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Serienbrandstifter war Feuerwehrmann

Brandstifter war Feuerwehrmann - Stellungnahme der Stadt Heringen

© Weitzel

Ein Böschungsbrand kann bei dieser Trockenheit und Hitze schnell zum großflächigen Waldbrand werden (Symbolfoto). 

Nach der Festnahme eines 22-jährigen Serienbrandstifters wurde bekannt, dass es sich bei dem Täter um einen aktiven Feuerwehrmann handelt. Dazu hat die Stadt Heringen nun diese Stellungnahme verfasst. Nachfolgend lesen Sie unseren Bericht vom 8.8.2018.

Stellungnahme der Stadt Heringen

(K)einer von uns

Die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Heringen (Werra) distanzieren sich aufs Äußerste von den Handlungen eines einzelnen Feuerwehrmannes aus unseren Reihen.
Schockiert über die Geschehnisse in der hessisch-thüringischen Grenzregion müssen wir realisieren, dass ein eigener Kamerad uns und andere in Gefahr gebracht hat und für immense Sachschäden verantwortlich ist.

In intensiver Zusammenarbeit unserer Feuerwehr mit der Polizei konnten die Straftaten aufklärt werden. Nachdem der Brandstifter bei dem Versuch einer weiteren Straftat dingfest gemacht wurde, erfolgte umgehend der Ausschluss aus unseren Reihen.

Denn unsere Feuerwehren stehen für ein anderes Wertebild und sind 365 Tage freiwillig rund um die Uhr zum Wohle der Bevölkerung im Einsatz.
Wir bitten daher die Straftaten eines Einzelnen nicht auf die Gemeinschaft der Feuerwehr zu übertragen, denn das Fehlverhalten ist ursächlich nicht in der Organisation Feuerwehr zu suchen.

Unterstützen Sie uns und unsere Arbeit daher bitte auch weiterhin.

Im Namen der freiwilligen Feuerwehrfrauen und -männer der Stadt Heringen (Werra)

Gezeichnet

Hans-Jürgen Pfromm, Stadtbrandinspektor der Stadt Heringen (Werra)

Guido Kamm, stellv. Stadtbrandinspektor der Stadt Heringen (Werra)

Unser Bericht vom 8.8.2018

Die Polizei in Bad Hersfeld hat einen mutmaßlichen Serienbrandstifter geschnappt, der unter anderem mehrere Brände auch im Wald gelegt haben soll - und das bei der extremen Hitze und Trockenheit.

Brände wurden rechtzeitig entdeckt

Der 22-Jährige soll vor allem im Bereich zwischen der Ausflugsgaststätte "Bodesruh" und dem Heringer Stadtteil Kleinensee zugeschlagen haben. Ihm wird vorgeworfen, dort Ende Juli drei Brände gelegt zu haben. Laut Polizei wurden Unterholz, Baumstümpfe, trockene Laubhaufen und getrocknetes Gras im Wald oder unmittelbar am Waldrand angesteckt. Die Witterung zu dieser Zeit war extrem, es bestand sehr hohe Waldbrandgefahr. Die Brände seien jeweils rechtzeitig entdeckt worden, so dass durch den sofortigen Einsatz der anliegenden Feuerwehren die Brandherde zügig gelöscht werden konnten. In einem Fall standen Wald und Wiese aber trotzdem schon auf etwa 200 Quadratmetern in Flammen.

Polizei observierte Bereich

Um den Brandstifter zu schnappen observierte eine Streife der Polizeistation Bad Hersfeld den betroffenen Bereich und konnte den 22-Jährigen festnehmen, als er gerade einen erneuten Brand legen wollte. Er hatte versucht, einen Laubhaufen im Wald anzuzünden. Die nachfolgenden Ermittlungen von Kriminalbeamten aus Bad Hersfeld und Eisenach führten zur geständigen Einlassung des Täters und vollständigen Aufklärung der Taten. Da die Staatsanwaltschaften in Meiningen und Fulda keinen rechtlichen Haftgrund sahen, kam der Täter bis zu einer möglichen Gerichtsverhandlung auf freien Fuß.

Großbrand in Großensee

Auf das Konto des Mannes soll auch ein Brand in Großensee im Wartburgkreis gehen. Dort soll er ein Feuer in einer Produktionshalle eines metallverarbeitenden Betriebs gelegt haben.Der 22-Jährige habe die Tat zugegeben. Bei dem Feuer ist ein Schaden in Höhe von 100.000 Euro entstanden. 

Olaf Brinkmann

Reporter:
Olaf Brinkmann

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