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real-Beschäftigte protestieren gegen Lohn-Minus

Demo gegen Lohn-Minus bei real - Beschäftigte: "Davon kann keiner leben"

Beschäftigte von 15 Real-Märkten in Hessen und Rheinland-Pfalz sind heute zum Streik aufgerufen. Die Gewerkschaft verdi protestiert damit gegen geplante Gehaltseinbußen durch einen niedrigeren Tarifvertrag. In Wiesbaden gab es eine Demo mit anschließender Kundgebung.  Aufgerufen waren die Beschäftigten der Märkte in Germersheim, Landau, Mainz-Bretzenheim, Mutterstadt, Saarbrücken-Saarbasar, Bexbach, Homburg, Darmstadt, Dreieich, Eschborn, Groß-Gerau, Groß-Zimmern, Wiesbaden-Äppelallee und Wiesbaden Mainzer Straße.

Märkte dennoch geöffnet

Die real GmbH mit Sitz in Düsseldorf teilte uns mit, dass die betroffenen Märkte für Kunden wie gewohnt uneingeschränkt geöffnet seien - trotz möglicher Streikmaßnahmen vor Ort. Das Unternehmen sei auf "Ausnahmesituationen dieser Art" vorbereitet. Es könne lediglich zu einer minimalen Beeinträchtigung beim Einkaufen kommen, so die Mitteilung.

Eine Kassiererin soll deutlich weniger verdienen

Hintergrund der Aktion: Real-Eigner Metro will sinkende Gewinne mit niedrigeren Löhnen auffangen. Neue Mitarbeiter sollen in einen anderen Tarifvertrag – und rund 20 Prozent weniger verdienen. Eine Kassiererin verdient dann 1900 statt bisher knapp 2600 Euro brutto. Auch Alt-Mitarbeiter sollen bei Vertragsänderungen in den Billig-Tarif rutschen. Rund 350 Teilnehmer erwartet verdi heute zum Protest in Wiesbaden.

Immer wieder Negativ-Schlagzeilen

Metro macht immer wieder Negativ-Schlagzeilen: Der Konzern, zu dem auch Media-Markt und Saturn gehören, war aufgespalten worden, aber die Aktie sackte ab, die Sanierung stockt. Die Gewerkschaft will mit weiteren Aktions- und Streiktagen gegen die geplanten Gehaltseinbußen protestieren.

Metro kontert: Gewerkschaft blockiert

Der Chef des Real-Mutterkonzerns Metro, Olaf Koch, wirft dagegen der Gewerkschaft vor, Tarifverhandlungen über eine wettbewerbsfähige Entgeltstruktur bei der angeschlagenen Supermarktkette jahrelang blockiert zu haben. Die bisherigen Tarifverträge hätten Real deutlich höhere Lohnkosten aufgebürdet, als sie viele Wettbewerber zu tragen hätten. Das sei für Real nicht mehr tragbar gewesen. Das Unternehmen bezahle nun neueingestellte Mitarbeiter marktgerecht, sagte Koch. Bereits vor dem Tarifwechsel eingestellte Mitarbeiter hätten keine Einbußen.

Peter Hartmann

Reporter:
Peter Hartmann

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