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Große Razzia gegen Italo-Mafia

Razzia gegen Italo-Mafia - 4.000 Kilo Kokain sichergestellt

© dpa

In Italien nahmen die Ermittler 90 Personen fest, es geht vor allem um Drogenhandel. 

Bei ihrem Schlag gegen die italienische Mafiaorganisation `Ndrangheta haben die Ermittler allein in Deutschland 14 Menschen festgenommen. Gegen sechs von ihnen hätten Haftbefehle aus Italien, Belgien und den Niederlanden vorgelegen, teilte das Bundeskriminalamt (BKA) am Mittwochnachmittag in Wiesbaden mit. Bei den Durchsuchungen seien größere Mengen Bargeld und mehrere mutmaßliche Kurierfahrzeuge für den Drogenschmuggel sichergestellt worden. 

Handel mit Kokain und Geldwäsche

Ermittelt werde in Deutschland bislang gegen 47 mutmaßliche Mitglieder und Helfer der `Ndrangheta, sagte der Vize-Präsident des BKA, Peter Henzler. Vorgeworfen würden ihnen vor allem der Handel mit Kokain und Geldwäsche, berichtete das BKA. 

Insgesamt seien rund 440 Beamte des BKA und der Bundespolizei am Mittwoch im Einsatz gewesen, durchsucht wurden demnach 65 Wohnungen oder andere Objekte mit Schwerpunkten in Nordrhein-Westfalen und Bayern. Die mit mehreren europäischen Ländern koordinierte Aktion dauerte am Nachmittag noch an. 

Organisation arbeitete "hochprofessionell"

Nach den Worten von Henzler hat der Schlag im Kampf gegen die `Ndrangheta in Deutschland eine herausragende Bedeutung, allein wegen der großen Zahl der Beschuldigten. Die Ermittlungen seien besonders anspruchsvoll gewesen, da die Verdächtigen unter anderem mit technisch präparierten Smartphones kommunizierten und die Halter der Kurierfahrzeuge regelmäßig wechselten. 

Das BKA habe derzeit in Deutschland insgesamt rund 600 Angehörigen identifiziert, die den verschiedenen Mafia-Organisationen zugeordnet worden seien, sagte Henzler. 

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