesel-PKW angeschafft. 

29 Prozent verzichten auf Sommerurlaub

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Bei der Umfrage wurden die Hessen auch nach ihren Sommerurlaubs-Plänen gefragt. Das Ergebnis: Nur fünf Prozent machen Urlaub in Hessen. Die meisten (39 Prozent) fahren ins Ausland. In Deutschland macht rund jeder vierte Urlaub. 29 Prozent verzichten komplett auf einen Sommerurlaub. Schöne hessische Urlaubs-Ideen, auch für spontane Urlauber, finden Sie hier.

Mehrheit glaubt nicht an WM-Titel

Auch zu den Chancen der Deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in Russland hat die Forschungsgruppe Wahlen die Hessen befragt. Das Ergebnis: Die Mehrheit (56 Prozent) glaubt nicht daran, dass Jogis Jungs erneut den Titel holen.33 Prozent sind dagegen überzeugt: Die Mission Titelverteidigung gelingt. 

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