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Deutschland erwirtschaftet Milliarden-Überschuss

Schulden sinken dadurch - Deutschland erwirtschaftet Überschuss

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Deutschland wird in diesem Jahr dank struktureller Überschüsse im zweistelligen Milliardenbereich wahrscheinlich erstmals seit 2002 wieder die europäischen Stabilitätskriterien einhalten. Es könne gelingen, die Schuldenquote unter 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) sinken zu lassen, sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) am Donnerstag nach einer Sitzung des Stabilitätsrats von Bund und Ländern in Berlin. Ursprünglich war dieses Ziel erst für 2019 von Scholz geplant. 

Geringere Verschuldung hilft gegen Krisen

Die Maastrichtkriterien wurden zur Stabilität des Euros geschaffen. Zum Vergleich: Italien liegt bei einer Verschuldung von 130 Prozent und muss wegen Ausfallrisiken Gläubigern viel höhere Zinsen zahlen - Geld, das für Schulen, Straßen und Soziales fehlt. Eine sinkende Verschuldung macht Deutschland weniger anfällig gegen Finanzkrisen und Spekulanten, zudem müssen kommende Generationen weniger für Schulden zahlen. Durch die Stabilität der Finanzen sei man viel unabhängiger und könne bei einer Krise mit aller Kraft gegensteuern. "Das sollten wir uns in Deutschland immer erhalten", sagte Scholz. 

Ein Rekord

In diesem Jahr wird für den Gesamtstaat nun ein struktureller Überschuss von 1,75 Prozent des BIP erwartet, das wären in etwa 60 Milliarden Euro, ein Rekord. Man könne relativ "angstfrei" auch in schwierigen Situationen handeln, sagte Scholz. 

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