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Mutmaßlicher Bombenleger in Wiesbaden vor Gericht

Wiesbaden: Motiv Eifersucht? - Mutmaßlicher Bombenleger vor Gericht

Vor dem Wiesbadener Landgericht hat heute der Prozess gegen einen mutmaßlichen Bombenleger begonnen. Der 57-Jährige soll im April versucht haben, einen Mann zu töten - mit einem Sprengsatz an dessen Auto. Der Vorwurf der Anklage: Rache. Der Angeklagte hatte wohl schon 2017 versucht, die Hochzeit des Opfers zu verhindern, weil er sich in dessen Ehefrau verguckt hatte. Kurz darauf hatten die beiden dann tatsächlich eine Affäre, sagte der Staatsanwalt FFH.

Angeklagter wird verlassen und angezeigt

Die Frau kehrte aber nach einigen Monaten zu ihrem Ehemann zurück und erstattete gegen den Ex-Geliebten Anzeige wegen Stalkings. Das war offenbar zu viel für den Angeklagten: Er befestigte eine selbstgebastelte Bombe auf der Motorhaube des Autos des Ehemanns, so der Vorwurf. Der Sprengsatz war in Zeitungspapier eingewickelt und zwischen zwei Telefonbüchern platziert. Als der Ehemann sie entfernen wollte, ging die Bombe hoch und verletzte ihn im Gesicht und an der Hand.  

"Viel Glück gehabt"

Zwei Polizisten beschrieben als Zeugen vor Gericht, Plastikteile und Stahlkugeln aus der Sprengkonstruktion hätten bis zu 60 Meter rund um das Auto gelegen. Das Opfer habe "ganz, ganz viel Glück, dass die Bombe nicht in seine Richtung explodiert ist", schilderte ein Zeuge. Über seinen Verteidiger kündigte der Angeklagte an, nicht aussagen zu wollen. Insgesamt sind fünf Verhandlungstage anberaumt. 

Donna Schwarz

Reporter:
Donna Schwarz

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