Nachrichten > Mittelhessen, Rhein-Main, Südhessen, Top-Meldungen >

NSU-Prozess: Aktivisten überkleben Straßenschilder

Kurz vor Ende des NSU-Prozesses - Aktivisten überkleben Straßenschilder

Einen Tag vor dem Urteil im NSU-Prozess haben linke Aktivisten am Dienstag in mehr als 20 Städten rund 200 Straßen mit den Namen der Opfer des Terrornetzwerks versehen, darunter auch in Darmstadt, Heidelberg, Frankfurt, Aschaffenburg und Marburg. Für die "Umbenennungen" seien vor allem Straßen ausgesucht worden, die NS-belastete Namen trügen und die längst hätten umbenannt werden müssen, teilte die Interventionistische Linke (IL) mit.

Kritik an Behörden

Damit wolle man "das Ausmaß rassistischer Gewalt sichtbar machen und den Opfern des NSU und ihren Angehörigen Respekt erweisen". Zudem äußerte die IL Kritik an den Behörden und an der Bundesanwaltschaft. Diese habe die Aufklärung des Terrornetzwerks verhindert und staatliche Beteiligung vertuscht.

Urteil soll am Mittwoch fallen

Am Mittwoch (11.) will das Münchner Oberlandesgericht das Urteil gegen Beate Zschäpe und vier Mitangeklagte im NSU-Prozess verkünden. Zschäpe war nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft eines von drei Mitgliedern des "Nationalsozialistischen Untergrunds". Sie sei als Mittäterin für alle Verbrechen verantwortlich, die ihre beiden Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt verübt haben. Dazu gehören zehn Morde. Neun der Opfer waren Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft, darunter auch Halit Yozgat aus Kassel. Die Motive sollen Fremdenhass und Hass auf den Staat gewesen sein.

Miriam Bott

Reporter:
Miriam Bott

nach oben