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Künstliche Intelligenz hilft Steuerfahndern

Moderne Steuerfahndung - Künstliche Intelligenz hilft in Hessen

© dpa

Symbolbild

Angesichts der steigenden Datenflut greifen hessische Steuerfahnder auf künstliche Intelligenz zurück. Zentral zuständig sei dabei das Finanzamt Kassel II, sagte ein Sprecher des hessischen Finanzministeriums der Deutschen Presse-Agentur. In Nordhessen fokussiere man sich aktuell auf die Auswertung digitaler Großverfahren wie die Panama-Papers. Automatische Programme helfen den Fahndern, steuer- und steuerstrafrechtlich relevante Zahlenkolonnen zu erkennen. 

Die Panama Papers, Finanzdokumente einer panamaischen Anwaltskanzlei, enthalten Informationen über Geschäfte mit Briefkastenfirmen. Solche und andere an Journalisten und Behörden durchgestochene Informationen bestehen aus Millionen Dateien. Die enormen Mengen lassen Sichtungen allein durch Ermittler kaum zu.

Der Computer lernt daher anhand der Ergebnisse, die durch menschliche Ermittler zustande gekommen sind. Je mehr Treffer und Fehltreffer eingespeist werden, desto "aussagekräftiger und qualitativ hochwertiger ist das erwartete Ergebnis der elektronischen Vorsichtung", heißt es im Ministerium. 

In Kassel stehen 45 Steuerfahnder und Computerforensiker für solche Ermittlungen zur Verfügung. "Wir sind bestrebt, weitere Spezialisten auszubilden und aufzubauen, um den stetig wachsenden Anforderungen gerecht zu werden", sagte der Sprecher. Ausgebildet werden könnten die künftigen K.I.-Fahnder ebenfalls in Kassel. Vom Wintersemester 2019/20 an sei in Kooperation mit der Universität ein duales Studium mit fünf Plätzen geplant. 

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