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Bouffier gratuliert Söder zur Wahl zum CSU-Chef

CSU-Sonderparteitag - Bouffier gratuliert neuem CSU-Chef Söder

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Neuer und alter CSU-Parteichef: Markus Söder ist zum Nachfolger von Horst Seehofer gewählt worden.

Nach historischen Wahlpleiten will Markus Söder die CSU als Parteichef und Ministerpräsident zu neuer Stärke führen - und setzt dabei auf demonstrative Einigkeit mit der CDU. Auf einem Sonderparteitag wählten die Delegierten den 52-Jährigen in München zum neuen CSU-Chef und Nachfolger Horst Seehofers, der nun schon das zweite Amt auf Druck seiner Partei an Söder abgeben musste. Mit 87,4 Prozent der Stimmen blieb Söder aber hinter den Erwartungen vieler Parteifreunde zurück - er selbst gab sich "sehr zufrieden". Söder erhielt 674 von 771 abgegebenen gültigen Stimmen.

Kramp-Karrenbauer: CDU und CSU bleiben politische Familie

Vier Monate vor der Europawahl am 26. Mai rief Söder die CSU zu neuer Geschlossenheit auf - und sandte gemeinsam mit der neuen CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer auch ein Signal neuer Einigkeit der beiden Schwesterparteien, nach Jahren teils heftiger Streitigkeiten. "Es ist Zeit für eine gemeinsame neue Stärke von CDU und CSU in Deutschland", sagte Söder und mahnte: "Wir müssen ein neues Kapitel der Zusammenarbeit aufschlagen." Kramp-Karrenbauer, die seit Dezember CDU-Chefin ist, sagte: "Wir sind, wir waren und wir bleiben eine politische Familie." CDU und CSU trügen Verantwortung nicht nur für sich selbst und die Union, sondern auch für Deutschland und Europa. 

Glückwünsche auch aus Hessen

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier(CDU) hat seinem bayerischen Amtskollegen Markus Söder zu dessen Wahl zum CSU-Chef gratuliert. "Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Ergebnis, lieber Markus Söder", sagte Bouffier nach Angaben eines Sprechers. "Die hessische CDU und die CSU verbindet traditionell eine enge Freundschaft. An dieser Freundschaft wollen wir in Zukunft weiter festhalten, zum Wohle der Menschen in unseren Ländern." 

Sonderparteitag beschäftigt sich mit Europawahl und Parteireform

Die Europawahl ist für die Partei besonders wichtig: Erstmals in ihrer Geschichte ist der CSU-Spitzenkandidat - Parteivize Manfred Weber - auch Spitzenkandidat der CDU und der Europäischen Volkspartei. Weber hat bei einem Wahlsieg Chancen auf die Nachfolge des scheidenden EU-Kommissionspräsidenten Jean Claude Juncker. Die CSU läutete auch eine strukturelle Erneuerung ein: Bis zum Herbst soll es eine Parteireform geben - die Partei will moderner, jünger, weiblicher und dynamischer werden. Eine Kommission unter Leitung von Generalsekretär Markus Blume soll dazu Vorschläge machen. In zwei weiteren Anträgen, die mit knapper Mehrheit angenommen wurden, fordert die CSU, die Kanzler-Amtszeit auf drei Perioden zu begrenzen. 

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