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Landwirten in Dürre-Gebieten geht Tierfutter aus

Dürre-Folgen - Hessens Landwirten geht Tierfutter aus

© dpa

Hessens Bauern leiden weiter unter den Folgen der Dürre des vergangenen Jahres. In einigen Regionen seien die Tierfutter-Vorräte bei den Landwirten aufgebraucht, sagte Bernd Weber, Sprecher des Hessischen Bauernverbands: "Futterbaubetriebe sind doppelt gestraft." Denn sie hätten zum einen weniger geerntet, zum anderen müssten sie nun Tierfutter teuer zukaufen. Besonders hart hatte die Dürre Teile von Ost- und Nordhessen getroffen.

Futterpreise explodieren

Neben steigenden Preisen sind es die Entfernungen, die das Futter teuer machen: "Wenn ich mit dem Lkw nach Rheinland-Pfalz fahren muss, sind allein die Transportkosten Wahnsinn", erklärte Weber. Er betont, dass nicht alle Betriebe am Futtermangel litten. Für die Betroffenen verschärfe sich das Problem aber, weil die Bauern in einer Region oft ähnliche Schwierigkeiten hätten. Betriebsschließungen in Folge der Dürre sind dem Bauernverband nicht bekannt. Allerdings erfolgten diese in der Regel "heimlich, still und leise", sagte Weber.

Es gibt zwar Dürrehilfen in Hessen, aber die bekommen nur ein Bruchteil der Bauern. 260 Anträge erfüllen laut Umweltministerium die Voraussetzungen für Zahlungen. Dabei gibt es 16 000 landwirtschaftlichen Betriebe. Von den für Hessen bereitstehenden 17,8 Millionen Euro werden voraussichtlich nur sieben bis acht Millionen ausgezahlt. Der Bauernverband hatte das Antragsverfahren als zu bürokratisch kritisiert.

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