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Abschiebung schwangerer Frau: Kreis wehrt sich

Abschiebung schwangerer Frau: - SPD empört - Landrätin: Alles rechtens!

Der gescheiterte Versuch, eine schwangere Iranerin nachts aus dem Mainzer Uni-Klinikum heraus abzuschieben, hat Wellen geschlagen.  Die SPD und Flüchtlingsorganisationen sind fassungslos, fordern Aufklärung. Die Familie war über Kroatien eingereist und hätte nach Dublin-Abkommen dort einen Asylantrag stellen müssen.  Ein erster Abschiebeversuch war bereits am Widerstand der Familie gescheitert - seither sitzt der Mann in Abschiebehaft.

Landrätin Schäfer wehrt sich gegen Vorwürfe, dass unangemessen gehandelt worden sei

Landrätin Schäfer vom Kreis Mainz-Bingen hat sich heute in einer mehr als einstündigen Pressekonferenz gegen Vorwürfe gewehrt, man habe unangemessen gehandelt. Die Frau sei informiert gewesen, dass sie nachts nach Hannover gebracht werde, um dort in ein frühes Flugzeug zu steigen. Daraufhin habe sie sich in die Uniklinik begeben, die Ärztin habe sie aber für "reisefähig" erklärt. Daher sei eine Abschiebung rechtens. Allerdings werde man "sich schon mal unterhalten, welches Zeichen man damit setze, wenn man jemanden aus der Klinik heraus abschiebe", räumt die Landrätin im FFH-Interview ein. 

Frau wehrt sich erneut - Abschiebung wird wieder abgebrochen

In Hannover hat sich die Frau dann aber erneut so gewehrt, dass die Abschiebung wieder abgebrochen werden musste. Wie es nun weitergeht, will die Landrätin mit dem Ministerium abstimmen. 

Peter Hartmann

Reporter:
Peter Hartmann

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