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Prozess um Terrorisierung einer Familie

Fulda - Prozess um Terrorisierung einer Familie

Am ersten Prozesstag um ein gefälschtes Mordgeständnis in Fulda hat der Angeklagte am Donnerstag (21.03.) vor Gericht von einer Kampagne gegen seine Person gesprochen. Dem 36-Jährigen wird vorgeworfen, eine Familie terrorisiert zu haben.

"Ich habe meine Frau erschossen"

Der Angeklagte soll von einer Telefonzelle aus die Polizei angerufen und sich als sein Opfer Andreas G. ausgegeben haben. Er sagte, er habe gerade seine Frau erschossen, so die Anklage. Daraufhin gab es bei der betroffenen Familie einen Großeinsatz der Polizei.

Angeklagter weist die Vorwürfe von sich

Vor Gericht wies der Angeklagte alles von sich. Das ehemalige AfD-Mitglied habe sich mit anderen aus der Partei zerstritten – und die würden jetzt eine Kampagne gegen ihn fahren und ihm die Tat anhängen. Das Opfer Andreas G. ist durch seine links-politischen Aktivitäten in Fulda bekannt.

Interne Streitigkeiten der AfD

Am ersten Prozesstag wurden sehr viele Zeugen gehört - darunter auch vier Polizisten, die an der Telefonzelle und bei der betroffenen Familie im Einsatz waren. Der Angeklagte wirkte vor Gericht recht selbstbewusst - allerdings sprach er leise und drehte den Journalisten und dem Publikum größtenteils den Rücken zu. Er gab Auskunft über interne Streitereien der AfD in Fulda - und berichtete, dass ehemalige AfD-Mitglieder das Lager gewechselt hätten und nun links-politisch aktiv seien.

"Die wollen sich an mir rächen"

Im Zuge der Streitereien innerhalb der AfD habe er seine Parteimitgliedschaft gekündigt. Der Angeklagte gab an, dass sich Leute an ihm rächen wollten und ihm deswegen den Anruf anhängen wollten. Denn die AfD habe sich im Zug der Streitereien in zwei Lager aufgeteilt - er habe einem der Lager angehört. Die Mitglieder des anderen Lagers hätten es dann auf ihn abgesehen. Er selber wisse nicht, wer den Anruf bei der Polizei getätigt habe - habe aber einen Verdacht. Er habe auch nichts mit Bücher-, Pizza- und Zeitschriftenbestellungen zu tun, die bei der Familie des Opfers über Wochen hinweg massenweise angeliefert wurden. 

Eva-Maria Lauber

Reporter:
Eva-Maria Lauber

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